Kein Start im GT3-Rennwagen

Verstappen debütiert auf der Nordschleife – aber nicht im GT3-Ferrari

  • Sönke Brederlow
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Formel-1-Weltmeister Max Verstappen soll am kommenden Wochenende sein erstes Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife bestreiten – aber nicht mit seinem GT3-Ferrari.

Nürburgring – Vor einigen Monaten sorgte Formel-1-Weltmeister Max Verstappen für Aufsehen, als er unter dem Pseudonym „Franz Hermann“ eine geheime Testfahrt auf der legendären Nürburgring-Nordschleife absolvierte. Nun steht das Renndebüt des Red-Bull-Piloten in der „Grünen Hölle“ offenbar kurz bevor – und zwar schon an diesem Wochenende!

Max Verstappen könnte sich einen Start beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring vorstellen

Nach Informationen von Auto Motor und Sport wird Verstappen am Samstag bei einem Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) an den Start gehen. Doch es gibt einen Haken: Selbst als Formel-1-Weltmeister darf der 27-jährige Niederländer nicht einfach in den Ferrari 296 GT3 steigen, mit dem er bereits im Mai auf der Nordschleife getestet hatte, und auf Zeitenjagd gehen.

Max Verstappen muss speziellen „Nordschleifen-Führerschein“ machen

Der Grund: Seit zehn Jahren gelten auf der längsten und gefährlichsten Rennstrecke der Welt strenge Vorschriften. Jeder Pilot muss vor dem Einsatz in einem leistungsstarken Rennwagen einen speziellen Lehrgang absolvieren und mindestens ein Rennen mit einem schwächeren Fahrzeug bestreiten – erst dann erhält er den „Nordschleifen-Führerschein“.

Auch Verstappen ist von dieser Regelung nicht ausgenommen. Heißt: Schon am Freitag vor dem Rennen wird der Red-Bull-Star einen Fahrerlehrgang inklusive Theorie-Einheit absolvieren, um die erste Stufe der sogenannten „Nordschleifen-Permit“ zu erwerben. Damit ist er zwar startberechtigt, aber zunächst nur mit einem langsameren Auto.

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Alles deutet darauf hin, dass Verstappen einen Porsche Cayman GT4 CS von Lionspeed GP pilotieren wird. Schließlich haben auch DTM-Pilot Thierry Vermeulen, Sohn von Verstappens Manager Raymond Vermeulen, und Teamkollege Chris Lulham, der gemeinsam mit Verstappen den GT3-Test absolvierte, ihre Nordschleifen-Lizenz auf genau diesem Auto erworben.

Fährt der Formel-1-Weltmeister schon Ende September im GT3-Rennwagen?

Sollte Verstappen das Rennen möglicherweise sogar mit zwei unterschiedlichen Fahrzeugen bestreiten und dabei mindestens 14 fehlerfreie Runden absolvieren, hätte er seine Nordschleifen-Permit bereits nach diesem einen Einsatz in der Tasche. Dann stünde einem Start im Ferrari 296 GT3 schon bei einem der nächsten Rennen nichts mehr im Weg.

Genau darauf scheint alles hinauszulaufen: Beim neunten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie am 27. September, nur eine Woche nach dem Großen Preis von Aserbaidschan, könnte Verstappen sein GT3-Debüt auf der Nordschleife geben. Red Bull hätte dagegen offenbar nichts einzuwenden. Das große Ziel ist ein Start beim 24-Stunden-Rennen.

Ein Wiedersehen mit „Franz Hermann“ wird es dann allerdings nicht geben: Damit Verstappen an dem NLS-Rennen teilnehmen darf, muss er mit seiner offiziellen Rennlizenz starten – und die ist selbstverständlich auf seinen echten Namen ausgestellt. Spätestens dann weiß die ganze Eifel, wer in der Grünen Hölle am Lenkrad dreht. (SoBre)

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