Änderung für Geringverdiener
Mehr Geld steuerfrei ab 2025: Diese neue Einkommensgrenze gilt bei Mindestlohn
- VonSophia Lavcanskischließen
Zum neuen Jahr wird der Mindestlohn in Deutschland angehoben, was sich auch positiv auf die Einkommensgrenze von Minijobbern auswirkt.
Das Leben in Deutschland wurde über die letzten Jahre hinweg immer teurer. Um sich dem anzupassen, wird auch der gesetzliche Mindestlohn immer wieder erhöht. Zum 1. Januar 2025 soll dieser von derzeit 12,41 Euro pro Stunde auf 12,82 Euro steigen. Das hat vor allem auf sogenannte Minijobs Auswirkungen, denn es gilt eine monatliche Verdienstgrenze, die sich am Mindestlohn orientiert – und somit ebenso ansteigt.
Ende März 2024 soll es in Deutschland 7,5 Millionen Minijobber gegeben haben, wie Andre Stephan-Park von der Bundesagentur für Arbeit gegenüber dem „mdr.de“ berichtet. Diese Zahl lasse sich aufteilen in 4,2 Millionen Menschen, die nur einem Minijob nachgegangen seien und 3,3 Millionen, die als Nebenjob eine geringfügige Beschäftigung gehabt haben. Dass Minijobs so beliebt sind, hat einen einfachen Grund: Der Verdienst bleibt bis zur Entgeltgrenze steuerfrei.
Änderung des Mindestlohns: So berechnet sich die neue Entgeltgrenze für Minijobs
Seit Oktober 2022 orientiert sich die Entgeltgrenze für Minijobs an der Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 10 Stunden. Laut dem „Informationsportal für Arbeitgeber“ lässt sich diese Grenze durch eine Formel ganz einfache berechnen: gesetzlicher Mindestlohn x 130 Stunden : 3 Monate.
Wendet man diese Formel mit dem neuen Mindestlohn für 2025 an, sieht die Rechnung so aus: 12,82 Euro x 130 : 3 = 555,53 Euro. Nun muss das Ergebnis nur noch auf volle Euro aufgerundet, und es ergibt sich die Entgeltgrenze für das kommende Jahr, die folglich bei 556 Euro liegen wird. Derzeit liegt die Grenze noch bei 538 Euro, Minijobber können im Jahr 2025 also bis zu 18 Euro mehr im Monat steuerfrei verdienen. Während jährlich bisher 6.456 Euro möglich waren, sind es jetzt hochgerechnet bis zu 6.672 Euro pro Jahr.
Ausnahme der Entgeltgrenze: So verdienen Minijobber mehr
Neben der Einhaltung der monatlichen Entgeltgrenze, um steuerfrei zu bleiben, gibt es noch weitere Regeln, die Minijobber beachten sollten. Laut „Focus“ darf die Entgeltgrenze maximal zweimal mit maximal der doppelten Höhe des monatlichen Grenzwerts überschritten werden. Für 2025 bedeutet das: Maximal zweimal im Jahr darf bis zu 1.112 Euro im Monat verdient werden – und der jährliche Gesamtbetrag kann sich auf 8.896 Euro erhöhen.
Arbeitgeber müssen nun darauf achten, ihre Arbeitsverträge anzupassen und den neuen Stundenlohn einzutragen. Ausnahme: Es wurde sich generell auf die Zahlung des aktuell gesetzlichen Mindestlohns oder sogar auf mehr geeinigt. Neben dem steigenden Mindestlohn, gibt es noch andere Neuerungen: Eine Tabelle zeigt, was sich ab 2025 ändert.
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