Komplexe Trainersuche

Wenn der Bayern-Deal mit Alonso scheitert: Eberl bastelt schon an Plan B

  • Marius Epp
    VonMarius Epp
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Xabi Alonso ist Trainerkandidat Nummer eins beim FC Bayern. Aber was, wenn er absagt? Max Eberl bastelt schon an Plan B.

München – Am Freitag (1. März) beginnt Max Eberls Amtszeit beim deutschen Rekordmeister offiziell. Doch im Kopf des umtriebigen Managers dürfte der FC Bayern schon länger präsent sein. Weil seine Berufung in den Bayern-Vorstand nur noch Formsache war, konnte sich Eberl auf sein Engagement in München vorbereiten.

Schaden wird ihm diese Vorbereitung nicht – schließlich hat der Gladbacher Erfolgs-Architekt eine Menge Arbeit vor sich. Über allem steht zunächst die Verpflichtung eines neuen Trainers. Xabi Alonso gilt als Favorit und Wunschkandidat der Münchner. Allerdings wird eine Verpflichtung des Spaniers keinesfalls ein Selbstläufer.

Max Eberl sieht große Aufgaben auf sich zukommen.

FC Bayern auf Trainersuche: Eberls erste Feuertaufe

Die Gründe sind schnell aufgezählt: Mit dem FC Liverpool und Real Madrid hat der FC Bayern mehr als nur namhafte Konkurrenten, unwahrscheinlich ist darüber hinaus nicht, dass Alonso in seinem Wohlfühl-Umfeld Leverkusen weitermacht. Und: Alonso hat nach tz-Informationen keinen Bock auf das Bayern-Chaos. Seit Pep Guardiola hielt es kein Trainer länger als zwei Jahre an der Säbener Straße aus.

Kurzum: Eberl muss sich jetzt schon mit dem „Koan-Alonso“-Szenario beschäftigen. Wie die Sport Bild berichtet, bastelt Eberl bereits an einem Plan B, sollte der Alonso-Deal nicht klappen. Demnach wird sich der neue FCB-Boss zeitnah mit den Verantwortlichen zusammensetzen und eine Kandidatenliste aufstellen.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
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Wenn der Bayern-Deal mit Alonso scheitert: Eberl bastelt an Plan B

Neben Alonso soll Sebastian Hoeneß gute Chancen auf den Bayern-Job haben. Der Neffe von Uli Hoeneß leistet in Stuttgart gute Arbeit und hat Stallgeruch. Auch Zinedine Zidane soll in den Überlegungen der Bayern-Bosse eine Rolle spielen. Der Franzose sprach zuletzt über seine Zukunftspläne.

Präsident Herbert Hainer ließ die Tür für einen ausländischen Trainer ausdrücklich offen: „Kein Deutsch zu sprechen ist für uns kein Ausschlusskriterium“, sagte er. Eberl präzisierte: Wenn schon nicht Deutsch, solle der Trainer zumindest Englisch sprechen.

Nagelsmann-Rückkehr zum FC Bayern? Ausgangslage verzwickt

Beide Sprachen beherrscht Julian Nagelsmann, der einem Bayern-Comeback gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt sein soll. Schwierig macht das allerdings die Ausgangslage: Scheitert Nagelsmann bei der Heim-EM, ist er als Bayern-Trainer nicht vermittelbar. Ist er erfolgreich, könnte er erst Mitte bis Ende Juli in München anfangen – wo die Vorbereitung auf die neue Saison dann schon längst läuft.

Alonso oder Mister X – wer soll Bayern-Trainer werden? Eine Umfrage unter den tz-Lesern zeichnete ein klares Meinungsbild. (epp)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann

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