Hitzewelle

Wetter-Phänomen „El Niño“ droht – Experten warnen vor neuen Hitzerekorden

Das Wetterphänomen El Niño soll im Jahr 2023 zurückkehren. Wetterexperten rechnen mit neuen Temperaturrekorden und Extremwetterereignissen.

Wer sich aufgrund der lang anhaltenden winterlichen Temperaturen auf einen milden Sommer gefreut hat, wird enttäuscht sein: Der Sommer 2023 hält vermutlich extreme Hitze für uns offen und könnte sogar einen neuen Rekord aufstellen. Die Weltwetterorganisation rechnet mit einem weiteren Temperaturanstieg, der außerdem das bevor stehende Wetterphänomen „El Niño“ weiter verstärken könnte.

„El Niño“ bereits in diesem Jahr – droht ein neuer Hitzerekord?

Die letzten Jahre sorgte das Wetterphänomen „La Niña“ dafür, dass die Meeresoberflächen eher kühl blieben. Dadurch hätten auch die Temperaturen milder bleiben sollen. Karsten Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) beobachtete jedoch: „Trotz einer nun schon drei Jahre andauernden „La Niña“-Phase bewegen sich die globalen Mitteltemperaturen auf einem sehr hohen Niveau“.

Wetterphänomene „El Niño“ und „La Niña“ kurz erklärt

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) versteht man unter „El Nino“ eine sogenannte „Zirkulationsanomalie“. Dabei findet eine Temperaturveränderung der Meeresoberfläche statt, die weltweit Auswirkungen auf das Wetter hat. Das Wetterphänomen stellt dabei eine Phase dar, in der Regionen im Pazifik sehr hohe Wassertemperaturen aufweisen. Im Gegenteil dazu ist „La Niña“ die eher kalte Periode, die dafür sorgt, dass die oberen Wasserschichten des Ostpazifiks stark abkühlen. Die beiden Phänomene wechseln sich im Schnitt alle drei bis vier Jahre ab.

Die Weltwetterorganisation rechnet nun jedoch wieder mit dem Eintreten von „El Niño“. Zuletzt war das Phänomen 2018 und 2019 zu beobachten. Doch das Wetterphänomen soll mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent bereits in diesem Jahr wieder eintreten, und könnte zu neuen Hitzerekorden führen. Nach einem „El Niño“-Phänomen steigt die globale Temperatur nämlich vorübergehend um ein bis zwei Zehntel an. Was nach nicht viel klingt, ist jedoch ausreichend, um die 1,5-Grad-Grenze von Paris zu knacken.

Diese Gefahren bringt das „El Niño“-Phänomen

Wie „3Sat“ berichtet, steigt die globale Temperatur nach einem „El Niño“-Phänomen vorübergehend um ein bis zwei Zehntel an. Was nach nicht viel klingt, ist jedoch ausreichend, um die 1,5-Grad-Grenze von Paris zu knacken. Diese Erwärmung könnte starke Auswirkungen auf die Menschheit und die Natur haben. Die Meerestemperaturen waren bereits in diesem April wohl so hoch wie noch nie zuvor. Ganze 21,1 Grad warm war das Wasser im Durchschnitt.

Durch die Erwärmung der Ozeane entstehen meist Extremwetterereignisse wie tropische Regenstürme oder extremer Niederschlag. Auch für die Tierwelt kann das warme Wasser verheerende Folgen haben. Besonders Korallenriffe, die empfindlich auf Temperaturveränderungen reagieren, werden gefährdet und können sterben. Wetterexperten können bislang noch nicht einschätzen, wie lange das Wetterphänomen andauern und welche Folgen es genau haben wird.

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