Im Doppelpass

Tuchel-Eskalation beim Interview: Effenberg kritisiert FCB-Trainer speziell für eine Aktion

  • Christoph Wutz
    VonChristoph Wutz
    schließen

Die Bayern siegten deutlich beim BVB. Für Schlagzeilen sorgt danach vor allem Thomas Tuchels TV-Auftritt. Jetzt äußerte sich Stefan Effenberg dazu.

München – Dicke Luft bei Thomas Tuchel! Der Trainer des FC Bayern München lieferte unmittelbar nach dem Kantersieg seiner Mannschaft im „Klassiker“ gegen den BVB am Samstagabend ein denkwürdiges Interview. Im Live-TV explodierte der 50-Jährige förmlich und brach das Gespräch ab – die Kritik der Sky-Experten Didi Hamann und Lothar Matthäus war ihm „too much“ geworden.

Stefan Effenberg (l.) äußerte sich kritisch zu Thomas Tuchels Auftritt nach dem Sieg der Bayern in Dortmund.

Am Sonntag (5. November) waren im Sport1-Doppelpass unter anderem die Bayern-Legenden Effenberg und Jürgen Kohler zu Gast. Dabei war auch das Tuchel-Interview, das die Massen im Anschluss elektrisierte, Thema.

Sport1-Doppelpass
Erste Ausstrahlung:1995
Moderator:Florian König

Effenberg tadelt Bayerns Tuchel nach abgebrochenem TV-Interview im Doppelpass

Effenberg, der sich unlängst den Bayern-Vorstand wegen dessen Umgang mit Noussair Mazraoui vorgeknöpft hatte, kann das Auftreten des FCB-Trainers teilweise nachvollziehen: „Ich verstehe auf der einen Seite Tuchel schon ein Stück weit, dass es mal raus muss“, sagte „Effe“ am Sonntag.

Sich gegen die Kritik zu wehren, sei „auch in Ordnung“, sagte der frühere Bayern-Star am Sonntag. „Du darfst aber ein Gespräch als Trainer nicht abbrechen“, kritisierte der 55-Jährige den Coach explizit für sein Verhalten

Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

„Hat einen Fehler gemacht“: Effenberg kritisiert FCB-Coach Tuchel im Doppelpass

Für Spieler sei „das nochmal eine andere Situation, aber als Trainer solltest du das nicht. Da hat er einen Fehler gemacht“, stellte der „Tiger“ klar.

Bereits vor dem Spiel hatten sich die Fronten zwischen Tuchel auf der einen sowie Matthäus und Hamann auf der anderen Seite deutlich verhärtet. Den Umgang des Münchner Trainers mit der Kritik bezeichnete Effenberg im Doppelpass als „zu dünnhäutig“. Tuchel hatte nach dem Spiel gegen den BVB auch gesagt, er werde auf Äußerungen der beiden Sky-Experten künftig „nicht mehr eingehen“, weil er „keine Lust mehr“ darauf habe.

Jürgen Kohler lobte Thomas Tuchel nach dessen Auftritt bei Sky.

Kohler lobt Bayern-Coach Tuchel für sein abgebrochenes TV-Interview

Jürgen Kohler, der am Sonntag ebenfalls in der Sendung auftrat, bewertete Tuchels Reaktion anders. „Ich verstehe den Thomas“, sagte der Weltmeister von 1990. Tuchel habe „toll reagiert. Er hat eben auch mal Ventile für das geöffnet, was ihn auch beschäftigt hat“, lobte Kohler.

Dienstältester Profi jedes Bundesligisten: Nur einer gleichauf mit Thomas Müller

Thomas Müller bei einem Spiel des FC Bayern München
Marco Reus bei einem Spiel von Borussia Dortmund
Yussuf Poulsen bei einem Spiel von RB Leipzig
Christopher Trimmel bei einem Spiel von Union Berlin
Dienstältester Profi jedes Bundesligisten: Nur einer gleichauf mit Thomas Müller

„Ich finde, das sollte man ihm als Trainer bei Bayern München, der sowieso immer extrem unter Druck steht, auch zugestehen“, forderte der 58-Jährige, der von 1989 bis 1991 für den Rekordmeister gekickt hatte.

Nach dem Spiel in Dortmund sorgte der Münchner Coach jedoch nicht nur mit seinem abgebrochenen TV-Interview für Aufsehen. Denn der Bus der Bayern fuhr nach der Partie beim BVB ohne Tuchel los. (wuc)

Die Welt dreht sich immer schneller, die Nachrichten überschlagen sich: Sie wollen immer auf dem Laufenden sein? Dann haben wir eine Vielzahl an Apps für Sie parat. Sie müssen sich nur noch die für Sie passende(n) herunterladen - und so geht es.

Rubriklistenbild: © Screenshot: Sport1 / Chai v.d. Laage / Imago

Mehr zum Thema