Nach Eigentümerwechsel
Galeria Kaufhof schließt Filialen – Beschäftigte verlieren Arbeitsplätze
VonJulia Cuprakowaschließen
Der angeschlagene Handelskonzern Galeria Karstadt Kaufhof gibt erneut Warenhäuser auf. Für viele Beschäftigte bedeutet das den Verlust ihres Arbeitsplatzes.
Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will 16 seiner 92 Filialen schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag (26. April) aus Unternehmenskreisen. Details zu den betroffenen Standorten und zum Zeitplan will Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Samstag bekannt geben.
Medienberichten zufolge soll es sich um die Filialen in Aachen, Aschaffenburg, Bonn, Düsseldorf, Freiburg, Hannover, Köln, Mannheim, München, Münster, Saarbrücken, Stuttgart, Trier, Ulm und Würzburg handeln. Bestätigen lässt sich das nicht. „Das ist ein dynamischer Prozess“, sagt ein gut informierter Insider zu „focus.de“. „Erst wenn der Verkauf endgültig unter Dach und Fach ist, wird klar sein, wie es genau weitergeht.“
Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen – Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz
Von den rund 12.800 Beschäftigten des Unternehmens sollen demnach 11.400 ihren Arbeitsplatz behalten. 1.400 müssten gehen, hieß es. Zuletzt hatte Denkhaus bereits angekündigt, die Hälfte der 900 Arbeitsplätze in der Essener Konzernzentrale zu streichen. Vor wenigen Wochen wurden neue Eigentümer für Galeria gefunden. Danach hieß es, sie wollten nicht mehr als 22 Filialen übernehmen, berichtet die „dpa“ weiter.
Der Warenhauskonzern hatte Anfang Januar Insolvenz angemeldet. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Als Grund für die schwierige Lage nannte Galeria-Chef Olivier Van den Bossche damals unter anderem die Insolvenz der Signa-Gruppe des bisherigen Eigentümers René Benko. Deren Schieflage wirkte sich unmittelbar aus: Gelder für die Sanierung der Warenhauskette, die im Zuge der vorangegangenen Benko-Insolvenz zugesagt worden waren, flossen nicht mehr.
Galeria Karstadt Kaufhof als Aufwertung deutscher Innenstädte?
Die Galeria-Insolvenz und ihre Folgen stehen in engem Zusammenhang mit der Diskussion um die Belebung und Aufwertung der deutschen Innenstädte. Seit 2015 ist die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland nach Angaben des Handelsverbands HDE von 372.000 auf 311.000 gesunken. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit weiteren 5.000 Schließungen.
Die Häuser von Karstadt und Kaufhof werden mit ihren umfassenden Sortimenten einerseits als wichtige Magneten des Einzelhandels in Innenstädten gesehen. Andererseits erfüllen sie diese Rollen in vielen Fällen nicht mehr – sonst wären sie nicht in der schwierigen Lage, in der sie sich befinden.
Schon vor Jahren hat der Online-Versandhändler Amazon mit seinem riesigen Angebot den Warenhäusern den Rang abgelaufen. In der Corona-Zeit verstärkte sich dieser Trend.
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