Verdiente Niederlage
Heilbronner Falken verschlafen im Derby die ersten beiden Drittel
VonMarc Thorwartlschließen
Erst nach aussichtslosem Rückstand besinnen sie sich auf ihre Qualitäten.
Ewig lockt das Derby - und die Besucher strömen in Scharen. Bereits lange vor Spielbeginn der DEL2-Partie zwischen den Heilbronner Falken und den Bietigheim Steelers herrscht in der Kolbenschmidt-Arena eine prächtige Stimmung. Beide Mannschaften haben ein paar Ausfälle zu beklagen. Auf Gäste-Seite fehlen die Top-Stürmer Tyler McNeely und Shawn Weller, die Falken müssen auf Brad Ross, Alex Lambacher und Marcus Götz verzichten. Die Gäste kommen mit dem Handicap besser zurecht und gewinnen 5:3.
Die gute Stimmung im Stadion schlägt sich allerdings nicht auf das Spiel nieder. Jedenfalls nicht das Heilbronner Spiel. Vieles nach vorne bleibt Stückwerk, Chancen entspringen eher dem Zufall denn der Kombination. Ganz anders die Gäste, die immer wieder überfallartig nach vorne schießen und richtig gute Chancen haben. Eine davon nutzt Norman Hauner, als er aus vollem Lauf abzieht. Und die Steelers legen nach. In der 16. Minute fühlt sich kein Falke für McKnight verantwortlich, der alle Zeit der Welt im Slot hat, um zum 0:2 zu vollenden.
Tiefschlaf der Heilbronner Falken hält an
Wer auf Besserung seitens der Falken im zweiten Drittel gehofft hat, sieht sich getäuscht. Das Team ist weiterhin immer mindestens zwei Schritte zu langsam, die Verteidigung zeichnet sich eher durch Begleitschutz denn Aggressivität aus. Drei Minuten sind gespielt, da treffen die Gäste den Pfosten. Aber auch dieser Warnschuss weckt die Hausherren nicht aus ihrer Lethargie.
Die logische Konsequenz: Nur 30 Sekunden später trifft Alexander Preibisch zum 0:3. Während die Gastgeber jetzt völlig von der Rolle sind und Trainer Alexander Mellitzer sich gezwungen sieht, eine Auszeit zu nehmen. Ohne Erfolg. Bietigheim erhöht auf 0:4. Ist die Messe jetzt gelesen? Es scheint jedenfalls so.
Doppelschlag der Heilbronner Falken
Dann die 38. Minute. Zum ersten Mal kassieren die Gäste eine Strafzeit. Powerplay Falken. Zwei schnelle Pässe, Roope Ranta, TOR! Endlich einmal ein gelungener Angriff. Und es kommt noch besser. 14 Sekunden später trifft Tim Bernhardt aus dem Gewühl heraus zum 2:4. Somit ist noch für Spannung im letzten Drittel gesorgt.
Dort geht der personelle Aderlass der Steelers weiter. Frederik Cabana kommt nicht zurück aufs Eis, sondern fährt direkt ins Krankenhaus. Er hat einen Schuss auf den Unterarm bekommen.
Heilbronner Falken kassieren Short-Hander
Zehn Minuten lang sind im letzten Abschnitt beide Teams ebenbürtig. Dann Strafzeit gegen die Gäste. DIE Chance, um zurück in die Partie zu finden. Aber es ist symptomatisch, was passiert. Ein schlampiger Pass der Falken, ein Break der Steelers - und es steht 2:5.
Kurz danach erneut Strafzeit gegen die Gäste. Die Scheibe kommt zu Justin Kirsch, der sie genau in den Winkel haut. 3:5 und noch sind neun Minuten zu spielen. Aber immer wieder rennen sich die Hausherren an der Gästeabwehr fest. Die müssen gar nicht viel machen, die Falken sind einfach nicht clever genug. So tickt die Zeit herunter. Die Gäste feiern einen verdienten Auswärtserfolg - die Falken haben einfach zwei Drittel viel zu wenig fürs Spiel getan.
Aufstellung:
Falken
T: Pantkowski; Frensel
V: Maschmeyer, Pavlu; Kurz, Eberhardt; Mapes;
S: Ranta, Damon, Gibson; Lavallée, Bernhardt, Kirsch; Gelke, Helms, Bettahar; Preto, Soramies;
Steelers
T: Martinovic; Steiger
V: Steingross, Prommersberger; Goc, Corrin; Schoofs, Hüfner;
S: Lukes, Cabana, Zientek; Sommerfeld, McKnight, Preibisch; Swinnen, Wenzel, Hauner; Kuqi
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