Warnung vor Glätte
„Heftiger Eisregen“ droht Deutschland lahmzulegen – Blackouts möglich
VonAdrian Kilbschließen
Am Mittwoch und Donnertag droht Glatteis in Deutschland. Schuld daran ist vor allem gefrierender Regen, der stundenlang über den Südwesten niederprasseln soll. Strom- und Oberleitungen drohen auszufallen.
Ein gefährliches Gebräu aus Schnee, Regen und Kälte sorgt im Südwesten für glatte Straßen und zahlreiche Unfälle. In der Region Heilbronn krachte es bereits von Montagmittag bis Dienstagmorgen mehr als 170-mal. Auch am Mittwoch droht laut dem „Deutschen Wetterdienst“ Glatteisgefahr in ganz Baden-Württemberg. Und am Donnerstag könnte sich die Wetterlage nochmals verschärfen.
Laut Großwetterkarte sorgt das Hoch Bonifaz am Dienstag kurzzeitig für etwas Beruhigung. Am Mittwoch bringt dann aber das Tief Gertrud eine Warmfront nach Deutschland. Das Tief führt ungewöhnlich warme Luftmassen mit sich, die bis zu 20 Grad wärmer sind als die derzeitige Winterluft in Deutschland. Wenn diese warmen Luftmassen auf die kalte Polarluft in Deutschland treffen, kommt es zu unterschiedlichen Formen von Niederschlag.
In Baden-Württemberg droht großes Glatteischaos – dann folgt Tauwetter
m Norden äußert sich in das länger anhaltenden und teils ergiebigen Schneefällen. Im Südwesten des Landes hält sich dagegen zäh eine Kaltfront, am frühen Mittwoch zieht gefrierender Regen über Baden-Württemberg auf. In Kombination mit den frostigen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sei großes Glatteischaos möglich. Regional schlagen bereits die Warn-Apps Alarm – in Heilbronn etwa drohen „Eispanzer“ und „extremes Glatteis“.
Am Mittwochabend drücken die kalten Luftmassen die Schneefallgrenze dann auch in den Südwesten. Es bildet sich erneut Glatteis. Der DWD warnt vor starken Verkehrsbehinderungen.
Heftiger Eisregen über Deutschland – Stromleitungen drohen auszufallen
Donnerstag droht dann ganz Deutschland im Schnee zu versinken. „wetter.net“ erwartet bis zu 20 Zentimeter Neuschnee auch in tieferen Lagen. Viele Teile Deutschlands, gerade in der Landesmitte, drohen lahmgelegt zu werden.
„Am Donnerstag gibt es einen deftigen Wintereinbruch mit starkem Schneefall und heftigen Eisregen“, prognostiziert auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung von „wetter.net“. Gerade von dem Eisregen gehe eine hohe Gefahr aus. Der könnte in der Landesmitte über Stunden an Ort und Stelle herunterkommen.
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„Da gefriert wirklich alles fest“, erklärt Wetterexperte Jung. Das gelte auch für die Strom- und Oberleitungen – mit möglicherweise verheerenden Folgen. So könnte es zu sogenannten Blackouts, also großflächigen Strom- und Mobilfunkausfällen kommen.
Am Samstag lockt die Sonne
Spätestens am Samstag ist das Schlimmste allerdings erstmal überstanden. In Baden-Württemberg können sich die Menschen auf Sonne und Temperaturen über dem Gefrierpunkt freuen. Der Himmel klart sich auf und es bleibt überwiegend trocken.
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