„Ein verspätetes Abschiedsgeschenk“
Red Bull tobt: Formel-1-Weltmeister in Mexiko um Platz zwei gebracht?
VonSönke Brederlowschließen
Während McLaren-Star Lando Norris in Mexiko triumphiert, landet Max Verstappen auf dem dritten Platz – doch eine brisante Szene raubt ihm die Chance auf Rang zwei.
Mexiko-Stadt – Während McLaren-Star Lando Norris den Großen Preis von Mexiko dominiert, zeigt Weltmeister Max Verstappen eine beeindruckende Aufholjagd: Am Ende landet der Niederländer auf dem dritten Rang und kann seinen Rückstand auf die Tabellenführung sogar von 40 auf 36 Punkte verkürzen – und es hätten sogar noch drei Punkte weniger sein können!
Denn kurz vor dem Ende des Formel-1-Rennens kommt es zu einer brisanten Situation, die Verstappen wohl den zweiten Platz kostet: Wenige Runden vor dem Fallen der Zielflagge dreht sich Williams-Pilot Carlos Sainz nach einem Fahrfehler von der Strecke und schlägt rückwärts ein. Zwar versucht er noch, sein beschädigtes Auto im Notausgang zu parken, doch er bleibt wenige Zentimeter vorher stehen.
Red Bull war „hundertprozentig überzeugt, dass er den zweiten Platz noch schafft“
Die Rennleitung entscheidet sich deshalb, das virtuelle Safety-Car auszurufen. Heißt: Überholverbot auf der ganzen Strecke!
Pech für Verstappen, der zu diesem Zeitpunkt bereits dicht hinter dem zweitplatzierten Charles Leclerc (Ferrari) liegt und kurz davor ist, ihn zu überholen. „Ich denke, es wäre ein schönes Duell bis zum Ende gewesen“, bleibt der Niederländer bei Sky gelassen. „Aber na ja, so läuft es manchmal.“
Red-Bull-Berater Helmut Marko zeigt sich dagegen enttäuscht: „Ja, weil Max eine derartig tolle Aufholjagd hingelegt hat“, lobt der Österreicher gegenüber Sky. „Er war im Schnitt fünf bis sechs Zehntel pro Runde schneller, und wir waren hundertprozentig überzeugt, dass er den zweiten Platz noch schafft.“ Doch dazu kommt es nicht mehr.
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„Sainz hat ein verspätetes Abschiedsgeschenk an Ferrari gemacht“, schmunzelt Marko. Denn im vergangenen Jahr fuhr der Spanier noch an der Seite von Leclerc bei der Scuderia. Nun rettet er ihm mit seinem Unfall den zweiten Platz. Doch „leider sind wir um ein spannendes Finale gekommen“, mein Marko, der auch Kritik über die Notwendigkeit des virtuellen Safety-Cars durchblicken lässt.
Immerhin stand Sainz kurz vor dem Notausgang – und die drei WM-Punkte könnten Verstappen am Saisonende fehlen. Die FIA rechtfertigt die Entscheidung: Nach dem Unfall habe der Williams „zu rauchen begonnen und die Rennleitung erhielt Meldungen über Feuer, wodurch klar wurde, dass das Eingreifen der Streckenposten zur Bergung erforderlich war“, heißt es im Statement.
„Wie üblich, wenn Marshals eingesetzt werden, um ein Auto zu bergen, wurde das Rennen neutralisiert.“ Deshalb wurde das virtuelle Safety-Car ausgelöst, bis Sainz’ Auto an einen sicheren Ort hinter den Leitplanken gebracht wurde. Kurios: Bereits zu Beginn des Rennens kollidierte Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson beinahe mit Sportwarten, die über die Strecke liefen. (SoBre)
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