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„Psycho-Falle“ – von diesem Einkaufswagen sollten Kunden die Finger lassen
VonMichaela Ebertschließen
Damit mehr im Einkaufswagen landet, als Kunden eigentlich brauchen, greifen Supermärkte immer wieder zu fiesen Tricks. Besonders die Form der Griffe kann das Kaufverhalten beeinflussen.
Wer kennt es nicht: Beim Einkauf landen schnell mehr Sachen im Einkaufswagen, als eigentlich gebraucht werden. Kein Wunder, denn Supermärkte und Discounter greifen immer wieder zu fiesen Tricks, um das Kaufverhalten der Kunden zu beeinflussen.
Egal, ob durch die Anordnung der Regal-Gänge, durch die Platzierung der teureren Produkte in Sichthöhe oder durch die bestimmte Konstruktion von Einkaufswägen: die meisten Einkaufsfallen sind den meisten Kunden gar nicht wirklich bekannt. Hin und wieder sind die Tricks aber auch besonders fies – gerade dann, wenn sie auf ersten Blick eigentlich kundenfreundlich wirken.
Fieser Tricks am Einkaufswagen: Form beeinflusst Kaufverhalten von Kunden
Und gerade am Einkaufswagen lauern einige dieser Heimtücken, die schnell zum Mehr-Kauf verleiten. Wie echo24.de bereits berichtete, sorgt zum Beispiel der abgeschrägte Boden dafür, dass die Waren schneller aus dem Sichtfeld der Kunden wandern und der Inhalt optisch weniger wirkt. Dass aber auch wirklich genug im Wagen landet, dafür sorgen die ergonomischen Haltegriffe.
Richtig gelesen: Denn diese sind bei vielen Modellen von Kaufland und Co. meist nicht ohne Grund vertikal und parallel angeordnet. Anders als die herkömmliche horizontale Stange kommt dies nämlich besonders der Bequemlichkeit der meisten Supermarkt-Kunden zugute. Denn: Zum einen wird dadurch das Schieben des Wagens erleichtert – und zum anderen fällt auch der Griff ins Regal leichter.
Parallele Haltegriffe am Einkaufswagen: Muskelspannung beim Schieben beeinflusst Kaufverhalten
Der Grund dafür ist ein psychologischer: Wie Mathias Streicher, Studienleiter und Marketingexperte gegenüber der „Morgenpost“ erklärt, haben Forscher herausgefunden, dass „die Aktivierung des Trizeps eine typische Vermeidungshaltung ist und daher eher mit Ablehnung oder Vermeidung assoziiert wird – zum Beispiel, wenn Menschen etwas Unerwünschtes durch ausgestreckte Arme auf Abstand halten.“
Heißt konkret: Das Schieben eines Einkaufswagens mit horizontaler Stange bremst somit das Einkaufsverhalten stark aus. Bei den parallel angebrachte Griffen wird jedoch eher der Bizeps aktiviert – allerdings vor allem beim Heranziehen des Wagens. Das machte sich Streicher und sein Forschungsteam zunutze: „Die Idee war folgende: Menschen bringen erwünschte Dinge wie Produkte durch Annäherungsbewegungen in Besitz. Eine Aktivität, für die vor allem der Bizeps relevant ist.“
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Auch eine Vergleichsstudie aus Innsbruck bestätigte diese These bereits: Demnach gaben die Test-Kunden mit parallelen Haltegriffen am Einkaufswagen rund 25 Prozent mehr Geld aus, als die mit einer horizontalen Stange am Einkaufswagen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Thorsten Lindekamp

