Bei Kaufland, Lidl und Co.
„Psycho-Tricks“ beim Einkaufen: Wie Farben unterbewusst auf Kunden wirken
VonLisa Kleinschließen
Damit Kunden bei Lidl, Kaufland und Co. möglichst viel einkaufen, arbeiten Supermärkte und Discounter mit teilweise einfachen, aber sehr wirksamen Tricks.
Supermärkte und Discounter haben vor allem ein Ziel: Möglichst viele Produkte an Kunden verkaufen. Vor allem die Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, sind Experten auf ihrem Gebiet – nicht ohne Grund ist der Lidl-Gründer Dieter Schwarz der reichste Deutsche. Damit Kunden im Supermarkt und Discounter mehr kaufen, als sie eigentlich benötigen, bedienen sich die Lebensmittelhändler teilweise an fiesen „Psycho-Tricks“.
So werden Kunden beispielsweise alleine schon durch den Einkaufswagen manipuliert. Doch auch Farben und Licht wirken sich auf das Unterbewusstsein und damit auf das Kaufverhalten aus. An welchen Tricks sich Lidl, Kaufland und Co. bedienen.
Farben beeinflussen Kunden: Rot fördert „impulsive Käufe“ und lenkt Aufmerksamkeit auf ein Produkt
echo24.de berichtete bereits über gemeine Tricks, die Kaufland, Lidl, Aldi und Co. nutzen. Dazu gehören der Geruch von frischen Backwaren in der Filiale, Musik und Temperaturen zum Wohlfühlen, kleine Waren im Kassenbereich und der generelle Aufbau der Filialen.
Kunden werden in Supermärkten und Discountern zum Beispiel auch durch rote und orangefarbene Angebotsschilder beeinflusst. Dabei weisen die Farben nicht immer auf ein echtes Schnäppchen hin. Sie schaffen auf jeden Fall eins: Aufmerksamkeit, die auf ein bestimmtes Produkt gelenkt wird. „Rot kann auch verwendet werden, um Dringlichkeit zu vermitteln und impulsive Käufe zu fördern“, schreibt die „Lebensmittelzeitung“.
Hin und wieder wird auch bei den Angeboten gemogelt, sodass ein Produkt als echtes Schnäppchen angepriesen wird – dabei sparen Kunden kaum bis nichts. Generell gibt es auch große Preisunterschiede von Filiale zu Filiale. Bei roten Preisschildern sollte also lieber genau hingeschaut, statt einfach zugegriffen werden.
Grün, Blau, Grau, Schwarz, Weiß – diesen Einfluss haben verschiedene Farben auf Kunden im Supermarkt
Auch Grün kommt laut „Lebensmittelzeitung“ gerne zum Einsatz, da die Farbe „oft mit Frische und Natürlichkeit assoziiert“ wird. Sie ist vor allem in der Frischeabteilung, bei Obst und Gemüse, zu finden. Orange sei eine „warme und einladende Farbe“, die etwa in Backabteilungen eine „einladende Atmosphäre“ schaffen kann.
Weiter erklärt die „Lebensmittelzeitung“, dass Blau eine „beruhigende Farbe“ ist: „In einem Supermarkt könnte diese Farbe zum Beispiel in der Gesundheits- und Wellness-Abteilung eingesetzt werden, um ein Gefühl von Wohlbefinden und Ruhe zu fördern“, heißt es. Die Farbe Grau wird mit „Sicherheit und Professionalität“ in Verbindung gebracht, weshalb sie etwa in Haushaltswarenabteilungen oder bei technischen Produkten zum Einsatz kommt.
„Schwarz vermittel Luxus“: Kunden sollen zu teureren Produkte greifen
Etwas, das bestimmt schon einigen aufgefallen sein dürfe: „Schwarz vermittel Luxus und Exklusivität“, erklärt die „Lebensmittelzeitung“. Produkte, die besonders hochwertig wirken sollen und gegebenenfalls auch deutlich teurer sind, haben oft eine schwarze Verpackung.
Weiß hingegen steht „für Reinheit und Einfachheit“ – und wird daher gerne in Milch-Abteilungen, zum Beispiel an der Kühltheke, eingesetzt.
Gelbes, rotes und blaues Licht lassen bestimmte Lebensmittel attraktiver erscheinen
„Farben in Geschäften wirken sich auf das Kaufverhalten aus“, erklärt die Verbraucherzentrale. Und die kommen auch beim Licht zum Einsatz. So wirkt bunt leuchtendes Obst und Gemüse am Ladeneingang „ansprechend und vermittelt eine angenehme Atmosphäre“. Und weiter: „Auch durch gefärbtes Licht erscheinen Lebensmittel frisch und qualitativ hochwertig. Fleisch wird häufig rötlich angestrahlt, Fischwaren wirken unter blauem Licht besser. Backwaren werden gerne unter gelblichem Licht präsentiert“.
Beim Einkauf Geld sparen: Welche Tipps und Tricks Verbraucher kennen sollten




Die Beeinflussung durch Licht und Farben passiert unterbewusst. Wer das nächste Mal einkaufen geht, kann einfach mal gezielt auf die „Psycho-Tricks“ achten. Vor allem, wer zwei Produkte in den Händen hält, dem wird eventuell auffallen, dass ein Produkt in schwarzem Design als hochwertiger eingestuft wird – und die Bereitschaft unterbewusst steigt, mehr Geld dafür zu zahlen.
Wer sich dessen bewusst ist, kann gegensteuern. Welche Tricks Kunden außerdem kennen sollten und wie gespart werden kann.
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