Kommentar zum Skispringen

Vierschanzentournee: Horngachers Mission ist gescheitert – Und es könnte noch schlimmer werden

Skispringen: Stefan Horngacher beendet seine Amtszeit ohne Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee.
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Skispringen: Stefan Horngacher beendet seine Amtszeit ohne Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee.
  • Tobias Ruf
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Die letzte Vierschanzentournee von Bundestrainer Stefan Horngacher ist stellvertretend für seine Amtszeit. Das deutsche Skispringen ist nur noch bedingt konkurrenzfähig. Es benötigt dringend einen neuen Impuls. Ein Kommentar von Tobias Ruf.

Bischofshofen – 2019 trat Stefan Horngacher das Amt des Bundestrainers im Skispringen der Herren an. Der Auftrag war klar. Deutschland sollte nach 2002 endlich wieder die Vierschanzentournee gewinnen!

Sieben Jahre später steht fest: Horngacher hat das große Ziel verpasst. Nach dieser Saison ist Schluss für den 56-jährigen Österreicher. Er geht von der größten Bühne im Skispringen mit einer gescheiterten Mission und einer Entwicklung, die für die Zukunft nichts Gutes verheißt.

Vierschanzentournee: Nur noch Mittelmaß und keine Weiterentwicklung

Bis vor zwei Jahren sprangen die deutschen Adler noch regelmäßig um den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee mit. 2024 musste sich Andreas Wellinger knapp geschlagen geben, 2021 landete Karl Geiger auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung. Die Tendenz der vergangenen zwei Jahre zeigt aber klar nach unten. Im Vorjahr blieb die deutsche Mannschaft gänzlich ohne Podestplatz beim Saisonhighlight, bei der aktuellen Ausgabe reichte es für einen dritten Platz beim Auftaktspringen in Oberstdorf.

Horngacher muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er das deutsche Skispringen in seiner siebenjährigen Amtszeit nicht weiterentwickelt hat. Unter seiner Regie hat kein DSV-Adler Konstanz in seine sportlichen Leistungen bekommen. Schnelle Aufstiege, wie die von Pius Paschke im Vorjahr, waren spätestens mit dem Start in die Vierschanzentournee vorbei.

Skispringen: Düstere Prognosen für die Zukunft – Neue Impulse dringend benötigt

Die größte Sorge bereitet aber der Nachwuchs. Hier geben längst andere Nationen den Ton an. Horngacher und auch Sportdirektor Horst Hüttel haben es in den vergangenen Jahren verpasst, die nächste Generation heranzuführen.

Im März endet die siebenjährige Amtszeit von Horngacher. Mit erfolgreichen Olympischen Spielen könnte sie positiv in Erinnerung bleiben. Der Nachfolger ist noch nicht bekannt, steht aber vor großen Herausforderungen. Das deutsche Skispringen braucht dringend neue Impulse und eine Vision, wie es in Zukunft weitergehen soll. (Quelle: chiemgau24.de, truf)

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