Schumi-Bruder in Maranello

Ralf Schumacher erstmals an Michaels heiliger Stätte

  • VonAlexander Warneke
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Ralf Schumacher hat vorm GP Italien erstmals die Heiligtümer von Ferrari in Maranello besucht. Seine Eindrücke schildert er im Podcast.

Maranello – Es ist die heilige Stätte der Tifosi: Maranello. Der Geburtsort der roten Renner. Hier werden Fahrer zu Helden. So wie einst Michael Schumacher, nach dem immer noch der berühmte Platz vor Enzo Ferraris Villa benannt ist. Es heißt, jeder Ferrari-Fan muss mindestens einmal in seinem Leben in die Kleinstadt nahe Modena gepilgert sein, um die Luft einzuatmen, in der der alte Enzo automobile Geschichte schrieb.

Formel 1 Michael Schumacher 2003

Zum ersten Mal hat nun auch Ralf Schumacher den Ort besucht, der wie kein zweiter für die Formel-1-Karriere seines Bruders Michael steht. Im Podcast „Backstage Boxengasse“ schildert der Kerpener seine Eindrücke. „Ich kenne ja einige Teams, aber das war was ganz Besonderes“, erzählt Schumacher. Besonders die Atmosphäre vor Ort habe ihn überrascht: „Wunderschön zu sehen war das Ganze drumherum, wie Maranello lebt. Ferrari und diese Stellung in Italien, das ist einzigartig, so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Ralf Schumacher: „Ich habe nochmal festgestellt, was Michael bei Ferrari angestoßen hat“

Besonders bewegend war für Ralf der Besuch im berühmten Restaurant „Montana“, wo die Wirtin „Mamma Rossella“ seit Jahrzehnten Ferrari-Fahrer bekocht – und für Michael zu einer Art Ersatzmutter wurde. Schumacher: „Das ist ein besonderer Ort. Beeindruckende Bilder, Helmsammlungen, Erinnerungsstücke, diese emotionale Seite von Rossella war etwas ganz Besonderes. Da wurde mir noch mal klar, was Michael bei Ferrari angestoßen hat und was er hinterlassen hat. Allein im Museum, wie stolz sie auf Michael sind und wie sehr er Teil der Familie ist, das wurde einem noch bewusster.“

Im Ferrari-Museum schräg gegenüber von der Formel-1-Fabrik werden Michael Schumachers Erfolge lebendig. Seine fünf WM-Ferrari-Titel werden dort wie in einer Manege präsentiert. „Über 650.000 Besucher jährlich, das Museum ist täglich offen außer Weihnachten/Neujahr, so hat es der Museumsleiter gesagt. Das ist beeindruckend“, staunt Schumi II.

Erfolge, Rückschläge und das bittere Formel-1-Aus: Die Karriere von Mick Schumacher in Bildern

Mick Schumacher im Jahr 2014 bei einem Kartrennen im belgischen Genk
Mick Schumacher in der Saison 2014 bei einem Kartrennen im belgischen Genk
Mick Schumacher bei Formel-4-Testfahrten auf dem Nürburgring 2015
Mick Schumacher bei der Siegerehrung nach dem Formel-4-Rennen 2015 in Oschersleben
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„Wenn man in die Hall of Fame kommt und sieht, wie der eigene Bruder diese Zeit geprägt hat und sie wohl noch lange prägen wird, dann ist das besonders.“ Er habe gespürt, welchen bleibenden Eindruck Michael bei den Menschen hinterlassen habe: „Der Museumsleiter sagte: ‚Das hat nicht jeder Fahrer, er war Familie.‘“

Ralf Schumacher. Credit: Guido De Bortoli/LAT Images/Sauber

Die aktuellen Ferrari-Piloten bestellen Schumis Gerichte

Auch kulinarisch tauchte Schumi II tief in die Ferrari-rote Welt seines Bruders ein. Im „Montana“ wird bis heute regelmäßig nach Michaels Lieblingsgerichten gefragt. Dann tischt Mamma Rossella Tagliatelle mit Fleischragout auf. „Selbst die aktuellen Fahrer wollen wissen, was Michael gegessen hat und wählen das dann“, verrät Ralf, für den der Besuch fast „ein Stück Heimat“ gewesen sei: „Die vielen Bilder, Trophäen, das alles erinnert mich etwas an damals auf der Kartbahn.“

Nur dass dies nicht Kerpen ist, sondern die heilige Stadt der Ferraristi: Maranello. Dieser Artikel entstand in Kooperation mit F1-insider.com

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