EIn spannendes Spiel

Unglaublicher Kraftakt der Heilbronner Falken beim EHC Freiburg

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Im Breisgau entwickelt sich ein echtes Spitzenspiel, in dem die Unterländer kurz vor Schluss den Ausgleich kassieren, um dann in der Verlängerung zuzuschlagen.

Louis Brune erzielt zwei Treffer in Folge und bringt sein Team mit 3:2 in Führung.
  • Der Kapitän Derek Damon entscheidet die Partie.
  • Louis Brune schnürt den Doppelpack.
  • Ein echtes Spitzenspiel beider Mannschaften.

Mit einem kleinen Kader treten die Heilbronner heute Abend beim DEL2-Spitzenspiel beim EHC Freiburg an. Mellitzer hat auf die Umstände reagiert und sein Team umgebaut. Das fängt bereits bei den Torhütern an. Matthias Nemece erhält den Vorzug gegenüber Mirko Pantkowski. Sicherlich ist dieser Wechsel auch der Tatsache geschuldet, dass Nemec vergangene Saison noch das Tor der Breisgauer hütete.

Samuel Soramies nimmt den Platz des gesperrten Tim Miller im ersten Block ein. Nur drei Sturmreihen stehen Trainer Alexander Mellitzer zur Verfügung, wobei der DNL-Nachwuchsstürmer Jan-Luca Schumacher in der dritten Formation spielt. Bei den Verteidiger-Pärchen hat er keine Veränderungen vorgenommen. Das zahlt sich aus. Die Heilbronner Falken gewinnen mit 5:4 nach Verlängerung.

Heilbronner Falken finden anfangs nicht ins Spiel

Von Beginn an entwickelt sich ein intensives Spiel, bei dem die Hausherren frühzeitig in Führung gehen. EIn schneller Spielzug von hinten heraus, EHC-Topscorer Luke Pither lässt Falken-Verteidiger Marcus Götz mit einer Körpertäuschung aussteigen und verwandelt genau in den Winkel. Das frühe Tor spielt den Hausherren natürlich in die Karten, und dann gibt es auch die erste Strafzeit - gegen die Heilbronner Falken. Das spielen die Breisgauer clever, 13 Sekunden vor Ablauf der Strafe treffen sie zum 2:0. Gespielt sind gerade einmal sieben Minuten. Kurz danach muss Derek Damon auf die Strafbank. Zum Glück ohne Folgen.

Seit Wochen in überragender Form: Bryce Gervais war auch wieder in Freiburg ein Aktivposten im Heilbronner Team.

Die Heilbronner Falken sind noch überhaupt nicht im Spiel, konstruktive Angriffe? Fehlanzeige. Einzig die Reihe um Dylan Wruck kann so etwas wie Druck aufbauen. Dann haben die Gäste erstmals Powerplay. Und was für eines. Bryce Gervais kommt über die linke Seite, passt in die Mitte auf Jan Pavlu, der zum 1:2 trifft. Genau acht Sekunden hat das gedauert. Dieses Tor setzt Kräfte frei. Jetzt ist es eine Partie auf Augenhöhe. Die Gäste mit den besseren Chancen, aber noch nicht mit dem Quäntchen Glück. Pause.

Heilbronner Falken jetzt deutlich besser

Die Heilbronner Falken dann mit einem Raketenstart im zweiten Drittel. Schumacher spielt in der 22. Minute einen Pass quer übers Feld auf Louis Brune, der trocken abzieht und in den Winkel zum 2:2 trifft. Die Unterländer wittern jetzt Morgenluft. Nur eine Minute später scheitert Gervais an der Latte. Doch Brune hat jetzt richtig Blut geleckt. Wieder ist es Schumacher, der ihn mit dem Querpass findet - und Brune schnürt den Doppelpack. Aber auch die Hausherren mit einer dicken Chance, Scott Alllen trifft das Lattenkreuz.

Dann ein Leichtsinnsfehler von Götz, der den Puck ohne Not über die Bande schaufelt. Das bedeutet zwei Strafminuten. Zum Glück ohne Folgen. Kurz danach können die Freiburger einen weiteren Treffer nur verhindern, weil sie ein Foul ziehen. Überzahl Heilbronn. Pech für die Falken, Brock Maschmeyer scheitert an der Latte, Gervais zieht knapp drüber. Anschließend wieder Unterzahl Heilbronn. Das machen sie richtig gut - bis eine Sekunde vor Schluss, da findet Simon Danner die Lücke zum 3:3. Jetzt wieder die Hausherren mit Oberwasser, Nemec hält sein Team mit zwei Monstersaves im Spiel. Pause.

Falken-Stürmer Damon setzt den Lucky Punch

Auch im Schlussabschnitt die Heilbronner Falken fast mit einem Traumstart. Gervais und Wruck scheitern hauchdünn. Auf der anderen Seite eine Parade von Nemec gegen Patrick Kurz. Und dann kommt der Puck auf Umwegen zu Corey Mapes, der kurz verzögert, um dann ein volles Pfund abzuladen. Die Scheibe fährt wie ein Strich ins Kreuzeck zur erneuten Führung der Unterländer.

Derek Damon gelingt in der Verlängerung der Siegtreffer.

Das Spiel jetzt auf des Messers Schneide. Die Hausherren müssen mehr riskieren, um den Ausgleich zu erzielen. Das gibt Platz für Konter der Heilbronner Falken. Aber die machen zu wenig aus den Möglichkeiten. Auf der anderen Seite wird Nemec jetzt zum Fels in der Brandung. Noch vier Minuten. Und dann ist es Götz, der eine Strafe zieht, 181 Sekunden vor Schluss, das ist wirklich Mist. Es ist nicht zu glauben, dem EHC gelingt wirklich noch der Ausgleich. Es geht in die Verlängerung. Dort müssen die Freiburger eine Strafe ziehen, das ist DIE Chance für die Falken. Und sie machen es. Derek Damon macht den 5:4-Siegtreffer.

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