Kommentar

Die DEL2 sollte über Profi-Schiedsrichter nachdenken

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Die Strafauslegung beim Spiel der Unterländer bei den Hessen hinterlässt einen faden Beigeschmack. Nicht zum ersten Mal.

Die Strafauslegung bei Michael Knaub sorgt für Diskussionsbedarf.
  • Fragwürdige Strafzeiten-Verteilung in Frankfurt
  • Gleicher Tatbestand - unterschiedliche Bewertung
  • Aus "Check gegen den Kopf" wird ein "Check von hinten"

Tatort: Eissporthalle Frankfurt. In der DEL2-Partie der L öwen Frankfurt gegen die Heilbronner Falken läuft die sechste Minute. Da checkt Heilbronns Michael Knaub den Löwen Darren Mieszkowski hart in die Bande, der daraufhin liegenbleibt. Sein Bruder Mike Mieszkowski rächt ihn, indem er Knaub mit Anlauf und einem gezielten Stockcheck von hinten Kopf voraus in die Bande checkt. In diesem Moment geht der Arm des Schiedsrichters in die Höhe. Ergo: Er wertet dies als Strafaktion.

Knaub rappelt sich wieder auf, und es kommt zum Faustkampf gegen den Rächer. Danach beginnt eine lange Diskussion, bis die Referees die Strafen aussprechen. Knaub erhält wegen eines "Checks gegen den Kopf oder Nacken" eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Wohlgemerkt, anfangs wurde die Aktion überhaupt nicht als Foul gewertet.

Keine weiteren Sanktionen gegen Falken-Stürmer

Jede Spieldauerdisziplinarstrafe wird anschließend vom Disziplinarausschuss unter die Lupe genommen. Der sah von einer weiteren Bestrafung Knaubs ab. Allerdings spricht der Disziplinarausschuss jetzt von einem "Check von hinten". Knaub kam aber eher von der Seite. Dafür erfüllte der Rache-Check von Mike Mieszkowski ganz klar diese Definition - ohne Folgen.

Es ist nicht zum ersten Mal, dass Entscheidungen von Schiedsrichtern gegen die Falken in Frankfurt für Gesprächsstoff sorgen. Klar ist: Schiedsrichter sind Menschen - und Menschen machen Fehler. Es stellt sich allerdings die Frage, ob Referees, die tagsüber einen normalen Job nachgehen, in Bruchteilen von Sekunden entscheiden können, wenn sie zuvor eine Acht-Stunden-Schicht und die meist lange Anfahrt zu den Spielstätten bereits in den Knochen stecken haben. Deshalb kann es über kurz oder lang nur eine Lösung geben: Profi-Schiedsrichter, die sich nur aufs Eishockey konzentrieren.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

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