Gegen Qualzucht

Mops-Hundezucht in den Niederlanden bereits verboten – und womöglich bald auch die Haltung

  • Lara-Sabrina Kiehl
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Die Zucht von Hunden mit sehr kurzer Nase wurde in den Niederlanden bereits 2019 verboten. Nun will die Regierung auch ihre Haltung untersagen.

Vicco von Bülow alias Loriot hat es gut gemeint: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“. Das Zitat ist bis heute unvergessen und unzähligen Menschen bekannt. Doch schon seit langem ist die Liebe der Menschen zum Mops für die Rasse zum größten Problem geworden.

Mops-Hundezucht in den Niederlanden verboten – und womöglich bald auch die Haltung

Eine extrem flache Schnauze macht das Leben vom Mops schwer. (Symbolbild)

Die Hunderasse ist bekannt für ihre Überzüchtung, die durch das Ideal des Menschen angetrieben wurde. Denn in all den Jahren entwickelten sich die Tiere immer mehr zu dem, was die Menschen schön fanden. Das Ergebnis: flache Schnauzen und extrem kurze Nasen. Doch wie es dem Hund damit geht, geriet in Vergessenheit. An den Folgen leiden die Tiere heute sehr, sie bekommen kaum Luft, werden krank oder aggressiv.

Da der Mops als „Modehund“ gilt, ist er besonders stark betroffen, weswegen die Niederlande bereits 2019 die Zucht der Hunderasse untersagten. Lediglich wenn die Nase mindestens ein Drittel so lang wie der komplette Kopf ist, darf mit dem Mops gezüchtet werden oder er darf verkauft werden. Solche Hunde gibt es allerdings nur selten. Und genau hier stößt das bisherige Gesetz an seine Grenzen. Zwei Qualzuchten hat auch Norwegen verboten.

Mops-Hundezucht in den Niederlanden verboten – doch viele erfüllen sich Wunsch im Ausland

Menschen, die unbedingt einen Mops wollen, erfüllen sich ihren Wunsch im Ausland. Deswegen soll nun künftig auch die Haltung verboten werden, fordert Landwirtschaftsminister Piet Adema. „Wenn wir Tiere wegen ihres Aussehens überzüchten und die Tiere darunter leiden, dann gehen wir zu weit. Damit wir uns erfreuen, leiden die Tiere. Das darf nicht sein, das muss aufhören“, zitiert das HR Inforadio den niederländischen Minister.

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Von dem Verbot betroffen wären neben dem Mops aber auch überzüchtete Bulldoggen, einige Pinscher-Arten sowie die Faltohrkatze. Doch was ist mit Menschen, die einen Vierbeiner dieser Rassen besitzen? Die niederländische Regierung sieht dafür vor, dass diese ihr Tier bis zum Tod behalten dürfen. Sich danach allerdings wieder einen überzüchteten Vierbeiner zuzulegen, sei strafbar, erklärt Adema. In einer Zahnarztpraxis beruhigt eine Französische Bulldogge die Patienten.

Mops-Hundezucht in den Niederlanden verboten – Gesetzentwurf zum Haltungsverbot in Planung

Kurze Nasen und Glubschaugen: Acht Hunderassen, die oft völlig überzüchtet sind

Auch wenn das gescheckte Fell hübsch aussehen mag – Hunde mit Merle-Gen können gesundheitliche Probleme bekommen. Jedoch nur, wenn sie das Merle-Gen doppelt (also von beiden Elterntieren) in sich tragen. Von Blindheit bis Taubheit, sowie Herzfehler ist alles möglich.
Der Dackel neigt zu Fehlbildungen im Bereich der Zwischenwirbelsäule. Durch die extrem verkürzten Beine und einem langen Rücken kommt es häufig zu Bandscheibenvorfällen.
Extrem klein gezüchtete Hunde, sogenannte Teacup-Hunde, wie beispielsweise Chihuahua, Zwergpinscher oder Toy-Pudel leiden oft unter einem Wasserkopf, der zu weiteren Erkrankungen oder zum frühzeitigen Tod führen kann.
Beim Mops führt der verkürzte Schädel zu ständiger Atemnot. Auch der Oberkiefer ist verkürzt und manche Tiere können nicht gut abbeißen.
Kurze Nasen und Glubschaugen: Acht Hunderassen, die oft völlig überzüchtet sind

Der niederländische Minister will einen entsprechenden Gesetzesentwurf auf den Weg bringen. Doch ausgearbeitet sei dieser noch nicht. Dazu müssten erst noch einige Punkte genau festgelegt werden. So zum Beispiel „welche Merkmale dazu beitragen, dass Tiere leiden, nur damit wir sie dann niedlicher finden. Diese Eigenschaften müssen wir genau definieren. Und wenn wir das gemacht haben, kann das Verbot kommen“, so Adema.

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