„Deckelt verstärkt Temperaturwerte“
Saharastaub kommt mit dem Sommerwetter: Vermiest er das sonnige Wochenende?
VonAdrian Kilbschließen
Am Wochenende soll es in Baden-Württemberg laut Wetterprognose heiß werden. Allerdings zieht zugleich aus Afrika kommender Saharastaub über Deutschland. Der könnte den Himmel empfindlich eintrüben.
Am Wochenende soll es in Baden-Württemberg ungewöhnlich warm werden – auch wenn das aktuell nur schwer vorstellbar ist. Am Mittwoch warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Sturmböen. Und auch am Donnerstag zogen dicke Regenwolken über das Land. Örtlich kann es auch Gewitter geben.
Doch damit ist es dann am ersten April-Wochenende vorbei. Dann gibt es nämlich echtes Badewetter. Die Temperaturen klettern am Samstagnachmittag auf bis 30 Grad am Oberrhein und in Unterfranken, wie Kachelmannwetter prognostiziert. Das wären die frühesten 30 Grad seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Baden-Württemberg vor Sonnen-Wochenende – Saharastaub als Spielverderber?
Die ungewöhnlich warme Luft bahnt sich aus Südeuropa mit Ursprung aus Nordafrika zu uns, erklärt Daniel K. von Kachelmannwetter. Ein Hochdruckkeil schiebe sich bis nach Deutschland rein und sorge für die warme Luftmasse vor allem im Westen und Südwesten. Am Samstagmorgen sind noch erste Restwolken am Himmel in Baden-Württemberg zu sehen, aber dann setzt sich mehr und mehr die Sonne durch.
Allerdings könnte eine Komponente den Menschen im Südwesten das entspannte Sonnenbaden am freien Wochenende gehörig verhageln. So weht aus Afrika neben warmer Luft auch Saharastaub in Deutschland herein. Die könnte dafür sorgen, dass sich am Himmel ein paar Schleierwolken bilden. Am Samstagnachmittag und Abend könnte Saharastaub möglicherweise den Sonnenschein trüben, so Daniel K. von Kachelmannwetter.
Deutscher Wetterdienst: Saharastaub „deckelt verstärkt Temperaturwerte“
Mit etwas Glück könnte das Wetterphänomen aber erst frühestens am Sonntag voll durchschlagen. Wie der DWD schreibt, wird der Staub am Samstag aller Voraussicht nach noch über Frankreich liegen und Deutschland weitgehend verschonen. Am ehesten wäre hier noch Baden-Württemberg wegen seiner Nähe zu Frankreich betroffen.
Auch zu Beginn der kommenden Woche wird durch eine ungewöhnlich ausgeprägte Staubwolke weniger Sonneneinstrahlung erwartet und so „die Temperaturwerte nochmal verstärkt deckelt“, sagte ein Sprecher vom DWD.
Saharastaub in Mitteleuropa kein seltenes Phänomen
Saharastaub in der Luft ist laut DWD in Mitteleuropa kein seltenes Phänomen: Solche Staubpartikel kommen demnach im Jahr etwa 5- bis 15-mal nach Europa - vor allem im Frühjahr und im Herbst. Dabei werden die Teilchen in der größten Trockenwüste der Welt in Nordafrika aufgewirbelt und vom Wind Tausende Kilometer nach Norden getragen.
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