Tuchel traurig

Insider enthüllt Transfer-Fiasko: Palhinha hatte schon FCB-Trikot an und war offenbar „geschockt“

  • Christoph Klaucke
    VonChristoph Klaucke
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Palhinha und der FC Bayern fanden nicht zueinander. Der Portugal-Star war laut Transfer-Insider Romano über den geplatzten Wechsel geschockt.

München – Die geplatzten Transfers am Deadline Day waren auch einen Tag später rund um die Bundesliga-Partie des FC Bayern in Mönchengladbach noch Gesprächsthema. Zwar ließ sich der Rekordmeister auf dem Platz nicht aus der Ruhe bringen und drehte das Spiel zu einem 2:1-Sieg. Allerdings hallt das Transfer-Fiasko der Münchner noch immer nach. Insbesondere der gescheiterte Palhinha-Deal lässt die Beteiligten fassungslos zurück.

Joao Palhinha
Geboren:9. Juli 1995 (Alter 28 Jahre), Lissabon, Portugal
bisherige Vereine:u.a. Sporting Lissabon, Sporting Braga, FC Fulham
Marktwert:40 Millionen Euro

Palhinha-Transfer zum FC Bayern scheitert in letzter Sekunde

„Ich war traurig, weil ich wusste, was Joao Palhinha unserem Spiel geben hätte können. Und auch die Enttäuschung bei ihm mitzuerleben war schade. Da werde ich sicher nochmal mit ihm sprechen“, sagte FCB-Coach Thomas Tuchel bei Sky nach dem Auswärtssieg am Niederrhein. Der Portugal-Star, der eine singende Freundin nach München mitgebracht hätte, war offenbar nicht nur enttäuscht, wie Transfer-Insider Fabrizio Romano enthüllte. Palhinha hätte nicht damit gerechnet, dass sein Wechsel zum FC Bayern noch schiefgehen könnte.

„Er ist geschockt von den gestrigen Ereignissen. Der Spieler war überzeugt, dass er zum FC Bayern wechseln würde. Er hat seine medizinische Untersuchung absolviert, hat Medienarbeit im Bayern-Trikot geleistet und die Verträge waren fertig“, erklärte Romano. Auch Tuchel sei „überhaupt nicht glücklich mit der Situation“, so der Italiener.

Palhinha muss den geplatzten Wechsel zum FC Bayern verkraften.

Transfer-Insider erklärt Bayern-Fiasko: Palhinha war offenbar „geschockt“

Palhinha, der wohl bereits mit seinem Klub Fulham abgeschlossen und sich als Bayern-Spieler gefühlt hatte, musste also unverrichteter Dinge wieder kehrt machen. Eine bittere Situation. Fulham hatte in der Kürze der Zeit keinen Ersatz für den Mittelfeldspieler gefunden, weshalb der Transfer abgeblasen wurde. Romanos Vorwurf richtet sich jedoch gegen den FC Bayern, der zu spät einen Deal forciert hatte.

„Der Trainer hat schon lange auf einen defensiven Mittelfeldspieler bestanden, aber der Verein hat sich erst am Deadline Day wirklich für Palhinha bewegt“, sagte Romano. Warum so spät Bewegung in diese Personalie gekommen ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Die Führungsetage der Bayern ist sich keiner Schuld bewusst.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Bayern-Boss kündigt Palhinha-Transfer in nächster Transferperiode an

„Wir haben wirklich alles versucht. Wir sind ja genauso enttäuscht. Es nutzt halt nichts, wenn am Ende des Tages der Verein trotz eines hervorragenden Angebots nicht kann, weil er keinen Ersatz hat. Wir haben eine sehr intensive Kommunikation gehabt, an der ist es nicht gescheitert“, sagte CEO Jan-Christian Dreesen vor dem Gladbach-Spiel bei Sky und machte eine Ankündigung, die Tuchel womöglich besänftigen könnte.

„Joao wäre total gerne geblieben. Wir haben nach 18 Uhr nochmal lange telefoniert und er war total traurig, dass es nicht geklappt hat. Aber man sieht sich immer zweimal im Leben“, sagte Dreesen. Es scheint so, als ob der FC Bayern den Palhinha-Transfer noch nicht aufgegeben hätte und im Winter womöglich einen neuen Versuch starten wird. Dass sich die Konkurrenzsituation im Bayern-Mittelfeld nicht verschärft hat, dürfte vor allem Leon Goretzka freuen, der seine Frust-Aktion nach der Auswechslung erklärte. (ck)

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