Hilfe beim Führerschein
Praktisch oder fiese Falle? So hilfreich sind Fahr-Assistenten bei der Führerschein-Prüfung
VonTobias Beckerschließen
Bei der praktischen Fahrprüfung auf dem Weg zum Führerschein sind elektronische Assistenten im Auto erlaubt. Doch diese werden schnell zum Stolperstein.
Die Führerscheinprüfung besteht aus dem Theorie-Test und der Praxisprüfung. Schon im theoretischen Test fallen immer mehr Menschen durch. Klar, manche Führerschein-Fragen haben es wirklich in sich, doch vielen fehlt einfach die Praxis, erklären Experten. Sie werden von den Eltern rumkutschiert, legen Wege weniger zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Fragen, die logische Antworten haben, können oft nicht richtig beantwortet werden.
Und apropos Praxis: Der zweite Teil der Prüfung scheint immer einfacher zu werden. Der Grund: Die im Auto vorhandenen Helfer können bei der Fahrprüfung genutzt werden! Ob Parkassistent, ACC oder die Warnung vor dem Verlassen der Spur – alles ist erlaubt. War früher das Einparken rückwärts bei vielen die größte Sorge, helfen heute Geräusche, Monitore und andere elektronischen Mittel. Ist das der Lappen für lau? „Nein“, sagen Experten!
Führerschein-Prüfung: Hilfsmittel im Auto werden zum Stolperstein
Wie „motor-talk.de“ schreibt, ist sogar das Gegenteil der Fall. Denn genau diese Hilfsmittel sind wie der Wolf im Schafspelz. Sie helfen, klar, können aber Stolpersteine sein, wenn sie nicht richtig genutzt werden. Schon vor einigen Jahren erklärte der TÜV Nord gegenüber „focus.de“, dass die Erlaubnis, diese Systeme einzusetzen, richtig sei, damit die Prüflinge den richtigen Einsatz lernen. Allerdings ist es eben wichtig, vom RICHTIGEN Einsatz zu sprechen.
Ein Beispiel: Der Park-Assistent erleichtert es zwar, Lücken zwischen parkenden Autos zu erkennen, aber Bordsteinkanten, Sträucher oder andere Gegenstände werden oft nicht zuverlässig erkannt. Autofahren ist nunmal komplex und kein Computerspiel. Ein anderes Beispiel: Die Abstandstempomaten. Manche erkennen anhand einer Kamera, welche Geschwindigkeit und Tempolimits gelten. Somit dürfte das „zu schnell“ nicht mehr zum Problem werden. Aber Autofahren ist auch situationsabhängig und da ist 120, obwohl zulässig, eventuell immer noch zu schnell.
Assistenten bei der Fahrprüfung: Der richtige Einsatz ist entscheidend
Den versteckten Flaschenöffner im Auto mal beiseite geschoben, sind viele Systeme im Auto hilfreich und sollen das Fahren erleichtern und sicherer machen. Aber: Es bedarf gerade für Fahranfänger häufig noch ein paar Zusatzübungen und die richtige Ausbildung. Diese wiederum kosten zwar zusätzlich Geld, dienen aber der Sicherheit des Fahrneulings, sollte dieser nicht ein gebrauchtes Auto älteren Modells zu Beginn seiner Fahrkarriere nutzen – diese haben manche System vielleicht noch nicht installiert.
Übrigens: Im Führerschein steht am Ende nicht drinnen, welche elektronischen Assistenten genutzt wurden in der Prüfung. Aber: Ob die Prüfung in einem Automatik-Auto abgelegt wurde, ist ersichtlich. Das Feld 12 auf der Rückseite des Führerscheins gibt so manch einen versteckten Hinweis. Wer einen solchen Vermerk im „Lappen“ hat, hat keine Erlaubnis zum Fahren mit Schaltgetriebe, heißt es bei „bussgeldrechner.org“.
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