Individueller Betrag und Berechnung

Durchschnittliches Gehalt in Deutschland: Wie hoch fällt die Rente später aus?

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Die Berechnung der Rente bei Durchschnittsverdienst ist nicht einfach, denn neben dem Einkommen gibt es auch individuelle Faktoren. Ein Überblick.

Normalerweise müsste nach einem fleißigen Arbeitsleben genug Geld zusammen gekommen sein, um einen unbesorgten Ruhestand zu haben – so denken zumindest viele Deutsche über ihre Rente. Aber ist das so? Wie viel Rente gibt es für ein Durchschnittsgehalt wirklich? echo24.de gibt einen Überblick.

Rente nach Durchschnittsverdienst: So viel Geld gibt es damit im Ruhestand

Die Höhe der Rente bei einem Durchschnittsverdienst ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, wie hoch die Rente bei einem Durchschnittsverdienst ist, da die Höhe der Rente von vielen individuellen Faktoren abhängt, die es bei Berechnungen zu beachten gilt.

Faktoren, die die Rente beeinflussen:

  • Einkommen
  • Beitragszahlungsdauner
  • Entgeltentwicklung
  • Rentenreform
  • Persönliche Lebensumstände
  • Dynamische Entwicklung des Lohns

Je höher das Einkommen während des Erwerbslebens, desto höher fällt normalerweise auch die Rente aus. Doch dabei gilt es zu bedenken, dass auch die Beitragsjahre eine Rolle spielen und je länger in die Rentenkasse eingezahlt wurde, desto höher fällt die Rente aus. Wer früher in Rente gehen möchte, muss sogar mit Abschlägen rechnen.

Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering

Otto von Bismarck brachte im Juni 1889 nach jahrelanger Debatte das „Gesetz über die Invaliditäts- und Altersversicherung“ durch den Reichstag.
Der Holzstich zeigt Dreher, Gießer und Former in einer Porzellanfabrik um 1880.
Bismarcks politisches Kalkül war klar: Er wollte die Arbeiter besänftigen.
Angestellte waren ab 1913 bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte angesiedelt.
Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering

Darüber hinaus werden regelmäßig Rentenreformen durchgeführt. Die Rente steht immer wieder in der Diskussion und die Reformen der letzten Jahre haben gezeigt, dass diese die Berechnungsgrundlagen und damit die Höhe der Rente stark beeinflussen können.

Außerdem sind auch die persönlichen Lebensumstände zu berücksichtigen. Zwar können beispielsweise für die Erziehung von Kindern Entgeltpunkte für die Rente erworben werden, gleichzeitig müssen aber auch die Dauer einer möglichen Erwerbsunterbrechung berücksichtigt werden.

Diese Rolle spielt das Durchschnittsgehalt für die Rente

Kaum jemand wird direkt nach Abschluss seiner Ausbildung oder Studium mit dem Durschschnittgehalt ins Berufsleben starten. Laut „Statista“ lag das Durchschnittsgehalt in Deutschland in 2023 bei circa 4.480 Euro bei Vollzeit Arbeitenden und bei Berücksichtigung aller Beschäftigten, also auch Teilzeit und in geringfügiger Beschäftigung, bei 3.540 Euro. Doch

Um die Entgeltpunkte zu ermitteln, wird das Verdienst Jahr für Jahr mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen, wie die „Deutsche Rentenversicherung“ erklärt. Ab welchem Gehalt es einen Entgeltpunkt gibt, wird also jedes Jahr neu entschieden. Auch 2024 entscheidet das Durchschnittsgehalt über die Entgeltpunkte.

Wer in einem Jahr so viel verdient wie der Durchschnitt aller versicherungspflichtig Beschäftigten, erhält einen Entgeltpunkt. Liegt der eigene Verdienst über oder unter dem Durchschnitt, gibt es entsprechend mehr oder weniger Entgeltpunkte, wie „VZ Vermögens-Zentrum Deutschland“ erklärt. Aber Achtung, manchmal wird auch das Maximum erreicht und ab einem bestimmten Betrag steig die Höhe der Rente nicht mehr.

Warum es keine pauschale Antwort für eine Rente mit Durchschnittsgehalt gibt

Das Durchschnittsgehalt fällt jedes Jahr unterschiedlich aus. Doch würde ein Arbeitnehmer jedes Jahr genau den Durchschnittsgehalt unter allen versicherungspflichtig Beschäftigten verdienen, würde er genau einen Entgeldpunkt erhalten. Die Höhe der Rente wird unter anderem auch von der Zahl der Entgeltpunkte beeinflusst.

Die Berechnung der Rente bei Durchschnittsverdienst ist nicht einfach, denn neben dem Einkommen gibt es auch individuelle Faktoren.

Dennoch gibt es keine genaue Berechnung für die Höhe der Rente bei Durchschnittsgehalt, denn die individuellen Besonderheiten eines Lebens müssen, berücksichtigt werden. Darunter fallen auch Zeiten der Arbeitslosigkeit, Phasen mit mehr oder weniger hoch ausfallendem Einkommen und Beträgen, die in die Rentenkasse eingezahlt werden. Grundsätzlich ist die Rentenhöhe nicht statisch, sondern unterliegt einer dynamischen Entwicklung aufgrund von Faktoren wie Löhne, Preise und demografischer Entwicklung.

Durchschnittliche Rente statt Rente nach Durchschnittsgehalt

Die durchschnittliche Altersrente nach mindestens 45 Versicherungsjahren liegt nach Angaben der Bundesregierung bei 1543 Euro im Monat. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage von Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hervor, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) berichtet.

Wie die persönliche Rentenhöhe ermittelt werden kann:

  • Rentenversicherungskonto: Über das persönliche Rentenversicherungskonto kann man sich einen Überblick über die bisherige Beitragszahlung und eine erste Schätzung der zukünftigen Rente verschaffen.
  • Rentenberatung: Eine persönliche Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung gibt detaillierte Auskünfte zur individuellen Rentenperspektive.

Eine zusätzliche private Altersvorsorge kann die gesetzliche Rente außerdem zusätzlich aufbessern. Wer die höchste Rente erhalten möchte, sollte die Berufe kennen mit denen es im Alter viel Geld gibt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Zoonar | wolfilser

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