Gefährliches Abenteuer

Mick Schumacher fährt gegen den Rat seines Vaters

Mick Schumacher steigt in ein IndyCar, obwohl Vater Michael die Serie einst als zu gefährlich bezeichnete.

Indianapolis – Mick Schumacher geht neue Wege. Am Montag wird der Deutsche erstmals einen IndyCar-Rennwagen testen – und das ausgerechnet auf dem legendären Indianapolis Motor Speedway. Dort, wo die US-Serie regelmäßig spektakuläre und riskante Rennen austrägt, will sich der ehemalige Formel-1-Pilot für ein Cockpit in der IndyCar-Serie empfehlen.

Mick Schumacher, IndyCar, Credit: Honda

Schumacher ist bereits in den USA eingetroffen. Sitzprobe und Simulator-Session beim Team Rahal Letterman Lanigan hat er hinter sich, der Empfang war nach Informationen von F1-Insider.com herzlich. Team und Motorenpartner Honda veröffentlichten Fotos und Videos seiner Ankunft in den sozialen Netzwerken. Gefahren wird am Montag auf dem „Road Course“ in Indianapolis, also auf der Straßenvariante der Kultstrecke, wo auch Vater Michael in der Formel 1 schon Rennen gewann. Onkel Ralf verunglückte 2004 dagegen schwer in der Steilkurve und musste verletzungsbedingt pausieren.

Indycar: Serie mit hohem Risiko

Die IndyCar-Serie hat in puncto Sicherheit zwar aufgeholt – etwa durch den Aeroscreen, der ähnlich wie der Halo in der Formel 1 den Kopf des Fahrers schützt. Dennoch gelten zumindest die Ovalrennen als extrem gefährlich. Beim berühmten Indy 500 erreichen die Autos über 380 km/h, fahren Rad an Rad ohne Servolenkung – jeder Fehler kann schwerwiegende Folgen haben.

Zwar absolviert Schumacher seinen Test auf dem Straßenkurs des berühmt-berüchtigten Nudeltopfes in Indianapolis, aber wenn er sich für einen Fulltime-Job in der Indycar entscheidet, muss er auch im Oval antreten. Vater Michael Schumacher hatte die Serie zu seiner aktiven Zeit klar abgelehnt. „Bei der Geschwindigkeit, mit der man so nah an den Mauern fährt, kann das Chassis einen Unfall unmöglich unbeschadet überstehen“, sagte der Rekordweltmeister einst. „Das bedeutet, dass man schwere Verletzungen an den Beinen oder Schlimmeres davontragen kann. Ich sehe darin keinen Sinn. Ich habe dort nichts zu beweisen.“

Alle Formel-1-Boliden von Michael Schumacher – mit einem kam er nie ins Ziel

Michael Schumacher mit dem Jordan 191 beim Großen Preis von Belgien 1991
Michael Schumacher steigt in seinen Benetton B191 aus der Formel-1-Saison 1991
Michael Schumacher in seinem Benetton B191B beim Großen Preis von Mexiko 1992
Michael Schumacher in seinem Benetton B192 beim Großen Preis von Portugal 1992
Alle Formel-1-Boliden von Michael Schumacher – mit einem kam er nie ins Ziel

Auch Ralf Schumacher äußerte im Podcast „Backstage Boxengasse“ jüngst Bedenken: „In der Vergangenheit sind viele schlimme Unfälle passiert. Ovalrennen mit 360 km/h und offenen Rädern – das leuchtet mir nicht ganz ein.“ Selbst Formel-1-Weltmeister Max Verstappen betonte mehrfach, dass er das Risiko in der IndyCar-Serie für zu groß hält.

Mick Schumacher: Neustart nach schwierigen Jahren

Für Mick Schumacher ist der Test in Indianapolis dennoch eine große Chance. Nach seinem Formel-1-Einstieg über Formel 3 und Formel 2 fuhr er 2021 und 2022 für Haas, konnte sich dort aber nicht dauerhaft durchsetzen. Es folgten zwei Jahre als Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes. Seit 2024 konzentriert er sich auf die Langstrecken-WM (WEC) mit Alpine.

Sein Ziel: zurück in einen Monoposto mit dem Blick auf freistehende Räder. „Sportwagen haben Spaß gemacht, aber ich brenne für Einsitzer“, sagte Schumacher zuletzt. Die IndyCar-Serie bezeichnet er als „großartige Option“. Klar ist aber auch: Der Weg in die US-Serie ist kein ungefährlicher – und er führt Mick Schumacher bewusst auf Terrain, das sein Vater einst strikt ablehnte.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit F1-insider.com

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