Wieder eine Niederlage gegen ein Kellerkind

Ein Null-Punkte-Wochenende der Heilbronner Falken

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Auch gegen den ESV Kaufbeuren ziehen die Heilbronner Falken den Kürzeren und gehen mit zwei Niederlagen in Folge in die Deutschlandcup-Pause.

Tim Miller hat nach wenigen Sekunden die Falken-Führung auf dem Schläger - danach kam von den Unterländern nicht mehr viel.

Am Sonntag treffen die Heilbronner Falken in der DEL2 auf den ESV Kaufbeuren. Die Allgäuer waren vor der Saison als sicherer Playoff-Kandidat gehandelt worden, hatten zuletzt mehrere Jahre in Folge das Playoff-Halbfinale erreicht. Leistungsträger wurden gehalten, der Kader punktuell noch verstärkt, unter anderem mit dem DEL-Spieler Tobias Wörle. Doch irgendwie hat sich in dieser Spielzeit alles gegen den ESV verschworen. Gleich mehrere Schlüsselspieler fallen seit Wochen verletzt aus: So wurden die Allgäuer auf den vorletzten Platz durchgereicht. Dass sie angeschlagen, aber nicht tot sind, zeigen sie in Heilbronn: sie gewinnen mit 5:3.

Traditionell tun sich die Heilbronner Falken eh mit Teams schwer, die im Tabellenkeller angesiedelt sind. Das war auch diese Saison bei den Erfolgen über Bayreuth und Dresden der Fall, beide Partien wurden mit lediglich einem Tor Vorsprung entschieden. Außerdem dürften die Allgäuer heiß sein, hatten sie doch am Freitag dich die Dresdner Eislöwen mit 4:1 abgefertigt und somit endlich wieder einen Dreier eingefahren. Bei den Unterländern kann heute Abend wieder Topscorer Dylan Wruck mitwirken, der am Freitag bei der Niederlage in Landshut noch fehlte.

Heilbronner Falken zu lethargisch

Die Heilbronner Falken legen los wie die Feuerwehr. Nur wenige Sekunden sind gespielt, da taucht Tim Miller allein vor Gästekeeper Stefan Vajs auf, schiebt die Scheibe am Schoner, leider aber auch am Tor vorbei. Ein guter Auftakt - allerdings sollte das für lange Zeit die letzte gute Angriffsaktion bleiben. Es entwickelt sich in der Folgezeit ein ganz seltsames Spiel. Die Allgäuer sind primär darauf bedacht die Hausherren aus der gefährlichen Zone fernzuhalten. Und sie nutzen jede Möglichkeit zum Schuss. So auch in der sechsten Minute, als Matthias Nemec einen Schuss von der blauen Linie nicht festhalten kann und der Puck im Nachsetzen über die Linie geht.

Kurz danach Unterzahl Falken. Wieder ein Schuss, Nemec glaubt, die Scheibe sicher zu haben, aber sie rutscht durch die Schoner und über die Linie. Danach lange Zeit viel Gestocher und Fehlpässe bei den Heilbronner Falken. Sie versäumen es sogar, eine 92-sekündige doppelte Überzahl ungenutzt zu lassen. Ungenaue Pässe, schlechte Schüsse, falsche Entscheidungen. Als die Gäste gedanklich schon in der Pause sind, knallt Brock Maschmeyer sechs Sekunden vor dem Pausenpfiff mit seinem ersten Saisontor den Puck unter die Latte zum 1:2.

Heilbronner Falken mit Vollgas-Hockey

Dieser Treffer gibt den Heilbronner Falken sichtbar Selbstvertrauen. Im zweiten Drittel gibt es Einbahnstraßen-Hockey in Richtung Gästetor. Endlich klappt das frühzeitige Pressing, der Gegner wird permanent unter Druck gesetzt. Und sie werden belohnt. Über Umwege kommt der Puck zu dem ganz allein vor dem Tor lauernden Bryce Gervais, der Vajs austanzt und das 2:2 erzielt. Danach minutenlang Dauerbeschuss des Allgäuer Tors, die Gäste jetzt nur noch Zuschauer der Partie.

Brenzlig wurde es im zweiten Drittel vor dem Heilbronner Gehäuse eigentlich nur, wenn die Falken einen Fehler machten.

Und sie ziehen eine Strafe. Dieses Mal passt das Powerplay der Falken. Einige Male hatten die Heilbronner Fans den Torjubel schon auf den Lippen, trotzdem dauert es, bis der ESV komplett ist, da trifft Ian Brady von der blauen Linie. Danach ist es nur noch eine Frage, bis das vierte Tor fällt, die Hausherren einfach viel zu dominant. Bis sich Pierre Preto zu einem Foul im Angriffsdrittel hinreißen lässt. In dem droht eigentlich gar keine Gefahr, bis ein verdeckter Schlenzer an Freund und Feind vorbei ins Tor geht. Das war total unnötig, für Spannung im Schlussdrittel ist gesorgt.

Heilbronner Falken undiszipliniert

Es hat sich bei den Heilbronner Falken nicht herumgesprochen, dass sie von der Strafbank fernbleiben sollten, wenn sie diese Partie noch gewinnen wollen. Kurz nacheinander ziehen Alex Nikiforuk und dann Kevin Maginot Fouls. Die Folge: doppelte Überzahl für die Gäste. Ein Pass, ein Schuss, Tor, 3:4. Der dritte Treffer an diesem Abend in Unterzahl. Das Powerplay der Hausherren hingegen wirkungslos. Dann wieder Konfusion im eigenen Abwehrdrittel, die Gäste schalten viel schneller, Tor, 3:5.

Das war es dann, den Heilbronner Falken fällt in den restlichen zehn Minuten wirklich gar nichts gegen die Allgäuer ein. Kein Körperspiel, weiterhin schlampige Pässe und das Forechecking ist nahezu auch gänzlich eingestellt. Damit haben die Unterländer es an diesem Wochenende verpasst, gegen zwei Gegner aus dem unteren Tabellenfeld, sich eine bessere Ausgangslage zu erarbeiten. Die Deutschlandcup-Pause kommt auf alle Fälle zum richtigen Zeitpunkt.

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