Größe, Griffe und Co.
Kunden werden ausgetrickst: So manipuliert der Einkaufswagen das Verhalten
VonMichaela Ebertschließen
Einkaufswagen sollen Kunden den Einkauf eigentlich erleichtern. Doch Supermärkte greifen immer öfter in die Trickkiste. Mit einigen Besonderheiten regen sie zum Mehrkauf an. Worauf geachtet werden sollte.
Der Einkaufswagen ist für viele vor allem eins: ein Mittel zum Zweck. Supermarkt-Kunden, die ihren Wocheneinkauf tätigen, kommen eher sehr selten um ihn herum. Denn häufig sieht es mit Alternativen es eher schlecht aus: In vielen Discountern werden keine tragbaren Körbe angeboten – leere Kartons als Einkaufshilfe zu nutzen, wird nicht in jedem Supermarkt gern gesehen.
Doch genau diese Monopol-Stellung der klassischen Einkaufswagen machen sich Supermärkte und Discounter wie Kaufland, Lidl und Co. zunutze – und wenden fiese Psycho-Tricks an. Allein durch die Form, das Design und die Handhabung der Wagen sollen Kunden dazu animiert werden, häufiger ins Regal zu greifen. echo24.de fasst zusammen, welche fiesen Geheimfunktionen den Einkaufswagen zum Top-Verkäufer machen.
Einkaufswagen statt Körbe – wie die Größe den Einkauf beeinflusst
Vielleicht ist es den ein oder anderen Supermarkt-Kunden schon aufgefallen: Auf dem Parkplatz vieler Supermärkte kann der Einkaufswagen in zwei Größen gewählt werden. Für die Händler gilt generell: umso größer, desto besser. Immerhin wirkt der Inhalt des Wagens in der größeren Version gleich ziemlich verloren. Kunden, die einen Wocheneinkauf planen, könnten somit schnell denken, sie hätten zu wenig.
Dass bei einigen Händlern wie zum Beispiel Lidl keine Körbe oder Trolleys angeboten werden, ist übrigens auch kein Zufall. Immerhin lassen sich darin noch weniger Waren verstauen, als in den kleineren Versionen der Einkaufswagen.
Fiese Geheimfunktion am Einkaufswagen: Bestimmtes Design beeinflusst Kaufverhalten
Auch das Design macht einen entscheidenden Unterschied beim Kaufverhalten vieler Supermarkt-Kunden. Viele Einkaufswagen sind deshalb mit einem abgeschrägten Boden konzipiert. Die Fläche fällt meist nach hinten, unten in Richtung des schiebenden Kunden ab.
Beim Einkauf Geld sparen: Welche Tipps und Tricks Verbraucher kennen sollten




Das hat den Zweck, dass der Inhalt des Wagens schneller aus dem direkten Blickfeld des Kunden rutscht. Auch hier liegt also wieder ein psychologischer Grund vor: Kunden sollen somit denken, dass sich weniger Produkte im Wagen befinden und daher häufiger ins Regal greifen.
Haltegriff am Einkaufswagen manipuliert Kunden: Wie sie zum Großeinkauf gelenkt werden
Das wird vielen Supermarkt-Kunden, wie zum Beispiel denen von Kaufland, zudem durch ein bestimmtes Anbauteil erleichtert: Die dort verwendeten Handgriffe sind nämlich nicht nur aus ergonomischen Gründen parallel und vertikal angebracht. Die Form der Griffe beansprucht die Muskeln auf eine bestimmte Weise, die einen positiven psychologischen Effekt auf das Einkaufsverhalten der Kunden hat.
Anders gesagt: Kunden, die einen Einkaufswagen mit horizontaler Querstange schieben, beanspruchen überwiegend den Trizeps – und nehmen laut Forschern dadurch eine Ablehnungshaltung ein. Durch die ergonomischen Haltegriffe wird das jedoch verhindert – Kunden sind schneller dazu bereit, ins Regal zu greifen.
Weitere praktische Geheimfunktionen am Einkaufswagen: Nur wenige Kunden kennen sie
Doch nicht alle Bauteile am Einkaufswagen sollen den Kunden zum Großeinkauf verleiten, einige sind schlichtweg funktioneller Natur – wie die praktischen Plastikecken innen und außen zum Beispiel. Auch hier hat echo24.de bereits die gängigsten Geheimfunktionen der Einkaufswagen entlarvt und in einer Übersicht zusammengefasst.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Collage echo24.de

