Alte Bauernregeln
100-jähriger Kalender verrät Wetter an den Eisheiligen – so kalt wird es
VonAdrian Kilbschließen
Im Mai kann es erfahrungsgemäß nochmals richtig kalt werden. Hobbygärtner sollten deshalb Bescheid wissen, was der hundertjährige Kalender zu den Eisheiligen sagt.
Ein frühsommerlicher Frühling wird von vielen Menschen in Deutschland heiß herbeigesehnt und die Vorzeichen, dass ein Rekord-Frühling im Anmarsch ist, stehen nicht schlecht. Genau drei Wochen nach Ostersonntag, für den der hundertjährige Kalender eine eigene Prognose bereithält, beginnen die Eisheiligen 2025.
Vom 11. bis zum 15. Mitte Mai erstrecken sich diese besonderen Tage, die vor allem für Hobbygärtner eine herausragende Bedeutung haben. Vor dem 16. Mai sollten sie bestimmtes frühempfindliches Gemüse wie Tomaten, Zucchini, Gurken oder Bohnen nicht im häuslichen Garten anpflanzen. Doch wie wird eigentlich das Wetter an diesem seit Jahrhunderten bekannten Lostagen?
Gibt es Frost an den Eisheiligen 2025? 100-jähriger Kalender gibt klare Prognose
Die Eisheiligen gehen auf alte Bauernregeln des hundertjährigen Kalenders zum Frost zurück. Erfahrungen und Wetterbeobachtungen von Hunderten von Jahren sind darin eingeflossen. Laut diesen Bauernregeln ist die Bildung von frostigen Tiefdruckgebieten in der ersten Mai-Hälfte wahrscheinlich. Warme Luftströmungen wandern vom Festland Richtung Norden. Stattdessen treibt es eiskalte Luftströmungen aus den nördlichen Polargebieten zum Festland. „In sternenklaren Nächten kann es vielerorts sehr kalt werden und die Temperaturen können unter null Grad sinken“, informiert Eisheilige.info.
Was ist der 100-jährige Kalender?
Der hundertjährige Kalender, auch Wetterkalender oder Bauernkalender genannt, beruht auf den Erfahrungen und Beobachtungen der Menschen und der Konstellation der Planeten. Ein Abt, Mauritus Knauer, verfasste den Kalender im 17. Jahrhundert, um Wettervorhersagen treffen und Wetterphänomene ankündigen zu können. Der Kalender und seine Prognosen sind nicht wissenschaftlich belegt, erfreuen sich aber großer Beliebtheit.
Hobbybauern drohen in ungünstigen Lagen nächtlicher Bodenfrost, weshalb frostempfindliche Pflanzen wie beispielsweise Geranien, Begonien oder Petunien vor allem in gefährdeten Gebieten erst in der zweiten Maihälfte ins Freie gesetzt werden sollten. Schlimmstenfalls können während den Eisheiligen die Blüten erfrieren und ein Kälteeinbruch die Ernte zerstören.
Extreme Kälte im Mai laut Bauernregeln wichtiger Indikator für Bauern und Winzer
Laut dem hundertjährigen Kalender soll es vom 7. bis 16. Mai und damit auch an den Eisheiligen, viel Regen in Deutschland geben. Bezugnehmend auf die Eisheiligen heißt es in der Wettervorhersage des hundertjährigen Kalenders: „Pankratius, Servatius, Bonifatius, der Winzer sie beachten muss: Geh’n sie vorüber ohne Regen, bringt’s dem Weine großen Segen.“
Auch extreme Kälte Mitte Mai ist laut den Bauernregeln ein Indikator, wie gut der Wein und die Ernte wird. So lautet eine weitere Weisheit: „Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer juchhei.“ Kurz vor den Eisheiligen, Anfang Mai, könnte laut dem 100-jährigen Kalender die erste Hitzewelle über Deutschland hereinbrechen.
Wann es im Mai laut hundertjährigem Kalender Kälteeinbruch geben kann
Im Zeitraum der Eisheiligen kommt es laut dem hundertjährigen oftmals zu unerwarteten Kälteeinbrüchen. Die Bauernregeln sind durch die Verschiebung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender genau genommen erst zehn Tage später vom 21. bis zum 25. Mai anzuwenden. Aus meteorologischer Sicht erfolgt ein Kälteeinbruch meist um den 23. Mai, erklärt der hundertjährige Kalender.
An diese fünf historischen Persönlichkeiten wird an den Eisheiligen gedacht und so lauten die Bauernregeln dazu:
- 11. Mai: Mamertus: Mamerz hat ein kaltes Herz.
- 12. Mai: Pankratius: Wenn‘s an Pankraz friert, wird im Garten viel ruiniert.
- 13. Mai: Servatius: Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.
- 14. Mai: Bonifatius: Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
- 15. Mai: Sophia (auch Kalte Sophie genannt): Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
In Norddeutschland gelten nur Mamertus, Pankratius und Servatius als Eisheilige. Im Süddeutschland zählen auch Bonifatius und die Kalte Sophie mit dazu. Dafür beginnen die Eisheiligen hier erst am 12. Mai. Grund für diese eintägige Differenz nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der Zeitraum, den die Kaltluft benötigt, um sich von Norden nach Süden auszubreiten.
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