Wieder eine ganz enge Kiste
Playoffs gesichert: Endlich ist die Niederlagen-Serie der Falken gestoppt
VonMarc Thorwartlschließen
Erst mit einer Energieleistung im letzten Drittel können die Heilbronner Falken die Partie gegen die Lausitzer Füchse für sich entscheiden und sichern sich die Playoffs.
- Für beide Teams geht es um sehr viel.
- Gleich zwei Falken-Spieler feiern ein Comeback
- Drei Gegentreffer am Stück in Unterzahl
"Do or die" heißt es für beide Teams, die heute in der DEL2 in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena aufeinandertreffen. Dort empfangen die Heilbronner Falken die Lausitzer Füchse. Für die Gäste geht es darum, die Playdowns zu vermeiden, sie sind bis auf einen Punkt an den zehnten Platz, den die Dresdner Eislöwen innehaben, herangerückt.
Eben jenes Team, das am Freitag die Heilbronner Falken in die Schranken gewiesen hatte. Deshalb sind auch die Unterländer heute zum Siegen verdammt, denn der ehemals komfortable Vorsprung auf den fünften Tabellenplatz - der den Verlust des Heimrechts in den Playoffs bedeuten würde - ist auf drei Punkte geschrumpft, der EC Bad Nauheim könnte heute gleichziehen. Tut es aber nicht, denn die Heilbronner Falken schlagen die Füchse mit 4:3, während Nauheim verliert. Damit sind auch die Playoffs für die Falken gesichert.
Doppeltes Comeback bei den Heilbronner Falken
Die erste Überraschung gleich bei Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung. Sowohl Kapitän Derek Damon als auch Alexander Nikiforuk können aufseiten der Heilbronner Falken wieder mitwirken. Konnte man Damons Comeback erwarten, so verwundert die Rückkehr von Nikiforuk ins Team, eigentlich wurde damit erst zu Beginn der Playoffs gerechnet. Zusammen mit Stefan Della Rovere bilden die beiden Rückkehrer die erste Formation. Weitere Umstellung: Um mit vier Sturmreihen agieren zu können, stellt Falken-Trainer Alexander Mellitzer Verteidiger Kevin Maginot im Angriff auf.
Die Heilbronner Falken beginnen druckvoll, wollen ein frühes Tor erzielen. Chancen haben sie, doch immer steht einer im Weg: Mac Carruth, der Keeper der Füchse. An ihm beißen sich die Hausherren im ersten Drittel die Zähne aus. Auf der anderen Seite ist aber auch Mirko Pantkowski auf dem Posten. Einmal jubeln die Gäste, doch die Schiedsrichter bemühen den Videobeweis - und entscheiden auf kein Tor. Zweimal haben die Hausherren Powerplay, das sieht bedeutend besser als zuletzt aus, aber Endstation ist Carruth. Torlos geht es in die erste Pause.
Heilbronner Falken mit katastrophalem Unterzahlspiel
Das zweite Drittel beginnt optimal für die Heilbronner Falken. Endlich geht es mal schnell über Yannik Valenti, er findet Tim Miller, der den Puck vors Tor leitet, wo Pierre Preto ihn ins Tor ablenkt. Das Tor gibt Auftrieb, aber die Hausherren sind nicht in der Lage, den zweiten Treffer zu erzielen. Dann Powerplay für die Gäste. Die Scheibe läuft wie am Schnürchen, Schuss, Tor: 1:1. Dann ist es wieder einmal Marcus Götz, der eine weitere Strafe für Heilbronn zieht. Die Füchse sind jetzt in ihrem Element, degradieren die Unterländer im Powerplay zu Statisten, 1:2.
Immerhin schlagen die Heilbronner Falken zurück. Endlich wird kombiniert und Bronson Maschmayer zieht aus Mittelstürmerposition ab. 2:2, lediglich 25 Sekunden nach der Lausitzer Führung. Dann Strafe gegen Heilbronn und eine Sekunde vor Ablauf noch eine weitere. Mit Folgen, Kale Kerbashian vernascht zwei Heilbronner Spieler mit einem einfachen Pass über die Bande, 2:3. Wieder einmal ist die Disziplinlosigkeit der Unterländer bestraft worden. Und sie machen gerade da weiter. Wenige Sekunden vor der Pause spielt Götz einen ungenauen Pass, die Gäste kommen nochmals in Drittel und Götz zieht dem Angreifer mit dem Schlusspfiff das Bein weg. Damit starten die Heilbronner Falken ins letzte Drittel in Unterzahl.
Heilbronner Falken drehen die Partie
Trainer Mellitzer hat nach dieser Aktion die Faxen seines Assistenzkapitäns dicke und lässt ihn auf der Bank schmoren. Die Heilbronner Falken bekommen dann auch mal Powerplay, doch die Scheibe will nicht über die Linie. Immerhin, jetzt sind die Hausherren wieder im Spiel, können endlich mal so etwas wie Druck ausüben, doch die Gäste bleiben bei den Kontern brandgefährlich. Jordan George kann acht Minuten vor dem Ende alles klarmachen, doch Pantkowski entschärft den Alleingang.
Dann erneut Strafe gegen die Sachsen. Jetzt muss das statistisch beste Überzahlspiel der Liga doch mal beißen. Und wirklich, Stefan Della Rovere nutzt einen Abpraller zum 3:3. Jetzt die Hausherren mit der zweiten Luft. Weißwasser wird im eigenen Drittel eingeschnürt. Mit Erfolg, 192 Sekunden vor dem Ende trifft Damon zum 4:3. Die Gäste versuchen noch alles, nehmen den Goalie vom Eis, doch die Zeit läuft herab. Sieg, die Unterländer haben die Playoffs gesichert. Ob mit Heimrecht, hängt davon ab, ob die Falken noch einen Punkt aus den letzten zwei Partien holen.
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