Fehler in allen Mannschaftsteilen
Peinliche Vorstellung der Heilbronner Falken bei den Dresdner Eislöwen
VonMarc Thorwartlschließen
Jeder Schuss ein Treffer, der Mittelabschnitt geht für die Unterländer mit 0:5 verloren - so darf sich ein Spitzen-Team einfach nicht präsentieren.
○ Falken stellen die Abwehrarbeit im zweiten Drittel ein
○ Viele Fehlpässe und Puckverluste im eigenen Abwehrdrittel
○ Dresden spielt sich mit tatkräftiger Falken-Unterstützung in einen Rausch
Am Freitagabend müssen die Heilbronner Falken zum DEL2-Spiel bei den Dresdner Eislöwen antreten. Die Sachsen waren vor Saisonbeginn als Mitfavorit auf den Titel, zumindest jedoch als fester Teilnehmer der Playoffs gehandelt worden. Nach knapp der Hälfte der Saison ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die Eislöwen stehen aktuell auf einem Playdown-Platz, weisen 18 Punkte Rückstand auf die Unterländer aus.
Somit gehen die Heilbronner Falken als Favorit in die Partie, unterschätzen werden sie den Gegner keineswegs. Zum einen haben die mit Rico Rossi einen Trainer an der Bande, der gegen Heilbronn immer besonders motiviert ist. Zum anderen siegten die Falken im ersten Aufeinandertreffen denkbar knapp mit 3:2. Knapp ist es dieses Mal nicht. Am Ende steht ein 8:5-Erfolg der Hausherren.
Heilbronner Falken schlagen zurück
Das Spiel geht für die Heilbronner Falken richtig gut los. Sie sind es, die dem Gegner ihr Spiel aufzwingen, setzen die Sachsen durch ihr Forechecking mächtig unter Druck, doch beim finalen Schuss fehlt noch die Feinjustierung. In der achten Minute dann ein Abspielfehler von Yannik Valenti am eigenen Tor, Pass vors Gehäuse, Petr Pohl trocken zum 1:0. Der Spielverlauf ist auf den Kopf gestellt. Im direkten Gegenzug hat Stefan Della Rovere die Möglichkeit, den Fehler zu korrigieren, aber er scheitert alleine vor dem Eislöwen-Keeper.
Jetzt Chancen hüben wie drüben. Matthias Nemec packt einen Monstersave gegen Jordan Knackstedt aus, auf der anderen Seitescheitert Valenti mit einem Alleingang. In der 14. Minute dann aber doch das 1:1. Alex Nikiforuk steht goldrichtig im Slot. Kurz danach die erste Strafe des Spiels, aber das Powerplay der Heilbronner Falken ist noch ausbaufähig. Zwei Minuten vor der Pause dann ein Traum-Solo von Pierre Preto, schon steht es 1:2. Pause. Die Unterländer müssen die leichtfertigen Scheibenverluste im eigenen Abwehrdrittel unbedingt abstellen.
Heilbronner Falken finden überhaupt nicht statt
Gleich zu Beginn des Mitteldrittels stehen die Heilbronner Falken unter Druck, da sie eine Strafzeit kassieren. Sie verteidigen echt gut, aber dann verliert Corey Mapes seinen Schläger, und diesen zusätzlichen Vorteil nutzen die Hausherren zum 2:2. Wieder ist Pohl der Torschütze. Und es kommt noch schlimmer. Nur 26 Sekunden später ein Puck von der Seite, Louis Brune leitet ihn zum 3:2 ins eigene Tor. Jetzt schwimmen die Unterländer. Nachdem sie sich wieder berappeln, scheitert Mapes an der Latte. Im Gegenzug das 4:2 für die Hausherren. Drei Tore in vier Minuten, jedes mit tatkräftiger Hilfe der Falken. Wie wäre es mit einer Auszeit?
Vielleicht geht ja was in Überzahl. Nein, denn Davis Koch foult 40 Sekunden später und nimmt seinem Team den Vorteil. Die Eislöwen jetzt wie aus einem Guss, die Heilbronner Falken hilflos. 5:2, wieder wissen die Unterländer nicht, wo die Scheibe ist. Aber das war es immer noch nicht. Missverständnis zwischen Ian Brady und Marcus Götz hinter dem Tor, die Gastgeber bedanken sich mit dem 6:2. Bald jeder Schuss ein Treffer, während die Gäste jegliche Abwehrarbeit einstellen. Der Pausenpfiff erlöst die Unterländer.
Heilbronner Falken mit Ergebniskosmetik
Im letzten Drittel geht es für die Heilbronner Falken allein darum, nicht komplett unter die Räder zu kommen und vielleicht etwas Ergebniskosmetik zu betreiben. Für Matthias Nemec rückt Tom Schickedanz zwischen die Pfosten. Zum Glück ist der gleich hellwach, während der Rest des Teams weiterhin in Lethargie versinkt. In der 47. Minute ist aber auch er geschlagen, Dresden erhöht auf 7:2 - ohne jegliche Gegenwehr der Unterländer.
Und dann, es ist kaum zu glauben, ein Tor für die Falken. In Unterzahl! Michael Knaub setzt sich gegen drei Dresdner durch, sein Schuss wird noch pariert, aber Preto verwertet den Abpraller. Nur 58 Sekunden später, Schuss Götz, Bryce Gervais fälscht ab, 7:4. Geht da doch noch etwas? Nein, im direkten Gegenzug markieren die Sachsen das 8:4. Jetzt ist die Messe gelesen. Immerhin, Gervais macht noch einen weiteren Treffer, so gewinnt Dresden mit 8:5. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Falken am Sonntag beim Familientag gegen die Lausitzer Füchse besser präsentieren.
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