Bestimmte Berufe stark betroffen

Gefahr durch Euro? Diese Münzen nicht zu lange berühren – Allergie droht

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Chemische Reaktionen in der Hand? Für manche Menschen können Münzen eine Gefahr darstellen. Nicht nur Allergiker müssen aufpassen.

Münzen sind nicht nur selten, wertvoll oder ein Zahlungsmittel. Die Geldstücke können sogar eine echte Gefahr darstellen. Betroffen sind nicht nur Sammler oder Liebhaber von Münzen. Vor allem Metallallergiker sollten sich schützen. Denn wer den Euro zu lange in der Hand hält, muss mit Konsequenzen rechnen.

Der Dermatologe Frank Nestle sagte der „Frankfurter Allgemeinen“, dass die verschiedenen Metalllegierungen der Münzen bei Kontakt mit dem Schweiß der Handflächen eine chemische Reaktion auslösen. Rötungen und juckende Bläschen können die Folge sein.

Die Ein-Euro-Münze besteht aus folgenden Materialien:

  • Der Kern besteht aus einer Kupfer-Nickel-Legierung
  • Der „goldene Ring“ ist überwiegend aus Messing (eine Legierung aus Kupfer und Zink)

Gefahr in Ein- und Zwei-Euro-Münzen – wer aufpassen sollte

Statt seltene 1-Euro-Münzen lange in der Hand zu halten, sollten die Taler also lieber schnell wegsteckt werden. Wer ganz normal bei Kaufland oder Lidl einkaufen geht, für den stellen die Münzen noch keine allzu große Gefahr dar, wie Nestle vermutet. Kritischer ist die Situation für Personen, die dauerhaften und direkten Hautkontakt mit Münzen haben. Betroffen sind zum Beispiel:

  • Bankangestellte
  • Kassierer
  • Mitarbeiter von Automaten-Services

Kassierer und Kunden sollten deshalb wissen, wie viel Münzen beim Bezahlen erlaubt sind. Durch die Verwendung bargeldloser Zahlungsmittel wie Kredit- und Debitkarten, Apps oder Banknoten kann der Kontakt mit Münzen vermieden werden. Insbesondere Allergiker können sich durch die Vermeidung von Münzen schützen. Doch die Wahrscheinlichkeit, auf seltene Fehlprägungen zu stoßen, wird dadurch verringert.

Das droht bei Kontakt mit Münzen: Gefahr durch verschiedene Materialien

Besonders um die Jahrtausendwende berichteten viele Medien von hohen Nickelwerten in Ein- und Zwei-Euromünzen. Nicht nur die „Frankfurter Allgemeine“, auch „Stern“ und „Spiegel“ gingen damals von etwa 300 Mal mehr Nickel aus, als von den EU-Richtlinien für Bedarfsgegenstände erlaubt. Für Allergiker eine mögliche Gefahr.

Die „Europäische Stiftung für Allergieforschung“ (ECARF) nennt folgende Symptome typisch für eine Nickel-Allergie:

  • Starker Juckreiz
  • Brennen
  • Schmerzen
  • Rötung
  • Schwellung
  • Papeln
  • Nässende Bläschen an der Kontaktstelle
  • Schuppung
  • Verdickung der Haut

Ob die Münzen eine Nickelallergie auslösen können, ist unter Experten umstritten, wie die „Frankfurter Allgemeine“ schreibt. Die „Deutsche Apothekerzeitung“ berichtet jedoch, dass Nickelallergiker beim Umgang mit Euro-Münzen vorsichtig sein und gegebenenfalls Handschuhe tragen oder die Münzen zumindest nicht lange in der Hand halten sollten.

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