Tipps für die Notlage
Gefahr langer Stromausfall: Wie sich Menschen darauf vorbereiten können
VonAdrian Kilbschließen
Michaela Ebertschließen
In Berlin legt ein Stromausfall zehntausende Haushalte lahm. Solche Notlagen sind auch woanders möglich. Welche Vorsichtsmaßnahmen Verbraucher ergreifen sollten.
In Berlin ist am Samstagmorgen, dem 3. Januar 2026, in 45.000 Haushalten und 2000 Unternehmen der Strom ausgefallen – der Grund ist ein Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal. An den meisten der betroffenen Anschlüsse fließt wohl erst am Donnerstag wieder Strom. Vermutet wird ein politisch motivierter Anschlag von Linksextremisten.
Aber auch andernorts kann der Ernstfall eintreten. Im Landkreis Heilbronn beispielsweise hat ein Stromausfall im Juni 2025 unzählige Haushalte lahmgelegt. Wie sich jeder Mensch auf so eine Notlage vorbereiten kann.
Berlin mehrere Tage ohne Strom: So lange sollte jeder Haushalt in der Notlage auskommen
Der Vizepräsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) fand zu einem Ernstfall, wie er jetzt in Berlin eingetreten ist, bereits Ende 2024 deutliche Worte. Sie haben nach wie vor nicht an Aktualität eingebüßt. „Bereiten Sie sich auf Notlagen vor“, erklärte René Funk damals gegenüber t-online. Er bezog sich damit auf einen lang anhaltenden Stromausfall, der sogar für einen vollständigen Ausfall der Infrastruktur sorgen könnte. Haushalte müssten dann mehrere Tage ohne Strom auskommen.
Jeder deutsche Haushalt sollte so gerüstet sein, dass er sich drei Tage lang selbstständig versorgen kann. Notlagen müssten nicht eintreten, seien aber immer möglich. Viele Menschen würden erst zu spät feststellen, was bei einem andauernden Stromausfall „alles nicht mehr funktionieren würde: das Licht, der Herd, in Teilen die Wasserversorgung, das Internet, die Geldautomaten.“
Den Grund für diese Warnung sieht der Katastrophenschutz-Chef in den steigenden Attacken auf die kritische Infrastruktur aus dem Ausland. Bereits jetzt sei Deutschland täglich einer Vielzahl hybrider Angriffe ausgesetzt. Laut Funk sollte Deutschland nicht nur aus militärischer Sicht verteidigungsfähig sein, sondern auch im Zivil- und Katastrophenschutz.
Vorbereitung auf eine Notlage: Was bei einem anhaltenden Stromausfall wichtig ist
Um nicht von einem solchen Angriff überrascht zu werden, hat das BBK auf seiner Internetseite bereits einen Leitfaden zusammengestellt, was bei einem andauernden Stromausfall zu tun ist. Zu einer guten Vorbereitung zählt demnach auch ein gut gefülltes Lebensmittel-Lager. Oftmals können das Konserven oder lang haltbare Lebensmittel sein. echo24.de hat bereits eine Liste zusammengefasst, was jeder vorsorglich im Haus haben sollte.
Besonders wichtig: Auch an ausreichend Trinkwasser sollte gedacht werden. Denn im Fall eines vollständigen Blackouts könnte auch das Wasser aus den Leitungen ausbleiben. Das BBK empfiehlt daher, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag und pro Person zu lagern. Überdies sind batteriebetriebene Lampen und Kerzen sinnvoll, um nicht im Dunkeln zu sitzen. Ausreichend Decken können bei einem Heizungsausfall helfen. Auch Bargeld und eine gut gefüllte Haushaltsapotheke sollten für den Notfall beiseite liegen.
Langanhaltender Stromausfall: BBK stuft Notlage als „reasonable Worst Case“-Szenario ein
Laut Funk sei es wichtig, sich mit einem solchen unangenehmen Szenario auseinanderzusetzen. „Wir haben in Deutschland lange von der Friedensdividende profitiert“, erklärt er gegenüber t-online. Einen flächendeckenden und anhaltenden Stromausfall schätzt das BBK als „reasonable Worst Case“-Szenario ein. Konkret heißt das: unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.
Rubriklistenbild: © Michael Ukas/dpa


