Bei Wechsel in diesem Sommer

FC Bayern nimmt bei Mané offenbar großes Transfer-Minus in Kauf

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Nach einem Jahr soll für Sadio Mané beim FC Bayern schon wieder Schluss sein. Dafür nimmt der Rekordmeister offenbar auch ein Transfer-Minus in Kauf. 

München – Sadio Mané und der FC Bayern: Es sollte die große Liebe werden, doch es endete eher ernüchternd. Im vergangenen Sommer galt der 31 Jahre alte Offensivspieler als der große Transfercoup, für den Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic von allen Seiten beglückwünscht wurde. Die Euphorie war groß, hielt jedoch nicht lange.

Sadio Mané
Geboren: 10. April 1992 (Alter 31 Jahre), Bambali, Senegal
Position: Sturm
Aktueller Marktwert: 25 Millionen Euro

Mané entwickelte sich zum Transferflop beim FC Bayern

Denn Mané kam nie richtig beim FC Bayern an, entwickelte sich mehr und mehr zum Transferflop. Negativen Höhepunkt markierte eine handfeste Auseinandersetzung mit Leroy Sané nach der 0:3-Pleite im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester City in der Kabine.

Da er auch auf dem Platz nicht die gewünschten Leistungen zeigen konnte, wurden schon vor Wochen Gerüchte laut, wonach die Münchner den Senegalesen bereits in diesem Sommer wieder verkaufen wollen. Zuletzt wurde der 31-Jährige immer wieder mit Al-Hilal aus Saudi-Arabien in Verbindung gebracht, auch Ronaldo-Klub Al Nassr soll Interesse bekundet haben. Bei einem Angebot ab 30 Millionen Ablöse würden die Verantwortlichen wohl nicht lange zögern.

Wie geht es für Sadio Mané beim FC Bayern weiter? Diese Frage wird sicher den Transfersommer weiter bestimmen.

FC Bayern würde Mané wohl für wenig Geld gehen lassen

Der FC Bayern gab vergangenen Sommer rund 32 Millionen Euro fixe Ablöse plus Bonuszahlungen für den damaligen Superstar aus Liverpool aus. Die neuen Bosse wären laut des Sportsenders Sky wohl nun aber offenbar bereit, ein Transfer-Minus hinzunehmen, wenn man den Senegalesen dadurch an einen anderen Verein vermitteln könnte.

Demnach sollen die Münchner bereit sein, bei der Ablöse bis auf 20 Millionen runterzugehen. Das läge sogar unter Manés Marktwert, der laut Transfermarkt.de aktuell bei 25 Millionen Euro liegt. Damit ist er übrigens einer der großen Marktwert-Verlierer, im vergangenen Sommer lag der Wert nämlich noch bei 70 Millionen Euro. Trotzdem ist das Gedankenspiel des FC Bayern nicht so verkehrt. Denn: Mit einem Wechsel könnte sich der FC Bayern das Gehalt des 31-Jährigen einsparen, was bei rund 22 Millionen Euro liegen soll.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Mané will den FC Bayern offenbar gar nicht verlassen

Doch nun kommt das Aber: Denn Mané selbst möchte den FC Bayern offenbar gar nicht verlassen, sagte erst kürzlich im senegalesischen Fernsehsender 2sTV: „Wenn alles gut geht, werde ich zu Bayern zurückkehren“. Die Münchner seien eine große Herausforderung und dieser würde er sich gerne stellen: „Es liegt an mir, alles zu tun, um diese Herausforderung zu meistern.“ (msb)

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