Viel Geld und jede Menge Projekte als Strafe
So viel kostet den VfB der Datenskandal: Bußgeld und weitere Folgen stehen fest!
VonTobias Beckerschließen
Nach Wochen der Aufklärung wurde nun die Strafe für den VfB Stuttgart im Datenskandal bekanntgegeben.
Jetzt muss der VfB Stuttgart blechen! Seit Ende 2020 untersucht Datenschützer Dr. Stefan Brink mit seiner Behörde den Datenskandal beim Bundesligisten und kündigte Anfang Februar schon an, dass es ein Bußgeld geben wird. Es müsse ein „spürbares Bußgeld“ sein, hieß damals. Und nun? Kommt das Bußgeld in Millionenhöhe? Immerhin hat Brink einen möglichen Rahmen von bis zu 20 Millionen Euro, auch wenn er den nicht ausschöpfen wollte.
Die Antwort: Nein, wird es nicht. Der VfB Stuttgart muss 300.000 Euro zahlen. In einer Mitteilung heißt es: „Wegen fahrlässiger Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht gemäß Art. 5, Abs. 2 DS-GVO.“ Brink zeigte sich bereits im Februar zufrieden mit der Kooperation des VfB Stuttgart im Rahmen der Aufklärung.
Spürbares Bußgeld und viele weitere Konsequenzen für den VfB Stuttgart
Nun teilt der Landesdatenschutzbeauftragte mit: „Neben dem spürbaren Bußgeld sorgt der VfB für erhebliche organisatorische und technische Verbesserungen in Sachen Datenschutz.“ Damit nicht genug. Der Bundesliga-Aufsteiger, der auf dem Rasen für positive Schlagzeilen sorgt, plane darüber hinaus ein „Engagement bei der Aufklärung über Datenschutzanliegen, mit dem vor allem junge Menschen angesprochen werden sollen“, heißt es in der Mitteilung.
Das Thema Datenskandal ist zumindest seitens Datenschützer Brink und seiner Behörde damit abgeschlossen. So gibt er in der Mitteilung bekannt:
Mit dem Erlass dieses Bußgeldbescheides schließen wir ein Verfahren ab, das auch für uns als Aufsichtsbehörde ungewöhnlich war. Ungewöhnlich war nicht nur der Gegenstand unseres Verfahrens, sondern vor allem das hiermit verbundene öffentliche und mediale Interesse. Ungewöhnlich war auch der Umfang des durch die Einschaltung der Esecon belegten Aufklärungsinteresses und der Kooperationsbereitschaft des VfB mit unserer Behörde.
Das sind die Konsequenzen für den VfB Stuttgart aus dem Datenskandal in der Übersicht:
- Der VfB Stuttgart muss 300.000 Euro Bußgeld zahlen
- Eine („kostenträchtige“) Umstrukturierung und Verbesserung des Datenschutzmanagements.
- Die VfB Stuttgart 1893 AG ergreift in Abstimmung mit dem Landesdatenschutzbeauftragten Maßnahmen zur Sensibilisierung junger Menschen für Datenschutzanliegen.
- Förderung des Projektes „Datenschutz geht zur Schule“ durch Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit für regionale Schul-Aktionstage und im Rahmen kind-/jugendgerechter Videos zur Sensibilisierung für datenschutzrelevante Themen.
- Konzeption von Schulungen für die Fußballnachwuchsmannschaften U10 bis U21 zum Thema „Datenschutz bei Jugendlichen“.
Zu den neu hinzugekommenen Konsequenzen gab es auch personelle Veränderungen beim VfB Stuttgart. So gab es im Februar eine wahre Rücktritts- und Entlassungswelle beim Bundesligisten. Vorstand, Präsidium, Aufsichtsrat - alle leitenden Gremien waren davon betroffen. Klar, denn immerhin wurden rund 100.000 Datensätzen, unter denen auch Mitglieder-Daten waren, weitergereicht.

