Ein echter Führungsspieler

Falken-Stürmer Tim Miller beißt auf die Zähne und wird zum Matchwinner

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Auch ein harter Einschlag kann den Deutsch-Amerikaner nicht davon abhalten, weiterzuspielen und entscheidenden Anteil am Erfolg gegen den EV Landshut zu haben.

Gestützt auf seine Mitspieler muss Tim Miller (Mitte) in der 20. Minute vom Eis gebracht werden.
  • Tim Miller liefert trotz Verletzung zwei Vorlagen
  • Das Fußgelenk ist zum Glück nicht gebrochen
  • Er will morgen in Landshut spielen

Knapp 30 Sekunden sind in der DEL2-Partie zwischen den Heilbronner Falken und dem EV Landshut im ersten Drittel noch zu spielen. Da kommt es an der Bande

zu einem harten Aufprall

zwischen dem EVL-Verteidiger Phillip Messing und Falken-Stürmer Tim Miller. Der bleibt auf dem Eis liegen und muss gestützt in die Kabine gebracht werden.

Angesichts der angespannten Personalsituation bei den Heilbronner Falken eine echte Horrornachricht. Doch Miller ist ein Spieler, der immer bis an seine Grenzen geht. Und manchmal auch darüber hinaus. So auch am Freitag. Er biss die Zähne zusammen und stand im zweiten Drittel wieder bei jedem Wechsel seiner Reihe auf dem Eis. Mit Schmerzen, die man bis auf die Zuschauertribünen förmlich fühlen konnte.

Miller bereitet zwei Tore für die Falken vor

Wie wichtig seine Rückkehr aufs Eis war, zeigte sich dann im weiteren Verlauf der Partie. Die Heilbronner Falken liegen mit 1:2 zurück, Miller erarbeitet sich die Scheibe hinter dem gegnerischen Tor, spielt einen Querpass zu Brock Maschmeyer, der schießt, und Bryce Gervais fälscht die Scheibe unhaltbar zum Ausgleich ab.

Ähnliche Situation in der 48. Minute. Die Heilbronner Falken liegen mit 2:3 im Rückstand. Kevin Maginot erobert die Scheibe im eigenen Abwehrdrittel, spielt sie auf den an der blauen Linie stehenden Miller, der sie sofort millimetergenau in den Lauf von Alex Nikiforuk passt, der dann zum 3:3 erfolgreich ist. Keine Frage: Ohne Millers Einsatz fürs Team wäre die Partie gegen Landshut womöglich verloren gegangen.

Miller will in Landshut spielen

Samstagmittag, Kolbenschmidt Arena in Heilbronn. Um 13 Uhr ist Training für die Heilbronner Falken angesetzt. Auch Miller ist in der Halle. Sein linkes Fußgelenk ist doppelt so dick wie das rechte. Trotzdem läuft er durch die Halle: "Die Ärzte sagen, es ist nichts gebrochen und auch kein Band gerissen." Er füllt einen Beutel mit frischem Eis ab und legt ihn auf das lädierte Gelenk: "Heute werde ich nicht trainieren."

Aber im selben Atemzug legt er nach: "Das wird besser bis morgen. Ich will das Pregame-Skating mitmachen. Wenn das klappt, dann spiele ich morgen auch in Landshut." Das wäre ein echter Hammer. Denn Miller ist eine absolute Führungsfigur bei den Heilbronner Falken. Das weiß auch Trainer Alexander Mellitzer: "Natürlich wird er morgen spielen, wenn es irgendwie geht. Der ist ja ein Kerl und kein Schwammerl."

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