Das war nichts

Heilbronner Falken geraten auf der Zielgeraden außer Tritt

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Verletzungspech, Disziplinlosigkeit, Konzentrationsfehler und Abweichungen vom vorgegebenen Spielplan - die Unterländer haben derzeit einige Baustellen.

Bronson Maschmeyer markierte im zweiten Spiel für die Falken seinen ersten Treffer und hinterließ einen starken Eindruck - im Gegensatz zu anderen Akteuren.
  • Keine Punkte für die Heilbronner Falken.
  • Fehler werden eiskalt bestraft.
  • Verletztungspech schlägt gnadenlos zu.

Null Punkte, zehn Gegentore: Die Bilanz der Heilbronner Falken vom Wochenende ist ernüchternd. Die Art und Weise, wie sich das Team von Trainer Alexander Mellitzer am Sonntag phasenweise vorführen ließ, ist beängstigend. Der monierte nach den Partien "Mangelnde Laufbereitschaft" oder "Wir sind nie ins Forechecking gekommen". Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Spielen.

Dabei hatten die Heilbronner Falken am Freitag gegen die Oberschwaben richtig gut begonnen. Sie waren dominant, vergaben aber eine ganze Menge hochkarätiger Chancen, um dann für den ersten Fehler im Defensivverbund eiskalt bestraft zu werden. Und diese Fehler sind seit einigen Wochen fester Bestandteil im Spiel der Unterländer.

Heilbronner Falken: Schlüsselspieler mit Aussetzern

Dabei treten derzeit jene Akteure ins negative Rampenlicht, die zuvor monatelang Spitzenleistungen gezeigt hatten. So forderte Verteidiger Marcus Götz nach dem ersten Drittel am Sonntag in Ravensburg, dass die Heilbronner Falken weniger Strafzeiten ziehen müssten. Er war der erste Akteur, der an diesem Abend in die Kühlbox wanderte.

Oder Kevin Maginot. Am Freitag leitete er das 0:1 ein, weil er die Scheibe nicht richtig traf und den Puck direkt auf die Kelle eines Ravensburger Stürmers servierte. Am Sonntag rutschte ihm der Puck an der Bande durch, er konnte den Stürmer nur durch ein Foul stoppen. Die anschließende Überzahl nutzten die Oberschwaben zum vorentscheidenden 3:0. Zuvor war Maginot ein Musterbeispiel an Beständigkeit und die Verteidiger-Überraschung der Saison.

Heilbronner Falken nur im Powerplay erfolgreich

Dass jedes Team im Laufe der Saison eine Durststrecke durchmacht, ist verständlich. Die Heilbronner Falken sind aber kurz davor, sich selbst um den Lohn ihrer exzellenten Leistungen im bisherigen Saisonverlauf zu bringen. Das Powerhockey, mit dem man den Gegner wochenlang bereits in der eigenen Abwehrzone unter Druck setzte, permanent Scheibenverluste provozierte und unzählige Turnover erzwang, ist nur noch rudimentär vorhanden.

Gerade hier sind auch die Förderlizenzspieler gefragt. Am Sonntag war es lediglich die Reihe um Pierre Preto, die wirklich dauerhaft versuchte, das Pressing durchzusetzen. Für den Rest der Mannschaft fing die Defensivarbeit meist erst innerhalb der eigenen Abwehrzone an, die neutrale Zone wurde den Oberschwaben kampflos überlassen. Zudem offenbarten die Unterländer massive Probleme bei numerischem Gleichstand auf dem Eis. Fünfmal bejubelten sie am Wochenende eigene Tore - ausschließlich in Überzahl.

Heilbronner Falken haben die Klasse gesichert

Man darf allerdings nicht vergessen, dass das Verletzungspech ein treuer Begleiter der Heilbronner Falken ist. Mit Derek Damon, Alexander Nikiforuk und jetzt auch noch Neuzugang Jordan Samuels-Thomas fielen am Sonntag drei von fünf Ausländern aus. Zudem war Liga-Topscorer Dylan Wruck unterhalb der Woche angeschlagen. Damit geht dem Falken-Spiel viel Kreativität flöten.

Es spricht für die Ausgeglichenheit der Liga, dass die Heilbronner Falken ohne eigenes Zutun zumindest einen Erfolg am Wochenende verbuchen konnten: den Klassenerhalt und damit das Erreichen der Pre-Playoffs. 12 Punkte sind in den restlichen vier Partien noch zu vergeben. Die Falken als Vierter haben vier Punkte Vorsprung auf Bad Nauheim. Dieser Vorsprung sollte ins Ziel gerettet werden, um das Heimrecht fürs Viertelfinale zu sichern.

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