Viel Kälte und Schnee?
Experten mit „La Niña“-Prognose: Was das Klima-Phänomen für den Winter bedeutet
VonLisa Kleinschließen
Steht uns ein eisiger und schneereicher Winter bevor? Wetter-Experten sehen erste Anzeichen dafür, dass es in diesem Jahr das Phänomen „La Niña“ zeigen könnte – mit Folgen fürs Klima.
In den Alpen gibt es bereits den ersten Schnee – und auch in Baden-Württemberg kündigen sich die ersten Flocken an. Regional werden die Nächte schon richtig frostig – die nächtlichen Temperaturen sinken auf bis zu null Grad. Ist das aktuelle Wetter ein Vorgeschmack auf einen eisigen Winter?
Das Klima-Phänomen „La Niña“ hat meist extreme Auswirkungen auf das Wetter im Winter in Deutschland. In diesem Jahr könnte La Niña tatsächlich eintreten. Die Weltwetterorganisation (WMO) sieht eine 60-prozentige Chance, dass sich zum Jahresende das Wetterphänomen La Niña zeigt. Es hat einen kühlenden Effekt auf das Weltklima.
Welche Auswirkungen hat das Klima-Phänomen La Niña auf den Winter 2024/2025?
Der kühlende Effekt dürfte angesichts des menschengemachten Klimawandels allerdings kaum zu spüren sein, warnte die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo: „Selbst, wenn es zu einer kurzfristigen Abkühlung durch ein La-Niña-Ereignis kommt, wird dies nichts an der langfristigen Entwicklung der steigenden globalen Temperaturen ändern“, teilte sie mit.
Trotz des kühlenden Effekts von La Niña von 2020 bis 2023 seien die vergangenen neun Jahre zum Beispiel die wärmsten seit der Industrialisierung gewesen, berichtet die „dpa“.
La Niña und El Niño: Diese Auswirkungen hat das Phänomen auf das Klima
Das Gegenstück ist El Niño. Es sorgt tendenziell für höhere Durchschnittstemperaturen. Eine El-Niño-Episode mit Höhepunkt zwischen November 2023 und Januar 2024 sei abgeklungen, berichtete die WMO in Genf. Eine neue sei in diesem Jahr unwahrscheinlich.
El Niño hat mit einer starken Erwärmung der oberen Wasserschichten im Pazifik in Tropennähe entlang der mittel- und südamerikanischen Küste zu tun. Dazu kommen veränderte Windströme, was zu einer Erwärmung der Stratosphäre führt, sowie veränderte Niederschläge.
La Niña hat die umgekehrten Vorzeichen. Beide Phänomene tauchen in unterschiedlichen Abständen alle paar Jahre auf. Zuletzt ging 2023 eine ungewöhnlich lange dreijährige La-Niña-Phase zu Ende, gefolgt von El Niño.
Während die Wettermodelle bislang nur erste Trends für den Winter 2024/2025 anzeigen, will der 100-jährige Wetter-Kalender bereits ganz genau wissen, wie das Wetter wird. Demnach soll ein Monat besonders schneereich werden.
Rubriklistenbild: © dpa/ Ralf Hirschberger
