Kommunikation mit dem Vierbeiner

Mit dem Hund spielen: Martin Rütter erklärt, weshalb Sie sich die Zeit nehmen sollten

  • Anne Hund
    VonAnne Hund
    schließen

Wer eine enge Bindung zu seinem Hund aufbauen will, darf ruhig auch mal mit ihm herumalbern. Tipps, wie Sie mit Ihrem Vierbeiner unkompliziert spielen können.

Die meisten Hunde lieben es, mit ihren Artgenossen zu toben. Sie sollten aber auch selbst mit ihnen spielen. Denn das Spielen ist Kennern zufolge für den Hund ein wichtiges Kommunikationsmittel, durch das sich die Bindung zwischen Vierbeiner und Mensch vertiefen beziehungsweise festigen lässt. Und das, im wahrsten Sinne des Wortes, auf ganz spielerische Weise.

Spielen Sie mit Ihrem Hund? Es gibt nicht nur Apportier- und Suchspiele

Dabei geht es nicht nur um die von vielen Hunden geliebten Apportier- oder Suchspiele, bei denen sie einen Dummy, den man für sie versteckt, finden und zurückbringen sollen. Oder auch das Stöckchen oder Ball werfen. Mit diesem Part des Spielens fördert man die Konzentrationsfähigkeit und übt mit dem Hund eine bestimmte Situation – und lobt oder belohnt ihn dafür mit einem Leckerli.

Auf spielerische Art und Weise kann man beim Hund Vertrauen schaffen. (Symbolbild)

Es gibt noch eine andere Art des Spielens mit dem Hund, das manche Besitzer möglicherweise manchmal vernachlässigen: das intuitivere, unkomplizierte Spielen, bei dem man zum Beispiel auf die Knie geht, den Hund sanft anstupst und ihm signalisiert, dass man mit ihm spielen will. Nimmt er die Anforderung an und rennt vor Ihnen weg, damit Sie ihm hinterherrennen, tun Sie ihm den Gefallen oder täuschen Sie es an. Er wird sich in der Regel erneut auf Sie zubewegen, und Sie reagieren wieder. So entsteht quasi eine aktive Kommunikation mit dem Hund auf Augenhöhe.

Warum es wichtig ist, mit dem Hund zu spielen – Tipps von Hunde-Profi Martin Rütter

„Ich erlebe oft, dass Hundebesitzer meinen, spielen muss mit einem Objekt verbunden sein. Und schon wird nach einem Stöckchen, einer Frisbeescheibe oder einem Ball Ausschau gehalten“, erklärte Hundetrainer Martin Rütter in einem Beitrag auf Stern.de aus dem Jahr 2019. „Dies stimmt absolut nicht“, ist Rütter überzeugt. „Man kann einfach nur herumtoben, raufen oder sich verstecken, es gibt viele Möglichkeiten jenseits von Apportierspielen.“

Sein Tipp: „Anfang und Ende der Spielphase bestimmen Frauchen oder Herrchen. Ausnahme: Wenn Ihr Hund eindeutige Signale zur Spielaufforderung zeigt, tun Sie ihm ruhig den Gefallen und gehen Sie darauf ein“. Denn, so erklärt der Hunde-Profi in dem Beitrag: „Spielen ist ein sozial verbindendes Element, und der Impuls dazu kann – genauso wie bei unseren Kindern – selbstverständlich von beiden Seiten kommen.“

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress.
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt.
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen.
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren.
Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Körperkontakt beim Spielen – Welpen suchen die Nähe

Auch der Körperkontakt spielt eine wichtige Rolle – nicht nur beim Spiel unter den Tieren, sondern auch bei der Interaktion zwischen Mensch und Hund. „Schmusen, Streicheln und Kontaktliegen sind wichtig für die Entwicklung einer vertrauensvollen und stabilen Mensch-Hund-Beziehung“, erklärte Rütter in dem Beitrag. Das gelte besonders im Welpenalter. Sein Tipp: „Legen Sie sich zu Ihrem Welpen auf den Boden und lassen Sie es zu, dass er Ihren Körper erkundet. Wenn er dabei auf Ihnen herumsteigt, macht das gar nichts. Im Gegenteil, es zeigt nur, dass er Ihnen mehr und mehr vertraut. Ist ein Vertrauensverhältnis einmal aufgebaut, wird alles andere zum Kinderspiel.“

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

Mehr zum Thema