Selbst schuld
Die Niederlagenserie der Falken geht auch in Dresden weiter
VonMarc Thorwartlschließen
Die Heilbronner Falken holen dreimal den Rückstand auf, um dann durch Undiszipliniertheiten schwaches Penalty-Killing und Defensivverhalten am Ende zu verlieren.
- Ein ganz wichtiges Spiel für beide Teams.
- Comeback-Qualitäten der Falken werden nicht belohnt.
- Falken mit ganz schwachem Penalty-Killing
In der DEL2-Partie der Eislöwen Dresden gegen die Heilbronner Falken geht es für die sächsischen Hausherren fast schon um alles oder nichts. Durch eine Negativserie in den vergangenen Spielen sind sie nochmals bedrohlich an den Strich zu den Playdowns geraten. Auch die Unterländer lieferten bisher kein gutes 2020 ab, haben aber immer noch vier Punkte Vorsprung auf den fünften Platz - und können sich so das Playoff-Viertelfinale mit Heimrecht aus eigener Kraft sichern.
Dazu bedarf es aber einer gewaltigen Leistungssteigerung im Vergleich zum vergangenen Wochenende. Oberste Maxime: weg von der Strafbank! Personell muss Falken-Trainer Alexander Mellitzer auf dasselbe Team wie am Sonntag in Ravensburg zurückgreifen. Mit einer Ausnahme: Michael Knaub kehrt nach wochenlanger Verletzung in den Kader zurück. Das zahlt sich nicht aus. Die Heilbronner Falken verlieren mit 4:5.
Heilbronner Falken machen zu wenig im Powerplay
Vom ersten Bully an merkt man, dass die Heilbronner Falken hellwach sind. Sie wollen sich nicht wie zuletzt überraschen lassen. Das Forechecking klappt, in der dritten Minute schon eine gute Chance für Brock Maschmeyer, doch sein Schuss wird pariert. In der fünften Minute dann Überzahl für die Unterländer. Die ist gut, doch Stefan Della Rovere scheitert allein vor dem Eislöwen-Goalie. Dann Powerplay auf der anderen Seite - und die Sachsen treffen. Mirko Pantkowski sieht da im Tor nicht gut aus. Wieder einmal wird eine Strafe der Falken bestraft. Gleich im Anschluss erneut eine Strafe gegen die Eislöwen. Und das gleich für vier Minuten.
Doch erneut ohne zählbaren Erfolg, obwohl die Scheibe gut durch die Heilbronner Reihen läuft. Knapp drei Minuten vor der Drittelpause muss wieder ein Eislöwe in die Kühlbox, jetzt muss es endlich mal klappen. Und wie! Tim Miller verwertet eine Hereingabe von Dylan Wruck. Ein Tor zum psychologisch besten Zeitpunkt, so knapp vor der Pause.
Heilbronner Falken werden eiskalt erwischt
Vom späten Treffer beflügelt, kommen die Heilbronner Falken mit viel Tempo aus der Kabine. Maschmeyer und Wruck scheitern nur äußerst knapp. Dann die eiskalte Dusche. Beide Teams nur mit vier Mann auf dem Eis - und Dresden trifft. Wo war die Heilbronner Verteidigung? Dann muss Marcus Götz aufseiten der Unterländer auf die Strafbank. Sofort brennt es lichterloh vor Pantkowskis Kasten. Immerhin, es bleibt beim 2:1, und die Heilbronner Falken fangen sich wieder.
In der 33. Minute dann eine Traumkombination von Wruck über Corey Mapes, und Kevin Maginot muss nur noch die Kelle hinhalten, 2:2. Allerdings erholen sich die Eislöwen schnell von dem Schock. Sie schnüren die Unterländer in der Abwehrzone ein, und dann kommt ein verdeckter Schuss, schon steht es 3:2. Jetzt drängen die Dresdner auf das vierte Tor, suchen eine Vorentscheidung. Und sie bekommen 1:57 vor der Pause Powerplay, weil Knaub einen Check nach Abpfiff ausführt. Und prompt klingelt es im Kasten. Ist es das gewesen? Nein, im direkten Gegenzug zirkelt Bryce Gervais den Puck in den Winkel. Nur zwölf Sekunden später und 49 Sekunden vor der Drittelpause. "Wir müssen von der Strafbank fortbleiben", erklärt Maginot im Pausen-Interview. Stimmt.
Heilbronner Falken verdaddeln es am Ende
Im letzten Abschnitt bekommen die Heilbronner Falken gleich Powerplay. Das ist brandgefährlich, der Ausgleich liegt mehrfach in der Luft, Dresdens Trainer Rico Rossi nimmt eine Auszeit. Die Sachsen überstehen die Situation und sind dann selbst im Vorteil, da Ian Brady auf Heilbronner Seite in die Kühlbox muss. Dieses Mal ohne Folgen. Aber trotzdem, die Eislöwen haben jetzt Oberwasser.
In der 51. Minute dann Powerplay für die Heilbronner Falken. Mellitzer nimmt eine Auszeit, um seinem Team die letzten Instruktionen mit auf den Weg zu geben. Und wirklich, fünf Sekunden vor dem Ablauf der Strafe macht Davis Koch das 4:4. Noch sieben Minuten sind zu spielen. Allerdings folgt erneut die Antwort der Eislöwen. Die Unterländer sind viel zu passiv, ein Querpass in die Mitte, 5:4. Das ist dilettantisch verteidigt. Die Unterländer versuchen zwar nochmals alles, aber dieses Mal finden sie keine passende Antwort mehr. Mit dem vierten Platz wird es jetzt ganz eng.
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