Regenmassen treffen auf Baden-Württemberg

Kritischer Pegelstand auf dem Rhein: Schifffahrt wegen Hochwasser eingestellt

  • Michaela Ebert
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Auf dem Rhein geht am Dienstag nichts mehr. Aufgrund des Hochwassers ist die Schifffahrt eingestellt worden. Regenmassen und Schneeschmelze hatten für die kritischen Pegelsände gesorgt.

Eine Regenfront nach der anderen zieht derzeit über den Südwesten. Bis zum dritten Advent könnten im Schwarzwald noch Regenmassen bis zu 80 Liter pro Quadratmeter fallen, wie Wetter-Experte Dominik Jung erklärt. Hinzu kommt die Schneeschmelze, die für Wassermassen in den baden-württembergischen Flüssen sorgt.

Auf dem Rhein geht deshalb nichts mehr. Die Schifffahrt sei am Dienstag eingestellt worden. Der dafür ausschlaggebende Wasserstand von 7,50 Metern sei am Vormittag überschritten worden, teilte der Erste Hafenmeister der Karlsruher Rheinhäfen gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) mit. Der Pegelstand am Rhein bei Karlsruhe könnte in den kommenden Tagen noch weiter ansteigen.

Dauerregen und Schneeschmelze: Flusspegelstände im Südwesten steigen

Mit dem Scheitel ist dort laut Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg am Donnerstag zu rechnen. Am Dienstagvormittag waren auch die Hochwassermeldewasserstände am Hochrhein bei Hauenstein und am Oberrhein bei Kehl überschritten worden. Dort ist ebenfalls mit weiteren Anstiegen des Wassers zu rechnen.

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Die Neckarwiese ist überflutet und gleicht einem See. Bäume ragen aus dem Wasser und auf einer Brücke stehen viele Schaulustige.
Ein Gabelstapler mit einer Palette voller Sandsäcke und Helfer im Hintergrund die ebenfalls Sandsäcke stapeln und Sand aufschütten. Die Laternen werfen grelles Licht auf das NSU-Gelände und die Helfer.
Anwohner überqueren in Bad Friedrichshall-Kochendorf die überflutete Straße auf einem provisorisch zusammengebautem Holz-Steg.
Drei Personen fahren in einem Motorboot durch das überflutete Kirchheim. Im Hintergrund stehen halb überschwemmte Gartenhäuschen.
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Wegen des Zusammenspiels von schmelzendem Schnee und weiteren Niederschlägen änderten sich die Prognosen derzeit allerdings ständig, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Alle drei Stunden gebe es neue Vorhersagemodelle.

Hochwasser möglich: Auch Flüsse im Schwarzwald, in Oberschwaben und in der Schwäbischen Alb betroffen

Laut Deutschem Wetterdienst geht es recht nass weiter. Am Dienstag soll es verbreitet regnen, im Schwarzwald auch ergiebig. Dazu taut dort der restliche Schnee. Bis Mittwochvormittag gibt es im Schwarzwald und im oberschwäbischen Allgäu anhaltenden Regen. In 30 Stunden können dort bis zu 40 Liter pro Quadratmeter fallen. Im Südschwarzwald ist mit Unwetter und ergiebigen Regenmengen von teils bis zu 70 Liter pro Quadratmeter in 30 Stunden zu rechnen.

Ab der Nacht auf Mittwoch und im Verlauf des Mittwochvormittags können sich vereinzelt kleine Hochwasser im Süden des Landes bilden. Betroffen sind die Flüsse im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und in Oberschwaben. Auch der Bodensee hat derzeit im historischen Vergleich einen für die Jahreszeit hohen Wasserspiegel. Das sieht aber noch undramatisch aus: Ein Hochwasser ist dort der Sprecherin zufolge bisher weder eingetreten noch vorhergesagt.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold / dpa / picture alliance

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