Heilbronner knockt Russen Mekhanikov aus
Jerome Heinz ist jetzt auch K1-Weltmeister
VonDaniel Hagmannschließen
Olaf Kubasikschließen
16 Kämpfe lang muss er bei der Fightarena in Heilbronn warten - dann zündet Jerome Heinz ein K1-Feuerwerk.
Das Warten ist das Schlimmste. 16 Kämpfe lang warten. Aber K1-Kämpfer Jerome Heinz von der Kickbox-Akademie (KBA) Heilbronn erklärt: "Es macht mir nichts mehr aus." Gut, er kennt es ja auch von der ersten Fightarena seines Gyms im vergangenen Jahr.
Da wurde er in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena als Abschlusskämpfer Europameister nach Version der WKU - obwohl er die Stunden vor seinem Auftritt wie ein unruhiges Raubtier umhergestreift war. Heinz: "Diesmal bin ich tiefenentspannt."
Am frühen Sonntagmorgen ist es dann soweit: Der 22-Jährige darf gegen den Russen Dimitri Mekhanikov in der Klasse bis 90 Kilo ran. Um den WKU-Weltmeistergürtel. Eeeeendlich! Und Heinz weiß, was zu tun ist - schließlich hat er Mekhanikov 2014 schon einmal ausgeknockt.
Und auch diesmal versteht Jerome Heinz keinen Spaß. Rumms, Mekhanikov geht in der ersten Runde zu Boden, der Heilbronner tritt nach - und wäre fast disqualifiziert worden. Aber der Russe kämpft trotz eines Cuts weiter. Der nächste Niederschlag dauert nicht lang. Aber wieder steht Mekhanikov auf.
In der zweiten Runde ist es soweit: Heinz setzt einen Wirkungstreffer, von dem sich auch der härteste Russe nicht mehr erholt. Ein Heilbronner ist K1-Weltmeister! Und sein erster Dank gebührt... Dimitri Mekhanikov: "Wahnsinn, wie du trotz der Treffer weitergekämpft hast - du bist ein echter Mann!"
Den zweiten Titelkampf des Abends bestritt zuvor Stefan Timme. Der 19-Jährige von der KBA traf im K1-Fight um den vakanten WKU-Pro-EM-Gürtel in der Klasse bis 63 Kilo auf "ein Mordskaliber": Caner Kacer aus Tübingen.
Im Gegensatz zu seinem Trainingspartner Heinz war Timme eine Stunde vor Beginn nicht mehr ansprechbar. Einen Grund neben der großen Anspannung nannte er davor: "Ich habe meinen letzten Kampf im Oktober bestritten..."
Timme kämpfte couragiert, aber Kacer biss sich an ihm fest wie ein Pitbull. Mit einem gesprungenen Knie kurz vor Ende der ersten Runde beendete der Tübinger dann den Kampf. Mit einer schmerzhaften Folge für den jungen Heilbronner: Nasenbeinbruch. Kacer entpuppte sich umgehend als fairer Gewinner: "Dass es so endet, habe ich nicht gewollt - ich hätte gerne länger gekämpft, denn Stefan war gut drauf."
Überhaupt nicht gut drauf war hingegen der Neuensteiner Efe Sipahi (KBA). Der 29-jährige deutsche WKU-Kickboxmeister ließ im K1 bis 82 Kilo gegen den Iraner Akam Taraghe seine boxerischen Qualitäten vermissen - und unterlag nach Punkten. Sipahi: "Ich habe mich schlecht gefühlt und weiß wirklich nicht, was mit mir los war."
Einen beeindruckenden Auftritt legte mal wieder der Reutlinger Knockouter Dani Traore hin. Der 21-Jährige, der zuletzt beim Superkombat in Rumänien durch einen technischen K.o. in der ersten Runde für Furore sorgte, fegte im K1 bis 82 Kilo über den Bosnier Aldin Osmancevic hinweg wie ein Orkan. Erster Kick - Ende Gelände nach acht Sekunden! Schneller geht's kaum.
Einen Muay-Thai-Leckerbissen in der Klasse bis 70 Kilo versprach der Kampf zwischen dem deutschen Glory-Champion Juri Kehl und dem englischen WKU-Weltmeister Jack Fallon. Es wurde eine kurze Schlacht - Kehl machte kurzen Prozess. In Runde eins.
Weitere Kämpfe (Sieger fett, bei Unentschieden keine Fettung):
Peter Wendt (KBA) - Berkan Konugkus (Atlas Gym Heilbronn) - K1 bis 65 kg
Jeremy Schubert (KBA) - Tyron Kilzheimer (Arthurs Gym Beilstein) - K1 bis 40 kg
Hüdai Ficici (KBA) - Leon Kühn (Tempel Fightschool) - K1 bis 70 kg
Lucca Pfitzer (KBA) - Faton Hoti (Fighting Spirit Union) - K1 bis 75 kg
Johannes Landenschleger (Tempel Fightschool) - Davis Eckstein (Atlas Gym) - MMA bis 77 kg
Ersin Güzelgün (KBA) - Baris Cümez (Fighting Spirit Union) - K1 bis 64 kg
David Grinfeld (Atlas Gym) - Tobias Bauer (Tempel Fightschool) - MMA bis 82,5 kg
Aftenie Ovidiu Gabriel (KBA) - Hani Boghos (Frankfurt) - K1 bis 76 kg
Massimo De Lorenzo (Fitness Fightsport) - Djordje Markovic (Serbien) - K1 bis 84 kg
Jeton Bajra (Tempel Fightschool) - Alexander Schmidt (Frankfurt) - K1 bis 65 kg
Stauros Xatzigeorgiadis (KBA) - Bledion Privera (Bootcamp FC Metzingen) - K1 bis 65 kg
Haydar Öztürk (Fighting Spirit Union) - Wassili Gebel (Kickboxen Megesheim) - K1 bis 76 kg
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