Experte mit frostigen Aussichten
Temperatursturz naht: Polarluft flutet Deutschland – Frostschäden drohen
VonAdrian Kilbschließen
Am Wochenende steht ein waschechter Kaltlufteinbruch bevor: Polarluft verteilt sich am Samstag in Deutschland. Es besteht die Gefahr von Bodenfrost.
Sommerlich-warm präsentierte sich der Freitag in Deutschland: Das „Hoch Noemi gibt wirklich Vollgas“, in weiten Teilen der Bundesrepublik wird die 20-Grad-Marke geknackt. Im Südwesten kratzt das Thermometer sogar an der 25-Grad-Marke – womit wir schon Anfang April den ersten Sommertag hätten, erklärt Meteorologe Lars Dahlstrom von Kachelmannwetter.
Am Wochenende steht allerdings dann ein Kaltlufteinbruch bevor: Am Wochenende erreicht uns nochmal richtig kalte Polarluft und es kommt ein Luftmassenwechsel, kündigt Wetterexperte Dahlstrom an. In der Nacht auf Samstag komme die Wetterumstellung so langsam richtig in Gang. Die Kaltfront erreicht allmählich den Nordosten des Landes. Dichtere Schleierwolken verteilen sich im Norden, Osten und östlichen Mittelgebirgsraum bei der Oberlausitz.
Temperatursturz in Deutschland mit „kältester Luft in dieser Jahreszeit“
Niederschlag werde es voraussichtlich nicht geben, weil es sich um eine thermische Wetterumstellung handelt. Das heißt: Die Temperaturen und Luftmassen fühlen sich deutlich kälter an, als sie eigentlich sind. Wettermäßig verändert sich erstmal nicht viel. Am Samstagnachmittag verteilt sich die kalte Polarluft dann in Deutschland und erreicht am sehr späten Samstagabend auch den Südwesten. „Es ist die kälteste Luft, die uns in dieser Jahreszeit erreichen kann“, prognostiziert Dahlstrom von Kachelmannwetter.
Bodenfrostgefahr und kleine Aussicht auf Flocken: So frostig wird es Samstagnacht
Im Nordosten kommt die Kaltluft am Samstagmorgen an, hier gibt es einen deutlichen Temperatursturz mit Werten am Tage im nur noch einstelligen Bereich. Es weht ein böiger Nordostwind, der am Nachmittag auch den Osten erfasst.
Im Süden und Westen merken die Bürger zunächst noch nichts vom Luftmassenwechsel, weil die Regionen noch vor der Kaltfront liegen. Vom Rheinland bis runter zum Südwesten sind laut Kachelmannwetter am Samstag nochmal Temperaturen bis 23 Grad möglich – während im Nordosten lediglich einstellige Werte herrschen.
Die Nacht auf Sonntag wird vor allem im Osten frostig werden, mit Temperaturen von bis zu minus vier Grad. Es besteht die Gefahr für Bodenfrost. Im Alpenraum können sich in höheren Lagen einzelne Flocken bilden, in Mecklenburg-Vorpommern kann es Schneeregen geben.
„Flächige Frostnacht“: Wo kurz vor Wochenbeginn bis zu minus acht Grad möglich sind
Am Sonntag ist es in ganz Deutschland dann nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) „merklich kühler“. Im östlichen Bergland bildet sich tagsüber leichter Frost. Auch im Südwesten gibt es einen Temperatursturz und frischen, stark böigen Nordostwind. Dieser Wind verhindert, dass es noch stärker auskühlt und die noch Temperaturen noch heftiger in den Keller rauschen, erklärt Kachelmannwetter-Meteorologe Dahlstrom. Die polare Luft fühle sich aber gerade im Schatten sehr frisch an.
Die Nacht auf Montag wird dann eine „recht flächige Frostnacht werden“, so Dahlstrom. Im Westen liegt die Frostgefahr bei maximal minus drei, in Schleswig-Holstein bei minus fünf Grad. Im Osten und in Bayern krachen die Werte auf bis zu bis minus sechs Grad in den Keller. In den Alpen sowie den östlichen Mittelgebirgen, also dem Erzgebirge, dem Bayerischen Wald und dem Fichtelgebirge, sind sogar bis zu minus acht Grad möglich. „Wo bereits Obstbäume blühen, kann es zu Frostschäden kommen“, warnt Dahlstrom.
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