Warm anziehen
„Achterbahnfahrt der Temperaturen“: Wie lange sich die eisige Kälte in Baden-Württemberg hält
VonNadja Öffnerschließen
Eisige Kälte strömt nach Baden-Württemberg und vor allem nachts herrscht Dauerfrost. Wie lange sich die strammen Temperaturen im Ländle halten, verrät Meteorologe Dominik Jung.
Stuttgart - Nach wochenlangen milden und fast frühlingshaften Temperaturen fühlt es sich beim Wetter in Baden-Württemberg nun so an, als wäre die Eiszeit ausgebrochen. Frostige Kälte und stellenweise Schnee beherrschen seit Sonntag den Süden. Und der plötzliche Wetterwechsel hat noch einiges zu bieten.
Die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt steigern gleichzeitig die Chancen auf Schnee. Nach den derzeitigen Vorhersagen der Wettermodelle wird sogar mit einem schieren Winter-Wahnsinn im Südwesten gerechnet. Der stramme Ostwind lässt uns wohl noch eine Weile bibbern.
„Achterbahnfahrt bei den Temperaturen“ in Baden-Württemberg
Kalte Luftmassen aus Osteuropa strömen nach Deutschland und durch den Wind fühlen sich die Temperaturen deutlich kälter an, als sie eigentlich sind, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. In der Nacht von Montag auf Dienstag (9. Januar) sinken die Werte in Baden-Württemberg auf bis zu minus 9 Grad ab. Tagsüber kann sich zwar die Sonne weitestgehend durchsetzen, es werden jedoch gerade mal Höchstwerte von minus 7 bis 0 Grad erreicht. Richtung Mittwoch, Donnerstag und Freitag wird es dann wieder etwas milder bei maximal 3 Grad.
| Stadt | 9. Januar | 10. Januar | 11. Januar | 12. Januar |
|---|---|---|---|---|
| Stuttgart | -6 bis -2 Grad | -6 bis -2 Grad | -5 bis -2 Grad | -4 bis -1 Grad |
| Mannheim | -5 bis -1 Grad | -5 bis -1 Grad | -5 bis 0 Grad | -4 bis 0 Grad |
| Heidelberg | -5 bis -2 Grad | -5 bis -1 Grad | -6 bis -1 Grad | -6 bis -1 Grad |
| Karlsruhe | -5 bis -2 Grad | -5 bis -1 Grad | -6 bis -1 Grad | -6 bis -1 Grad |
| Heilbronn | -5 bis -2 Grad | -5 bis -1 Grad | -5 bis 0 Grad | -4 bis 0 Grad |
| Ludwigsburg | -6 bis -2 Grad | -5 bis -1 Grad | -5 bis -1 Grad | -4 bis 0 Grad |
| Esslingen am Neckar | -5 bis -1 Grad | -5 bis -1 Grad | -5 bis -1 Grad | -3 bis 0 Grad |
| Ulm | -7 bis -4 Grad | -6 bis -3 Grad | -6 bis -1 Grad | -4 bis -3 Grad |
| Freiburg im Breisgau | -5 bis -1 Grad | -4 bis -1 Grad | -5 bis -2 Grad | -5 bis -1 Grad |
(Quelle: wetter.com, Stand vom 8. Januar)
Am Wochenende gestalte sich das Wetter im Südwesten spannend, es beginne eine „Achterbahnfahrt bei den Temperaturen“, sagt der Wetter-Experte. Zunächst liegen die Höchstwerte zwischen minus 2 bis 5 Grad und vereinzelte Schneefälle bis in tiefe Lagen sind möglich. Am Montag (15. Januar) könnte sich eine Luftmassengrenze aufbauen, die in der Mitte des Landes für viele weiße Flocken sorgt. Ab Mittwoch (17. Januar) werde es dann wieder wärmer bei Werten von minus 1 bis 8 Grad, ehe es am Donnerstag (18. Januar) mit Temperaturen zwischen minus 5 und 1 Grad erneut deutlich kälter sei, berichtet Jung.
Dauerfrost zieht sich durch den Januar – Wo bildet sich die schneereiche Luftmassengrenze?
Die Ensemble-Prognosen für den Süden Deutschlands bis zum 23. Januar zeichnen ein ähnliches Bild. Bis zum 13. Januar liegt das Temperaturmittel im Dauerfrostbereich, dann kurzzeitig über 0 Grad, bevor es schließlich wieder unter den Gefrierpunkt rutscht. Ab dem 15. Januar rechnen die Wettermodelle mit einer Schnee-Offensive im Ländle, denn hier kommen zu den tiefen Temperaturen auch Niederschläge hinzu.
Aktuell liege die schneereiche Luftmassengrenze laut dem amerikanischen Wettermodell GFS vor allem über dem Norden Baden-Württembergs. Dort könnten bis zu 30 Zentimeter Schnee fallen. „Aber das Ganze ist natürlich mit größter Vorsicht zu nehmen“, mahnt Meteorologe Jung. Wo sich diese Luftmassengrenze genau bilde, könne noch nicht genau vorhergesagt werden. Sie könne sich durchaus noch verschieben oder sogar ausbleiben, heißt es. Winterlich geht es dennoch erstmal weiter.
Rubriklistenbild: © Fotomontage BW24/dpa/Wolfgang Kumm/Screenshot YouTube/wetter.net


