Chancen im Minutentakt

Falken-Hessen-Siegesserie endet gegen Bad Nauheim

DEL2: Heilbronner Falken verlieren gegen Bad Nauheim
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Steve Slaton wurde mit seinem Treffer zum Matchwinner der Gäste und schränkte defensiv die Kreise von Heilbronns Topscorer Dylan Wruck ein. 
  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Grund für die Niederlage ist die miserable Chancenverwertung und ein Powerplay, das heute nicht sticht. 

  • Stefan Della Rovere ist nach seiner Verletzungspause wieder dabei.
  • Erstes Powerbreak in der Falken-Geschichte bei 9:38.
  • Falken versieben gute Chancen im Minutentakt.

Die U20-WM-Mannschaft hat es heute vorgemacht. Mit den beiden Falken Yannik Valenti und Louis Brune im Team sichert sie sich am Vormittag mit dem 6:0-Erfolg über Kasachstan den Klassenerhalt und wird auch bei der nächsten A-WM teilnehmen. Für die Heilbronner Falken geht es am Abend zwar nicht um die Weltmeisterschaft, aber um einen gewaltigen Schritt in Richtung direkter DEL2-Playoff-Teilnahme.

Zu Gast in der Kolbenschmidt-Arena ist der EC Bad Nauheim. Eben jene Hessen, die die Heilbronner Falken am Freitag in der Wetterau mit 2:1 bezwingen konnten. Und Falken-Trainer Alexander Mellitzer kann aufatmen. In der heutigen Partie stehen ihm mit Michael Knaub und Stefan Della Rovere - der nach knapp fünfwöchiger Verletzungspause zurückkommt - zwei zusätzliche Sturmalternativen zur Verfügung und er kann wieder mit vier Blöcken agieren. Das hilft aber nichts, die Unterländer verlieren mit 1:4. 

Heilbronner Falken dominant

Die Marschrichtung im ersten Drittel ist eindeutig in Richtung Gästetor. Die Heilbronner Falken sind bereits in der Abwehrzone der Hessen mit ihrem Pressing präsent, erzwingen so über das gesamte Drittel viele Scheibenverluste. Richtig brenzlig wird es für die Hessen in der fünften Minute. Wieder erobern die Unterländer eine Scheibe, Derek Damon passt in den Lauf von Tim Miller - doch dessen Kracher geht an die Unterkante der Latte, von dort an den Innenpfosten und dann wieder raus. Da hatten die Gäste mächtig Glück. 

Stefan Della Rovere bestreitet sein erstes Spiel nach langer Verletzungspause.

Dann, fast zehn Minuten sind gespielt, kommt es zum ersten Powerbreak - einer 90-sekündigen Werbeunterbrechung - in der Heilbronner Vereinsgeschichte. Auch danach die Heilbronner Falken im Vorwärtsgang, doch noch können sie ihre Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Die Gäste mit einer richtig dicken Chance. Ein Puckverlust der Heilbronner Falken, doch Mick Köhler findet seinen Meister in Matthias Nemec. Torlos geht es in die erste Pause. 

Falken versieben reihenweise Chancen

Im zweiten Drittel legen die Heilbronner Falken noch eine Schippe darauf. 20 Sekunden sind gespielt, Schuss Marcus Götz, Damon fälscht ab - Zentimeter neben das Tor. 22. Minute, Bryce Gervais tankt sich mit einem Alleingang durch, scheitert am Schoner von Gäste-Keeper Felix Bick. Chancen quasi im Minutentakt, aber das Tor ist wie vernagelt. Dann lassen die Falken den Gegner aus dem Sack, da sie eine Strafzeit kassieren. Die Hausherren verteidigen das souverän - bis sie wieder komplett sind. Da kommt ein Pass von außen, geht an Freund und Feind durch den Torraum und am langen Pfosten trifft Andrej Bires. 

Steve Slaton (links) freut sich diebisch über seinen Treffer zum 1:2. 

Die Falken unbeeindruckt. Gleich danach versieben sie eine Drei-gegen-Eins-Situation, dann wieder Strafzeit und danach noch eine. So kann man nicht gewinnen, auch wenn die Gäste daraus kein Kapital schlagen. In der 39. Minute ist dann endlich der Bann gebrochen: Kevin Maginot trifft zum 1:1. Aber die Freude währt nicht lange. Götz lässt sich die Scheibe abnehmen, Steve Slaton macht 14 Sekunden vor der Pause das 1:2. 

Heilbronner Falken ohne Zielwasser

Auch im letzten Drittel sind es die Heilbronner Falken, die den Ton angeben. Duplizität zum Mittelabschnitt,sie versieben Chancen im Minutentakt. Ausgerechnet ein eigentlicher Vorteil, bringt sie aus dem Konzept. Die Schiedsrichter haben ein Herz für die Hausherren und verhängen Strafzeiten gegen die Gäste. Aber die Falken können mit dem Powerplay überhaupt nichts anfangen, kommen zu keiner echten Chance.

Die Gäste finden offensiv gar nicht mehr statt, stehen mit Mann und Maus hinten drin - und lauern auf Konter. Erneut hilft ihnen ein Falke, der Jared Gomez nicht energisch genug angeht, der zieht zum Tor: 1:3 - ein Treffer aus dem Nichts. Die Unterländer kämpfen zwar bis zum Schluss, um die Partie noch zu drehen, heute hätten sie aber wohl weitere 100 Minuten spielen können, ohne ein weiteres Tor zu erzielen. 41 Sekunden vor dem Ende machen die Gäste mit einem Empty-Net-Goal zum 1:4 alles klar.