Viel Sonne, wenig Nebel
„Altweibersommer kommt auf Touren“: Temperaturen klettern auf bis zu 27 Grad
VonAdrian Kilbschließen
Es wird noch einmal warm in Deutschland: Luftmassen aus dem Osten bescheren uns einen schönen Altweibersommer, der auch am Wochenende „voll zum Tragen kommt“.
Bereits zum Wochenanfang schwenkte das Wetter in Teilen Südwestdeutschlands um. Aber die warmen Tage stehen uns diese Woche erst bevor. „Der Spätsommer kommt nach und nach auf Touren“, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung von „Wetter.net“. Schon am Dienstag gebe es Temperaturen von 25 Grad bis 28 im Osten Deutschlands dank warmer Luftmassen aus Polen.
In den kommenden Tagen strömen die Luftmassen auch in der restlichen Bundesrepublik aus. Vor allem der Westen sei dann deutlich erwärmt durch Höhenluft. In der Kölner Bucht erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 25 Grad. „Es setzt sich bestes Altweibersommerwetter durch“, sagt Wetterexperte Jung.
„Altweibersommer kommt voll bei uns zum Tragen“ – Temperaturen von bis zu 27 Grad erwartet
In Sachen Hochwasser gibt es erstmal eine Pause. Die Elbe bei Dresden beispielsweise macht laut Dominik Jung keine großen Sprünge mehr nach oben und erreicht maximal noch Warnstufe drei. Am frühen Mittwochmorgen wurden in der Elbe 5,98 Meter gemessen. Damit liegt der Wert knapp vor der Sechs-Meter-Marke, die die dritte Alarmstufe einleitet. Allerdings falle jetzt fünf bis sieben Tage kein Niederschlag mehr und es bleibe komplett trocken, womit mit einem weiteren Anstieg nicht zu rechnen sei.
Stattdessen bilden die Hochs „Serkan“ und „Quentin“ nach und nach eine Art Hochdruckbrücke über Westeuropa und sorgen für freundliches Sommerwetter. Die Temperaturen klettern im Norden Baden-Württembergs am Mittwoch auf bis zu 27 Grad und am Donnerstag auf bis zu 26 Grad. „Der Altweibersommer kommt somit voll bei uns zum Tragen“, sagt Meteorologe Dominik Jung. Der Ostwind verhindere zudem eine dichte Hochnebelbildung – „womit die Sonne so richtig zur Geltung komme in vielen Regionen“.
Spitzenwerte bis zu 25 Grad am Wochenende: Meteorlogen sagen schönen Altweibersommer hervor
„Die Temperaturen steigen in den nächsten Tagen von Osten her mit der trockenen Kontinentalluft wieder an. Am Mittwoch wird es in der Nordhälfte verbreitet spätsommerlich warm“, prognostiziert auch „Kachelmannwetter“. Am Rande eines großen Nordeuropahochs liege Deutschland in einer meist trockenen und warmen Ostströmung.
Die Temperaturen steigen in den nächsten Tagen von Osten her mit der trockenen Kontinentalluft wieder an. Am Mittwoch wird es in der Nordhälfte verbreitet spätsommerlich warm. /LDhttps://t.co/EzUsGbaguo
— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) September 16, 2024
Und auch das Wochenende soll nochmal herrlich für Wanderungen und Fahrradtouren werden. Im Nordosten Deutschlands halten sich bis Montag nach Angaben von „Wetter.net“ konstant Spitzenwerte von bis zu 25 Grad. „Dass der eigentliche Sommer vorbei ist, merkt man allerdings an den bereits langen Nächten, in denen es kräftig abkühlen kann", sagte Meteorologe Adrian Leyser vom DWD.
Altweibersommer ist frühherbstliche Hochdrucklage bis Anfang Oktober
Unter Altweibersommer verstehen die Meteorologen eine frühherbstliche Hochdrucklage, die sich häufig zwischen Mitte September und Anfang Oktober bildet. Der 100-jährige Kalender sagt, mit welchem Wetter normalerweise in dieser Zeitperiode zu rechnen ist. Da es dann tagsüber warm und trocken ist, nachts aber kühl, hängen am Morgen oft Tautropfen an Spinnweben und lassen sie im Sonnenlicht schimmern.
Unklar ist, woher der Name kommt. Eine Theorie besagt, dass die antiken Schicksalsgöttinnen gemeint sind - so wie Spinnen ihre Netze weben sie die Lebensfäden der Menschen. „Die Bezeichnung Altweibersommer erscheint aus meteorologischer Sicht weder frauenfeindlich noch despektierlich“, erklärt dazu der DWD.
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