Smart Stores

Verändert KI bald das Einkaufen? Was Discounter planen - und was Rewe zum Kamera-Verdacht sagt

  • Robin Dittrich
    VonRobin Dittrich
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Künstliche Intelligenz könnte schon bald das Einkaufen revolutionieren: Mit sogenannten „Smart Stores“ oder „24/7-Stores“ soll Personal überflüssig werden.

München – Steht eine Revolution im Lebensmittelhandel bevor? Könnten sogenannte „24/7-Märkte“ schon bald rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr einkaufen ermöglichen? Der Clou dabei: Diese Märkte würden gänzlich ohne Personal vor Ort auskommen und die Bezahlung teilweise automatisch ablaufen lassen.

KI könnte das Einkaufen verändern – bisher ist das Konzept nur für kleine Läden umsetzbar

Momentan gibt es in Deutschland mehr als 80 „Smart-Stores“, in denen auf Personal vollständig verzichtet wird. Auch Rewe betreibt zwei sogenannte Pick&Go-Filialen, in denen die Kunden mit Kameras gefilmt werden, um zu erfassen, welche Produkte aus den Regalen genommen werden – diese Art von Geschäften werden auch als Walk-In-Stores bezeichnet.

Rewe erklärt auf ihrer Webseite dazu: „Unsere Kameras merken sich nur, was du einpackst. Keine merkt sich dein Gesicht.“ Um Zugang zum Laden zu erhalten, müssen Kunden einen entsprechenden QR-Code am Eingang einscannen. Ein weiterer Vorteil: Mit der App wird beim Verlassen des Smart-Stores der Einkauf automatisch bezahlt.

Ähnlich wie beim Elektronikfachmarkt Conrad könnten Kunden bald auch in „Smart Stores“ von Robotern bedient werden.

In „Automated Boxes“ können Kunden ihren Einkauf über einen Terminal erledigen

Auf einem Bildungsevent der DHBW Heilbronn, den Retail Innovation Days, wurden ähnliche Konzepte für das zukünftige Einkaufen präsentiert. Neben Vorteilen für Kunden zielt die Einführung der Smart Stores auch darauf ab, Supermärkte und Discounter von Problemen wie steigendem Kostendruck und Personalmangel – worunter auch Arbeitnehmer massiv leiden können – zu entlasten. Bislang haben viele Märkte allerdings noch Bedenken hinsichtlich der hohen Investitionskosten, daher ist das Konzept bisher lediglich für kleine Läden mit Platz für etwa 700 Artikel umsetzbar.

Aktuell betreibt etwa das Start-up „Ape Inn“ mehrere elektronisch gesteuerte Kiosks, die Getränke und Snacks anbieten. Mithilfe einer zugehörigen App können Kunden Lebensmittel kaufen und aus einem Automaten entnehmen. Ähnlich funktioniert das Konzept „Automated Boxes“. Wie in modernen Fast-Food-Restaurants können Kunden über ein Terminal ihre Einkäufe erledigen. An einem Schalter wählen sie ihre gewünschten Produkte aus. Diese werden dann entweder von einem Roboter oder von Kassenbändern entnommen und dem Kunden zur Abholung bereitgestellt. Auch hier sind weder Personal noch eine traditionelle Kasse erforderlich.

In Offenburg können Kunden bereits in einem Walk-In-Store einkaufen

In Offenburg wird bereits ein Test-Store von Edeka namens E24/7 betrieben, den mehr als 1000 Kunden pro Woche nutzen. Vor allem in ländlichen Gebieten, in denen es an Supermärkten fehlt, könnten solche „Smart Stores“ eingesetzt werden.

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.

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