Gestörter Polarwirbel

Schnee-Comeback und Dauerfrost: Experte warnt vor „arktischem Ausbruch“

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Gestörte Polarwirbel sorgen im Januar für frostige Kaltluft in Tief- und feuchtere Luft in Höhenlagen. Mit dem aktuellen Sonne-Schneemix könnte es dann vorbei sein. Auch in Baden-Württemberg?

In den kommenden Tagen müssen die Baden-Württemberger erstmal bibbern und sich auf besonders frostige Temperaturen und Glätte einstellen. Ein Hoch bringt vermehrt kältere Luft polaren Ursprungs in den Südwesten. Bereits am vergangenen Wochenende schneite es auch in tieferen Lagen in Baden-Württemberg.

Besonders die Nächte in dieser Woche werden frostig mit Temperaturen von minus elf Grad. Auch tagsüber liegen die Höchstwerte nur knapp über den Gefrierpunkt. „Die erste Wochenhälfte wird knackig kalt und zunehmend sonnig“, prognostiziert Fabian Ruhnau von kachelmannwetter.com.

So wird das Wetter Mitte Januar in Baden-Württemberg: Experte gibt Einschätzung

Doch wie geht es danach mit dem Wetter in Baden-Württemberg weiter? Laut Langfristprognose erwartet uns in den kommenden zehn bis vierzehn Tagen ein sehr stark gestörter Polarwirbel mit extremen Temperaturabweichungen über dem Nordpol, von dem kalte Luftmassen wegströmen. Ruhnau von kachelmannwetter.com spricht von einer massiven Störung des Polarwirbels, einem blockiertem Hochdruckgebiet, das auch Folgen für das Wetter hierzulande hat.

So wird Deutschlands Himmel Ende kommender Woche bedeckt von hochnebelartigen Wolken. „Am Rande des Hochdruckgebiets wird mildere Luft um das Hochwettergebiet herum geholt. Unten liegt die frostige Kaltluft, oben schiebt sich kältere Luft rein und die wird auch feuchter sein“, so Ruhnau. Es handele sich um eine sogenannte „Inversionswetterlage“ mit oben wärmeren und unten kalten Luftschichten. 

Unterdurchschnittliche Temperaturen im ganzen Januar – mit Aussicht auf Schnee?

Betroffen sei aber vor allem der Norden der Republik. In Baden-Württemberg könnte sich ein Wettermix aus sonnigem und frostigen Wetter halten, „sodass die feuchte Suppe hier noch gar nicht reinkommt“, so der kachelmannwetter-Experte. Die Temperaturen im Südwesten sind wie überall in Deutschland kommende Woche laut mittelfristiger Wetterprognose deutlich zu kalt für die Jahreszeit.

Wintereinbruch im Landkreis Heilbronn: Bilder zeigen erste Schneeflocken

Der erste Schnee im Landkreis Heilbronn. Auf dem Stocksberg ist die weiße Pracht am besten zu sehen.
Schnee im Landkreis Heilbronn
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Schnee auf dem Stocksberg im Landkreis Heilbronn.
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Übernächste Woche, in der Monatsmitte des Januars, deutet sich laut langfristiger Prognose deutliche Bewegung in der Wetterlage an. Ab Sonntag, den 14. Januar, könnte sich das Hochdruckgebiet etwas zurückziehen. Doch dann kommt es „zu einem arktischen Ausbruch, der von Skandinavien aus über Süden hereinbricht“, erklärt Meteorologe Ruhnau. Die Folgen davon: Die Wahrscheinlichkeit auf eine winterliche Wetterdecke mit Schnee im Südwesten ist sehr hoch. Bis in den Februar hinein bleiben die Temperaturen nach dem Langfristwettertrend unterdurchschnittlich niedrig.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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