Höhere Schadstoffbelastung
Schönes Wetter – schlechte Luft? Hochdruck sorgt für „Dreck“ in der Atmosphäre
VonMichaela Ebertschließen
Erst Nebel, dann Sonnenschein – die Wetterlage in den vergangenen Tagen zeigte sich wenig abwechslungsreich. Doch das vermeintlich schöne Wetter hat seine Tücken: Die Schadstoffwerte steigen.
Ein gewaltiges Hochdruckgebiet hat sich über Europa gelegt und bereits für viele schöne Stunden im Herbst gesorgt. Das Wetter in Baden-Württemberg blieb dabei in den letzten Tagen und Wochen kaum verändert: Während die Tage vielerorts mit hartnäckigem Nebel starteten, klarte es zum Nachmittag hin oft auf. Doch die vermeintlich schöne Wetterlage hat auch ihre Tücken: Besonders sensible Menschen könnten darunter leiden – ein Gesundheitsrisiko besteht.
„Inversionswetterlage“: Schadstoffe werden nicht aus der Luft abtransportiert – Gesundheitsrisiko besteht
Grund dafür ist die Stauung der Luftmassen: Durch sie gibt es derzeit auch besonders viel „Dreck“ in der Atmosphäre, wie das Wetterportal „wetteronline.de“ erklärt. Das liege an der sogenannten „Inversion“. Die Großwetterlage sorgt dafür, dass sich die Luftmassen kaum austauschen, Schadstoffe werden nicht abtransportiert. In der Luft staut sich der Smog mit Verschmutzungen durch:
- Feinstaub
- Schwefeloxid
- Stickstoffdioxid
- Stickstoffmonoxid
Anhaltende Hochdruck-Wetterlage sorgt für schlechte Luft – Smog in Ballungsgebieten
Doch wie funktioniert das? Bei Inversionswetterlagen staut sich häufig Nebel im Tal, während in höheren Lagen deutlich schöneres Wetter herrscht, wie aktuell auch für den November vorhergesagt. Dadurch heizen sich die verschiedenen Luftmassen unterschiedlich stark auf, die wärmeren Luftmassen legen sich von oben „wie ein Deckel über dem Topf“, so die Wetter-Experten von „wetteronline.de“.
Eine solche Inversionswetterlage komme besonders häufig bei winterlichen Hochdruckwetterverhältnissen vor. Durch den Hochnebel werden die unteren, kühleren Luftmassen blockiert, während sich die oberen, wärmeren Hochdruck-Luftmassen absenken und als deutlich stabilere Schicht auf den Hochnebel legen. Löst sich der Hochnebel auf, spricht man auch von einer „Inversionsschicht“.
Inversion blockiert Luftmassen: Schadstoffe in den unteren Schichten
Hier herrschen auch größere Temperaturunterschiede. Normalerweise nimmt die Wärme mit zunehmender Höhe ab. Bei einer Invasionswetterlage ist dies jedoch nicht der Fall. Im Gegenteil: In höheren Lagen kann die Temperatur unter Umständen sogar um bis zu zehn Grad Celsius ansteigen – und das innerhalb weniger Meter. Dort findet dann eben der Wechsel der Luftschichten statt.
Gerade in Ballungsgebieten – also rund um Großstädte wie Stuttgart, Mannheim und Co. – staut sich die verschmutzte Luft durch die Inversionswetterlage demnach derzeit an. „Durch die Inversion werden sie in der unteren Luftschicht regelrecht ‚gefangen‘ und ihre Konzentration nimmt dort immer mehr zu“, so „wetteronline.de“. Viele Wetterstationen in Deutschland messen deshalb derzeit eine schlechtere Luftqualität als gewöhnlich.
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