Bauern-Proteste gegen Sanktionen
Agrar-Diesel bei Landwirten – so viel Geld sparen die Bauern wirklich
VonJuliane Reyleschließen
Demonstrationen auf Deutschlands Straßen: Bauern protestieren gegen die Sanktionen der geplanten Bundesregierung. Doch was bringt den Landwirten der Agrardiesel? Wie viel können sie sparen?
Proteste, Demonstrationen und vor allem Ärger über geplante Sanktionen der Regierung beschäftigen derzeit die Landwirte in ganz Deutschland, auch in Baden-Württemberg. Die Bundesregierung plant, die Subventionen für Agrardiesel bis 2026 schrittweise abzubauen, um die Kosten zu senken und die CO₂-Bilanz zu verbessern, denn Diesel emittiert CO₂.
Diese Maßnahme soll die Land- und Forstwirtschaft bei der Energiesteuer entlasten, betrifft aber vorerst nicht die Kfz-Steuerbefreiung. Land- und forstwirtschaftliche Betriebe erhielten bisher eine verbrauchsabhängige Rückerstattung von etwa 21,48 Cent pro Liter Diesel, schreibt der „NDR“. Die Ampel nimmt Kürzungen für Landwirte teils zurück – doch der Bauernverband äußert sich – das reicht den Bauern nicht.
Bauernprotest und Demonstration – was Landwirte mit Agrar-Diesel Subvention sparen
Allerdings erhalten nicht alle Landwirte die Rückerstattung von 21,48 Cent pro Liter Diesel. Die Erstattung gilt für land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge wie Traktoren, Mähdrescher und Feldhäcksler. Darüber hinaus ist die Erstattung an bestimmte Bedingungen geknüpft. Privatfahrten können nicht über den Agrardiesel abgerechnet werden.
Um die 21,48 Cent und damit einen Teil der Energiesteuer erstattet zu bekommen, müssen land- und forstwirtschaftliche Betriebe beim zuständigen Hauptzollamt einen Antrag stellen und die Tankquittungen eines Jahres vorlegen. Die aktuelle Situation der Agrardieselsubventionierung lässt sich für die Landwirte wie folgt zusammenfassen:
- Einsparung von 21,48 Cent pro Liter
- Einsparung nur bei betrieblichen Fahrten
- Einsparung gilt nur land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge
- Einsparung lediglich nach Anmeldung beim Hauptzollamt
- Einsparung nur bei jährlicher Vorlage der Tankquittungen
Rückerstattung von Spritkosten von Nutzfahrzeugen aus Forst- und Landwirtschaft
Die Einsparungen hängen demnach auch von der Betriebsgröße und der Menge an Liter Diesel ab, die ein landwirtschaftlicher Betrieb verbraucht. Im Durchschnitt verbrauchen die Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern rund 100 Liter Diesel pro Hektar, wie die „tagesschau“ berichtet. Das entspricht bei einem 500-Hektar-Betrieb rund 10.500 Euro Rückerstattung im Jahr. Das haben Berechnungen eines Beratungsringes für Landwirte ergeben.
Diese Vergünstigung gibt es bereits seit 1967, um landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge zu entlasten. Der Umstieg auf alternative Energien wie E-Mobilität ist für die Landwirte aufgrund der schweren Lasten und der aktuellen Technik eine Herausforderung. Es gibt erste Ansätze wie batterieelektrische Traktoren, aber Investitionen und Infrastruktur sind noch Hürden, wie „RND“ berichtet. Am 8. Januar ist auf Deutschlands Straßen einiges los: Bauern-Proteste – hier herrscht der längste Stau Baden-Württembergs.
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