Wetterdienst warnt

Jahrhunderthochwasser droht in Baden-Württemberg – hier gilt Alarmstufe Rot

  • Melissa Sperber
    VonMelissa Sperber
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Durch den anhaltenden Regen sind in Teilen Baden-Württembergs laut Hochwasservorhersagezentrale Jahrhunderthochwasser möglich. Erste Kommunen treffen Vorbereitungen.

Die Unwetterlage in Baden-Württemberg spitzt sich zu. Für weite Teile des Landes gilt seit Freitagmorgen Alarmstufe Rot: Der „Deutsche Wetterdienst“ DWD) warnt vor „ergiebigem Dauerregen“ bis Montag, 0 Uhr. Dabei werden Niederschlagsmengen bis zu 120 l/m² erwartet – mit Folgen. Experten halten Hochwasser für möglich, wie sie nur einmal in 100 Jahren zu erwarten sind.

„Unwetterartige Niederschlagsmengen“ in Baden-Württemberg erwartet – Jahrhunderthochwasser möglich

Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe teilte am Freitagmittag mit, dass insbesondere im Raum Oberschwaben eine Ausbildung von 50- bis 100-jährlichen Hochwassern denkbar sei. Dadurch könnte es zu größeren Überflutungen kommen.

Die HVZ geht einer Hydrologin zufolge davon aus, dass die Hochwasser in der Nacht von Freitag auf Samstag ihr Maximum erreichen. Wie groß die Hochwasser genau ausfallen, lasse sich jetzt noch nicht schätzen, erklärte sie. Es komme auf den tatsächlichen Niederschlag an. Es sei damit zu rechnen, dass die Pegelstände auf einem sehr hohen Niveau bleiben, nachdem sie ihr Maximum erreicht haben. 

Hochwasser-Gefahr in Baden-Württemberg: Tief bringt unwetterartige Regenmengen

Der DWD erwartet vor allem im Osten Baden-Württembergs unwetterartige Niederschlagsmengen. Ein Tief bringe immer wieder neuen Nachschub an Regen, erklärte ein DWD-Meteorologe am Freitag. Das zeigen auch Wetterkarten bei „Kachelmannwetter“.

So gilt beispielsweise für den Stadt- und Landkreis Heilbronn und auch den Hohenlohekreis die Unwetterwarnung Stufe 3. Die Feuerwehren in Heilbronn und Gundelsheim bereiten sich auf mögliche Hochwasser-Einsätze vor, die die „Heilbronner Stimme“ berichtet.

In Teilen Baden-Württembergs wie im Kreis Esslingen, Göppingen oder auch dem Ostalbkreis gilt dagegen bereits die höchste Warnstufe 4 (Stand 15:31 Uhr) wegen extrem ergiebigen Dauerregens. „Da fällt quasi eine Monatsmenge Regen innerhalb von zwei Tagen“, sagte ein DWD-Meteorologe am Freitagnachmittag. „Es ist vergleichbar mit den Regenmengen, die vor Kurzem im Saarland herunterkamen.“

Große Hochwasser in östlichen Neckarzuflüssen möglich: Erms, Fils, Rems und Kocher betroffen

Nach HVZ-Angaben sind in den Donau- und Bodenseezuflüssen im Raum Oberschwaben im Verlauf von Freitag bis etwa Samstagmittag teilweise sehr große Hochwasser zu erwarten – teils deutlich über 50-jährlich. Das betrifft beispielsweise die Bodenseezuflüsse Schussen und Argen sowie die Donauzuflüsse Riss und Rot.

Nach heftigem Starkregen: Neckar tritt in Lauffen über Ufer – Pegel knackt 5-Meter-Marke

In Lauffen am Neckar im Landkreis Heilbronn ist der Neckar über die Ufer getreten.
Der „Deutsche Wetterdienst“ warnte am Donnerstag und Freitag vor teils heftigem Starkregen – auch in der Heilbronner Region.
Mit Folgen: Die Pegelstände vieler Bäche und Flüssen stiegen teils stark an.
So auch der Neckar bei Lauffen. Der Pegel hat am Samstag laut Hochwasservorhersagezentrale die Fünf-Meter-Marke überschritten.
Nach heftigem Starkregen: Neckar tritt in Lauffen über Ufer – Pegel knackt 5-Meter-Marke

Mit großen Hochwassern – über 20 jährlich, teils über 50-jährlich – ist der HVZ zufolge in den östlichen Neckarzuflüssen wie Erms, Fils, Rems und Kocher zu rechnen. Im Verlauf von Samstag auf Sonntag können sich demnach große Hochwasser an den Neckarpegeln Gundelsheim und Heidelberg ausbilden. Zudem seien zwei- bis zehnjährliche Hochwasser am Hoch- und Oberrhein möglich. 

Vorbereitungen auf mögliche Hochwasser laufen: Mannheim und Heidelberg richten Umleitungen ein

Kommunen bereiten sich auf die möglichen Hochwasser bereits vor. Die Stadt Mannheim erwartet laut Mitteilung einen Pegelstand von etwa 7,50 Meter am Sonntag, am Freitagmittag war er demnach noch bei 4,60 Meter. Zufahrten zu Rhein und Neckar würden gesperrt.

In Teilen Baden-Württembergs muss nach anhaltendem Regen mit Hochwasser gerechnet werden.

Auch die Stadt Heidelberg rechnet laut Mitteilung mit einem Anstieg des Pegelstands im Neckar auf eine Höhe zwischen 4,50 und 5 Metern. Auch dort würden unter anderem Umleitungen eingerichtet und Sandsäcke an Anwohner ausgegeben. Wer bei Starkregen mit dem Auto unterwegs ist, sollte unbedingt den Fahrstil anpassen, um Unfälle zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © David Young, dpa/ Screenshot: DWD/ Collage: echo24.de