Kommt das Winterwunder?

Weiße Weihnachten 2023 möglich? Experten von Dezember-Prognose überrascht

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Kommt 2023 das Winterwunder? Viele Jahre hofften Weihnachtsfans vergeblich auf Schnee und Frost – dieses Jahr stehen die Chancen gar nicht mal so schlecht.

Seit 2011 warten die Menschen in Deutschland und Baden-Württemberg vergebens. Weiße Weihnachten? Fehlanzeige! Stattdessen gab es jedes Jahr aufs Neue die herbe Enttäuschung für alle Winterwunder-Fans: Die Temperaturen lagen jenseits des Gefrierpunkts; wenn es doch mal kalt genug war, blieb einfach der Niederschlag aus. Von Schnee und Gestöber keine Spur.

Aber: 2023 könnte alles anders werden. „Es knistert ganz leise im Winter-Gebälk“, prophezeit Fabian Ruhnau, Wetter-Experte von „Kachelmannwetter“. Denn ein neuer Langfristtrend, der das Wetter bereits für den gesamten Dezembermonat berechnet, zeigt: Schnee und Kälte sind zum diesjährigen Fest gar nicht mal so unwahrscheinlich!

Auf Wetter-Chaos folgt „Wintermezzo“: Turbulentes Novemberwetter in Baden-Württemberg

Zunächst aber versinkt Baden-Württemberg noch im Wetter-Chaos. Mitte November regnet es ohne Unterlass, ein Sturm braust auf und mitunter drohen sogar Gewitter. Nur wenige Tage später streckt der Winter vorsichtig seine Fühler aus: Ein „Wintermezzo“ sorgt für Flocken in Mittelgebirgslagen – wenn auch nur kurz.

Schuld daran ist laut Ruhnau Wetterlage, die am Wochenende unter Tiefdruckeinfluss steht. Zum Beginn der vorletzten Novemberwoche zieht dieses jedoch langsam ab, Europa gelangt unter Hochdruckeinfluss. Fast schon „lehrbuchhaft“ schiebt es sich über Skandinavien und bringt die Westwetterlage ordentlich in Schwung. Viel Wind, viel Regen bei kühlen Temperaturen sind die Folge.

Wetter kommt in Dezember-Stimmung: Schnee-Prognosen für Baden-Württemberg

Während gegen Ende November die meisten Menschen in Baden-Württemberg so langsam am ersten Glühwein nippen, scheint auch das Wetter ins Weihnachtsfeeling zu kommen. „Ich habe auch nicht schlecht gestaunt!“, wundert sich selbst Wetter-Experte Ruhnau.

Denn: Das selbst das Langfristwettermodell der Europäer geht zum Monatswechsel von Schneefall in Deutschland aus. Allerdings sieht Ruhnau hier „erstmal nicht den ganz großen Wintereinbruch im Flachland. […] Da ist in Sachen Schnee eher nix.“ Im Mittelgebirge könnten aber dennoch einige Flocken frohlocken. Die Wahrscheinlichkeit für ein, zwei Zentimeter liegt zum Beispiel im Schwarzwald bei 30, 40, maximal 50 Prozent.

Winterwunder 2023? Wetterkarte färbt sich im Dezember blau

Und auch zum Monatswechsel sieht die Wetterlage für Schnee-Fans gut aus. Denn, wenn man der aktuellen Langfristprognose Glauben schenken mag, bleibt der Dezember in diesem Jahr in den ersten beiden Wochen durchschnittlich kalt. Sicherlich handelt es sich bei den aktuellen Voraussagen noch um grobe Strukturen und Durchschnittswerte. Einzelne Tage können demnach noch nicht genau vorhergesagt werden. In der Summe heißt dies: die Temperaturen bewegen sich bis zur Mitte des Monats in Summe rund um den durchschnittlichen Dezember-Wert „Manchmal kälter, manchmal milder“.

Spannend wird es dann allerdings in der zweiten Monatshälfte – nicht nur, weil das Weihnachtsfest bevorsteht. Auf der Wetter-Karte von Ruhnau färbt sich Deutschland dann nämlich in einem sanftem blau. Heißt: Es herrschen unterdurchschnittliche Temperaturen und somit die „Option auf winterliches Wetter auch in Tiefland-Ebenen.“

Ob es im Jahr 2024 dann erstmals wieder „Weiße Weihnachten“ gibt, bleibt aber dennoch abzuwarten. Immerhin muss laut Ruhnau schon einiges passieren, dass der Schnee auch wirklich liegen bleibt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Zoonar | Marc Schmerbeck

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