„Event Data Recorder“
Pflicht für Autos ab Juli: Diese Modelle haben bereits eine Blackbox
- VonNils Jaussschließen
Ab 2024 ist eine Black Box in Autos Pflicht. Doch welche Vorteile bringt ein sogenannter „Event Data Recorder“ und welche Fahrzeuge besitzen dieses Sicherheitssystem bereits?
In Flugzeugen gehört sie seit vielen Jahren fest zum System, nun sollen auch Autos damit ausgerüstet werden: die Black Box! Sie zeichnet dauerhaft Fahrdaten auf und soll somit im Fall eines Falles bei der Unfallaufklärung helfen. Wie echo24 bereits berichtete, soll der sogenannte „Event Data Recorder“ (EDR) ab 2024 in allen neuen Autos verbaut werden.
Änderungen ab Juli 2024: Black Box verpflichtend – so funktioniert der EDR
Doch wie funktioniert die Auto-Black Box eigentlich? Der Recorder, der häufig mit im Airbag-Steuergerät verbaut ist, kann auf sämtliche Fahrdaten zugreifen. Folgende Daten werden von dem EDR aufgezeichnet:
- Daten vor dem Crash: Geschwindigkeit, Motor-Drosselklappe/Gaspedalstellung, Status der Bremse, Zündzyklus beim Crash, Motordrehzahl, Aktivität von ABS und Stabilitätskontrolle, Lenkwinkel
- Daten nach dem Crash: Geschwindigkeitsänderung in Längs- und Querrichtung
- Informationen zu Rückhaltesystemen: Anschnallstatus von Fahrer und Beifahrer, Airbag-Warnleuchte, Auslösezeitpunkt der Airbags für Fahrer und Beifahrer (Front, Seite, Curtain-Airbags)
Laut ADAC zeichnet der EDR alle Fahrdaten dauerhaft auf, speichert diese aber nur, wenn es zum Unfall kommt. Im Falle eines Unfalls speichert der EDR 5 Sekunden vor dem Crash und 300 Millisekunden nach dem Crash. Einen Zusammenstoß erkennt der EDR an schnellen Geschwindigkeitsreduzierungen, Airbag-Auslösungen und ruckartigen Gurtbewegungen.
Auslesen von Fahrzeugdaten: Wer darf wann, was lesen und benutzen?
Wie „24Auto“ berichtet, dürfen die Fahrzeugdaten nur auf richterlichen Beschluss hin ausgelesen werden. Dies wird dann von einem damit beauftragtem Sachverständigen vollzogen. Die Daten aus der Black Box dürfen allerdings nicht als einziger Anhaltspunkt genutzt werden.
Zur Beurteilung des Unfallhergangs müssen außerdem die Deformation der Fahrzeuge und das Spurenbild am Unfallort miteinbezogen werden. So kann man sagen, dass der EDR nur als Unterstützung zu den herkömmlichen Methoden dient und diese nicht ersetzen soll.
Welche Fahrzeuge besitzen schon einen EDR?
Seit 6. Juli 2022 müssen alle neu vorgestellten Modelle einen „Event Data Recorder“ verbaut haben. Bis 7. Juli 2024 muss er in jedem Neuwagen installiert sein. Doch auch schon heute haben viele Pkw einen EDR.
Da er in den USA schon seit längerer Zeit verpflichtend ist, haben viele Export-Modelle in Europa auch schon die Speichergeräte an Bord. Außerdem haben auch viele Modelle von großen Automarken wie VW, BMW oder Audi schon seit längerer Zeit die Black Box an Bord. Auch Tesla, Toyota und andere ausländische Marken verbauen die Black Box bereits in ihren Fahrzeugen.
Ob das eigene Auto bereits eine Blackbox besitzt, lässt sich jedoch nicht so ohne Weiteres herausfinden. Bei vielen Autoherstellern ist dieses System schon so etabliert, dass es nicht extra erwähnt wird. Um sicherzugehen, ob ein Modell über ein EDR verfügt, sollte man sich bei dem betreffenden Autohaus beziehungsweise Verkäufer erkundigen.
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