Dienstleister des Abstimmungssystems im Fokus
VfB-Klarstellung zur Mitgliederversammlung von 2017 mit verstecktem Aufreger
VonDominik Jahnschließen
VfB Stuttgart: Die Klarstellung zur Mitgliederversammlung von 2017 sorgt durchaus für einen Aufreger.
HOPPLA! Am 7. Februar hat der VfB Stuttgart auf einen Artikel des Nachrichtenmagazin Spiegel mit einer Klarstellung reagiert. In dem Bericht ging es um die Mitgliederversammlung von 2017. Die Reaktion des Vereins hält dabei zwischen den Zeilen durchaus brisante Aussagen bereit.
Der Spiegel schreibt, laut durchgesickertem Esecon-Bericht, von Augenzeugenberichte über damalige Probleme mit der digitalen Wahltechnik bei der Mitgliederversammlung. Demnach sei die Veranstaltung damals fortgesetzt worden, obwohl das Problem „weiterhin flächendeckend bestand und Offizielle darüber informiert waren“.
In der Klarstellung bestreitet der VfB Stuttgart Probleme mit dem Abstimmungssystem. In der Mitteilung heißt es:
Mit dem damals verwendeten Abstimmungssystem sind nie Probleme aufgetreten, auch nicht bei Versammlungen dieser Größe. Der damalige Dienstleister für das elektronische Abstimmungsverfahren hatte die Mitgliederversammlungen des VfB schon zuvor seit mehreren Jahren betreut. Zudem betreute er auch regelmäßig weitere Veranstaltungen in der Größenordnung von 10.000 und mehr Teilnehmern, auch außerhalb des Fußballs bei Bundesparteitagen oder auch Gläubigerversammlungen
Wie jetzt der Kicker schreibt, sollte man bei diesen Aussagen durchaus zweimal drüberlesen. In einem Bericht des Fachmagazins wird darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Dienstleister von 2017 AUCH um die Firma handelt, die der VfB Stuttgart nach der Desaster-Mitgliederversammlung mit WLAN-Panne 2019 vor das Landgericht Stuttgart zerrte.
Massive technische Probleme sorgten damals zu einem Abbruch der Veranstaltung. Wolfgang Dietrich trat wenig später als Präsident zurück. Gründe für die großen Schwierigkeiten hatte der VfB damals mit einer „Überlastung des Voting-Systems identifiziert“. Mit dem WLAN sei hingegen alles in Ordnung gewesen. Laut Kicker wollte sich der Dienstleister nicht dazu äußern. FAKT: Bei der Abstimmung 2019 waren laut VfB Stuttgart 4.677 Mitglieder beteiligt. 2017 sollen es aber ganze 14.038 gewesen sein.
