Stiftung Warentest

Antivirenprogramme im Test: Mit 14-mal „sehr gut“ bleibt der PC sicher

  • Tobias Becker
    VonTobias Becker
    schließen

Phishing und Viren sind große Gefahren im Internet. Dagegen helfen allerdings Programme, die den Computer sicher halten. Stiftung Warentest hat 28 Antivirenprogramme untersucht.

Es ist der Albtraum vieler Menschen in Heilbronn: Man bekommt Nachrichten von Freunden, dass man auf Facebook oder Instagram nicht man selbst sei. Daten auf PC sind plötzlich weg. Oder noch schlimmer: Das Bankkonto wird leerer und leerer ohne dass man selbst etwas bezahlt. Wer im Internet unterwegs ist, setzt sich in gewissen Maßen auch solchen Szenarien aus. Aber: Antivirenprogramme schützen – meistens zumindest und wenn sie gut sind. Doch welches Antivirenprogramm ist gut? Stiftung Warentest hat es in der aktuellen Ausgabe (3/23) getestet.

Stiftung Warentest untersucht Antivirenprogramme: Hunderte Schadsoftware getestet

Das Verbrauchermagazin Stiftung Warentest hat 28 Antivirenprogramme untersucht. 19 davon sind für Windows ausgelegt, neun weitere für MacOS von Apple. Zusätzlich wird auch das Standard Windows-Programm, der Microsoft Windows Defender, unter die Lupe genommen. Wie auch beim Webcam-Test, legt das Verbrauchermagazin für die Untersuchung verschiedene Kriterien fest, die unterschiedlich gewichtet werden.

Oberste Priorität: Der Schutz! Klar, denn schließlich ist das die Hauptaufgabe eines Antivirenprogramms. Unterschieden wird dabei zwischen dem „Schutz vor Schadsoftware“ und dem „Phishing-Schutz“. Stiftung Warentest geht dafür extra auf hunderte von Webseiten, auf denen Angreifer, wie Verschlüsselungstrojaner, lauern. Auch 600 Seiten, die Zugangsdaten abgreifen, werden besucht. Dabei behalten die Tester die Reaktion der Antivirenprogramme im Blick.

Neben dem Schutz wird auch die Handhabung der Antivirenprogramme von Stiftung Warentest untersucht. Die Rechnerbelastung, also wie sich beispielsweise die Hochfahrzeit des Computers verändert, ist das dritte Kriterium für das Ergebnis, das im Vergleich zum Strom-Schock beim Router-Test wesentlich besser ausfällt!

Antivirenprogramme bei Stiftung Warentest: Testsieger hält Computer sauber

Die Ergebnisse von Stiftung Warentest zeigen deutlich: Es gibt Unterschiede in der Geschwindigkeit der Erkennung von Viren und andere Schadsoftware. Und: auch die Antiviren-Software mit den besten Noten weist erhebliche Mängel bei der Datenschutzerklärung auf. Generell schneiden die Windows-Programme im Test besser ab, wenn auch nur leicht. Die beiden Testsieger der jeweiligen Betriebssysteme:

  • „One Individual“ von Avast für Windows – Note: gut (1,6)
  • „Antivirus Free for Windows“ von Bitdefender für Windows – Note: gut (1,6)
  • „Antivirus for Mac“ von Bitdefender für MacOS – Note: gut (1,9)
  • „Safe (Mac)„ von F-Secure für MacOS – Note: gut (1,9)
  • Das komplette Test-Ergebnis für Antivirenprogramme gibt es bei Stiftung Warentest (Bezahlschranke).

Spannend: Die Antivirenprogramme von Kaspersky werden von Stiftung Warentest nicht bewertet. Als Grund nennt das Verbrauchermagazin eine Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik vom 15. März 2022. Darin wird vor der Software des russischen Anbieters gewarnt, was immernoch gilt.

Vergleich Windows und MacOS: Dieses Betriebssystem ist sicherer

Stiftung Warentest im Antivirenprogramm-Test auch Tipps, wie man sich selbst vor Phishing schützen kann. Hinter dem Begriff steckt eine der großen Gefahren im Netz: Betrüger versuchen über Mails und Messenger-Nachrichten, wie auch bei Betrügereien auf Whatsapp, die User auf Seiten zu locken, die wiederum gezielt Daten abgreifen. Zwar sind Apple-Computer mit dem Betriebssystem MacOS weniger gefährdet, aber auch nicht gänzlich unbedroht. Antivirenprogramme schützen – besonders die, die bei Stiftung Warentest gut abschneiden.

Interessant auch: Der Windows Defender, der mit dem Betriebssystem auf dem Rechner landet, erreicht nur ein „befriedigend“ im Test. Das liegt unter anderem daran, dass er zu oft auch ungefährliche Programm als Gefahr sieht, aber auch daran, dass der Phishing-Schutz nur beim Browser „Microsoft Edge“ funktioniert. Ein Tipp von Stiftung Warentest: Windows Defender nutzen, aber mit Mozilla Firefox surfen. Da ist der Phishing-Schutz integriert.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Mehr zum Thema